Der Abt Hartmut, der Prior Dietrich und der Konvent des Klosters St. Stephan in Würzburg beurkunden: Sie haben mit Zustimmung des Würzburger Bischofs Andreas [von Gundelfingen] wegen drückender Schulden der Begine Gertrud, Tochter des verstorbenen Würzburger Bürgers Engelhard Kranz, eine jährliche Gült von 20 Malter Roggen (siligo) Würzburger Maß verkauft. Die Käuferin hat dem Kloster dafür 50 Pfund Heller bezahlt. Sie bestätigen den Empfang der Summe und versprechen, der Käuferin die Gült fristgerecht zu liefern. Bei Säumnis kann diese das zum Ankauf einer entsprechenden Gült notwendige Geld zu Lasten des Klosters bei den Juden aufnehmen. Außerdem soll dann der Offizial der Würzburger Kurie über das Kloster die Exkommunikation und das Interdikt verhängen. Nach dem Tod der Begine fällt die Gült an das Kloster zurück. Der amtierende Abt soll dann aber aus seinem Speicher dem Konvent zur Feier des Jahrtages der Käuferin und ihrer Eltern 3 Malter Roggen liefern. Zeugen: Der Prior Dietrich, die Mönche Wolfhelm [von Heidingsfeld] und Siegfried, der Kustos Herold und der Mönch Johannes sowie der Vikar des Stifts Neumünster Konrad von Karlburg (Karleburg), der Domvikar Rüdiger von Wertheim, der Schreiber Gerung und viele andere. Datum 1312 in die sancte Agnetis. Aussteller: Kloster St. Stephan. Empfänger: Gertrud Kranz