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Die Kirmse
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AmZ 34 (Nr. 37, 12.9.1832), Sp. 612–616. „Die Kirmse, von unserm braven Komiker Hrn. Seidel, Musik von Hrn. Chordirector Häser, fand man gar zu possenhaft und toll, liess aber der Musik Gerechtigkeit widerfahren. Ref. gesteht, dass er sich wundert, wie Hr. Häser, dessen Neigung bisher vorzüglich der Kirchenmusik zugewandt war, sich an eine so ganz heterogene Gattung machen konnte. Vielleicht eben des gewaltigen Contrastes wegen. Sey es nun, wie es wolle, so hat Herr H. dadurch bewiesen, dass er auch in dieser und verwandter Gattung sehr Achtungswerthes zu leisten vermöge, und wir wünschen, er möge Musse finden, eine grössere Oper zu schreiben. Die Musik zur Kirmse ist leicht, höchst ansprechend und gefällig, und mehre Lieder sind so einfach melodiös, dass sie sich im Augenblick einprägen. Vorzugsweise interessant ist eine Polonaise und die Balletmusik am Schlusse. Ein Ensemblestück zeugt von glücklicher Gabe des Componisten, eine Situation dramatisch wahr auffassen und wirksam ausführen zu können. Die Melodie ist nirgends, wie das so häufig geschieht, durch das Orchester überdeckt, sondern tritt immer klar hervor, ohne dass desshalb das Accompagnement leer und karg erschiene. Im Gegentheil hat der Componist oft recht pikant zu instrumentiren verstanden, überhaupt auch die neuesten Effectmittel nicht verschmäht, wie z. B. ein Lied mit Janitscharenmusik beweist, im Ganzen aber eine weise Oeconomie beobachtet und gehörig Licht und Schatten vertheilt, wodurch denn eben erst der rechte Effect erreicht wird. Die Ouverture ist als Einleitung zu einer Posse etwas zu lang und zu sehr thematisch gearbeitet.“ (Ebd., Sp. 613f.)