Briefe und Reisekostenrechnung des Karl Holzschuher, der wegen der Inhaftierung des Kanzlers Georg Holzschuher nach Riga reiste
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E 49/II Nr. 712
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
1559
Enthält:
1559 Februar 21: Schreiben des Karl Holzschuher aus Königsberg an seinen Vetter Veit in Nürnberg, hier eingegangen am 30. März.
Kam am 20. Februar hier an. Er traf den (Christof) Ottendorfer nicht an, bekam aber laut einem Brief Geld von dessen Frau, worüber ein Schuldschein ausgestellt wurde.
Die Sache des Vetters (Georg) ist höchst betrüblich. Schreiber traf hier den früheren Schreiber des Georg, Friedrich Groß, der inzwischen bei der Kanzlei in Dorpat arbeitet. Dieser berichtete, dass Georg wegen der Tributforderungen der"Moskawitter" dem Bischof von Dorpat während einer Tagung zu Wolmar den Rat gegeben hatte, das Stift den Russen zu unterwerfen. Gleichzeitig bat man um Frieden, aber diese Gesandtschaft wurde zurückgehalten und die Russen fielen mit Krieg im Lande ein. Georg floh nach Habsel, wo er aber inhaftiert wurde. Für ihn verwendeten sich Tonius Meidle, der Mann der Schwester der Ehefrau Georgs, und sein Schwager Moritz Wrangel, Bischof von Reval. Georg kam auf freien Fuß. Groß selbst vertraute er an, niemand als er, Georg, sei schuld am Einfall der Russen. Da Georg mehrfach die Büchse geladen, und von Erschießen gesprochen hatte, ließ in Wrangel wiederum einkerkern. Am 20. Januar wurde ein Rechtstag gehalten. Das Urteil ist unbekannt.
Wolf Holzschuher dient in Livland als Fähnrich und hat seine Pferde verkauft.
1559 März 10: Schreiben des Karl Holzschuher aus Riga an seinen Vetter Veit Holzschuher in Nürnberg, hier eingegangen am 26. April.
Kam am 6. März hier an und brachte Briefe des Kaisers und des Rates von Nürnberg mit. Schwierigkeiten, beim Erzbischof vorgelassen zu werden. Hilfreich betätigte sich Herr Jorg Schwartz, Propst des Stifts. Allerdings gibt man in ganz Livland Georg die Schuld an dem Blutvergießen, das etwa 3000 Menschenleben gefordert hatte. So berichtete man Schreiber auch schon auf der Herreise in Königsberg. Die Stimmung ist so beschaffen, dass man schon fast wünschen sollte, Georg sterbe heimlich im Gefängnis, als öffentlich durch Hinrichtung. Schreiber spricht auch mit niemandem über seine Mission, da er um seine eigene Sicherheit bangen muss.
Schilderung der Greueltaten der Russen, die sich aber wieder zurückzogen, als der Herzog von Mecklenburg heranrückte.
Vetter Wolf hat seine Pferde verkauft, nachdem seine Braut verstorben war. Er verdingte sich als Fähnrich beim Herrenmeister. Er ist aber inzwischen verstorben. Anscheinend war auch er in die Machenschaften des Georg verwickelt.
Dabei:
3 Zettel mit Reisekosten in obigem Zusammenhang.
Anreise über Leipzig, dort am 2. Februar. Geld von der Frau des Linhart Ölhafen.
Königsberg: Frau des Christof Ottendorfer. Geld eingewechselt.
Längerer Aufenthalt in Livland. Dorothea, Frau des verstorbenen Kanzlers. Auslagen für den jungen Georg Holzschuher.
16. September: "do er dot, von stund an herraus..." (?).
Dabei:
Zettel (17. Jhdt.)
Georg Holzschuher starb aus Wehmut in seinem Haus zu Hapßel eines natürlichen Todes, laut eines Ratifikationsschreibens seiner Witwe. Verweis auf die Akten B(ehälter) P Nr.IV. bezüglich einer Donation Wolf Holzschuhers von 1559 November 5.
1559 Februar 21: Schreiben des Karl Holzschuher aus Königsberg an seinen Vetter Veit in Nürnberg, hier eingegangen am 30. März.
Kam am 20. Februar hier an. Er traf den (Christof) Ottendorfer nicht an, bekam aber laut einem Brief Geld von dessen Frau, worüber ein Schuldschein ausgestellt wurde.
Die Sache des Vetters (Georg) ist höchst betrüblich. Schreiber traf hier den früheren Schreiber des Georg, Friedrich Groß, der inzwischen bei der Kanzlei in Dorpat arbeitet. Dieser berichtete, dass Georg wegen der Tributforderungen der"Moskawitter" dem Bischof von Dorpat während einer Tagung zu Wolmar den Rat gegeben hatte, das Stift den Russen zu unterwerfen. Gleichzeitig bat man um Frieden, aber diese Gesandtschaft wurde zurückgehalten und die Russen fielen mit Krieg im Lande ein. Georg floh nach Habsel, wo er aber inhaftiert wurde. Für ihn verwendeten sich Tonius Meidle, der Mann der Schwester der Ehefrau Georgs, und sein Schwager Moritz Wrangel, Bischof von Reval. Georg kam auf freien Fuß. Groß selbst vertraute er an, niemand als er, Georg, sei schuld am Einfall der Russen. Da Georg mehrfach die Büchse geladen, und von Erschießen gesprochen hatte, ließ in Wrangel wiederum einkerkern. Am 20. Januar wurde ein Rechtstag gehalten. Das Urteil ist unbekannt.
Wolf Holzschuher dient in Livland als Fähnrich und hat seine Pferde verkauft.
1559 März 10: Schreiben des Karl Holzschuher aus Riga an seinen Vetter Veit Holzschuher in Nürnberg, hier eingegangen am 26. April.
Kam am 6. März hier an und brachte Briefe des Kaisers und des Rates von Nürnberg mit. Schwierigkeiten, beim Erzbischof vorgelassen zu werden. Hilfreich betätigte sich Herr Jorg Schwartz, Propst des Stifts. Allerdings gibt man in ganz Livland Georg die Schuld an dem Blutvergießen, das etwa 3000 Menschenleben gefordert hatte. So berichtete man Schreiber auch schon auf der Herreise in Königsberg. Die Stimmung ist so beschaffen, dass man schon fast wünschen sollte, Georg sterbe heimlich im Gefängnis, als öffentlich durch Hinrichtung. Schreiber spricht auch mit niemandem über seine Mission, da er um seine eigene Sicherheit bangen muss.
Schilderung der Greueltaten der Russen, die sich aber wieder zurückzogen, als der Herzog von Mecklenburg heranrückte.
Vetter Wolf hat seine Pferde verkauft, nachdem seine Braut verstorben war. Er verdingte sich als Fähnrich beim Herrenmeister. Er ist aber inzwischen verstorben. Anscheinend war auch er in die Machenschaften des Georg verwickelt.
Dabei:
3 Zettel mit Reisekosten in obigem Zusammenhang.
Anreise über Leipzig, dort am 2. Februar. Geld von der Frau des Linhart Ölhafen.
Königsberg: Frau des Christof Ottendorfer. Geld eingewechselt.
Längerer Aufenthalt in Livland. Dorothea, Frau des verstorbenen Kanzlers. Auslagen für den jungen Georg Holzschuher.
16. September: "do er dot, von stund an herraus..." (?).
Dabei:
Zettel (17. Jhdt.)
Georg Holzschuher starb aus Wehmut in seinem Haus zu Hapßel eines natürlichen Todes, laut eines Ratifikationsschreibens seiner Witwe. Verweis auf die Akten B(ehälter) P Nr.IV. bezüglich einer Donation Wolf Holzschuhers von 1559 November 5.
Archivale
Indexbegriff Person: Groß, Friedrich
Indexbegriff Person: Hermann, Bischof zu Dorpat
Indexbegriff Person: Holzschuher, Carl
Indexbegriff Person: Holzschuher, Dorothea
Indexbegriff Person: Holzschuher, Georg
Indexbegriff Person: Holzschuher, Georg der Jüngere
Indexbegriff Person: Holzschuher, Veit
Indexbegriff Person: Holzschuher, Wolf
Indexbegriff Person: Meidle, Anthoni
Indexbegriff Person: Oelhafen, Linhart
Indexbegriff Person: Ottendörffer, Christof
Indexbegriff Person: Schwarz, Georg
Indexbegriff Person: Wrangel, Moritz
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Familie allgemein
Indexbegriff Person: Hermann, Bischof zu Dorpat
Indexbegriff Person: Holzschuher, Carl
Indexbegriff Person: Holzschuher, Dorothea
Indexbegriff Person: Holzschuher, Georg
Indexbegriff Person: Holzschuher, Georg der Jüngere
Indexbegriff Person: Holzschuher, Veit
Indexbegriff Person: Holzschuher, Wolf
Indexbegriff Person: Meidle, Anthoni
Indexbegriff Person: Oelhafen, Linhart
Indexbegriff Person: Ottendörffer, Christof
Indexbegriff Person: Schwarz, Georg
Indexbegriff Person: Wrangel, Moritz
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Familie allgemein
Dorpat
Habsel
Königsberg
Leipzig
Livland
Reval
Riga
Wolmar
Brief
Reisekosten
Geld
Schuldschein
Bischof
Erzbischof
Gefangennahme
Freilassung
Selbstmordgefahr
Todesfall
Kanzler
Kanzlei
Tributforderung
Russen
Unterwerfung
Friedensangebot
Gesandtschaft
Krieg
Rat der Stadt
Kaiser
Propst
Urteil
Fähnrich
Pferde
Herrenmeister
Auslagen
Ratifikation
Donation
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 1:00 PM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik)
- Stadtarchiv Nürnberg (Archival tectonics)
- Bestandsgruppe E: Dokumentationsgut privater Provenienz (Archival tectonics)
- E 49 - Familienarchiv von Holzschuher (Archival tectonics)
- E 49/II - Familienarchiv Holzschuher / Akten und Rechnungen (Archival tectonics)
- Holzschuher/Akten und Rechnungen (Archival holding)