C Rep. 694 Poliklinik für Klein- und Mittelbetriebe Prenzlauer Berg (Bestand)
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C Rep. 694
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 2 Magistrat von Berlin und nachgeordnete Einrichtungen >> C 2.2 Nachgeordnete Einrichtungen >> C Rep. 693-ff. Krankenhäuser
Vorwort: C Rep.694 Poliklinik für Klein- und Mittelbetriebe
1. Institutionsgeschichte
Die Poliklinik für Klein- und Mittelbetriebe, welche auch die Bezeichnung "Ambulatorium der Handelsmittel- und Kleinbetriebe" führte, hatte ihren Standort in der Prenzlauer Allee 189 im Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Sie war für arbeitsmedizinische Tauglichkeits- und Überwachungsuntersuchungen verschiedener Arbeitergruppen zuständig.
Der Begriff Poliklinik kann unterschiedlich gedeutet werden: Poliklinik als gesamtes Krankenhaus; Poliklinik als Krankenhausabteilung oder als Ambulatorium, was bedeutet, dass sich mehrere Fachärzte in einem Gebäude zusammen niedergelassen haben (Ärztezentrum). Außerdem verfügen Polikliniken über diagnostische Laboratorien, eine Apotheke und meist auch eine Abteilung für Heilgymnastik, Massage-, Elektro,- oder Bäderbehandlungen. Daher entwickelten sich Polikliniken in der DDR zu einem wirksamen Instrument der vorbeugenden medizinischen Arbeit.Polikliniken waren entweder selbstständig (zum Beispiel im ländlichen Raum oder auch in größeren, neuerrichteten städtischen Wohngebieten), arbeiteten in Betrieben oder bildeten zusammen mit den Krankenhäusern eine organisierte Einheit.
Bereits 1946 wurden in der sowjetisch besetzten Zone landesweit Polikliniken eingerichtet und der SMAD-Befehl Nr. 272 vom 11.12.1947 beschleunigte die Entwicklung. Ende 1948 existierten 269 Polikliniken und öffentliche Behandlungsstellen, in denen überwiegend niedergelassene Ärzte arbeiteten. Der Ausbau eines Betriebsgesundheitswesens erfolgte parallel dazu, um u.a. eine Steigerung der Arbeitsproduktivität durch Maßnahmen zur Verbesserung der materiellen Lage der arbeitenden Bevölkerung zu gewährleisten. Ende 1949 existierten in der DDR 30 Betriebspolikliniken und 738 betriebsärztliche Sanitätsstellen.
In den 1970er Jahren beschloss die SED die Förderung des Neubaus von Polkliniken im Rahmen eines Neubauprogramms, da ein Großteil der Institute unzureichend ausgestattet war. Zugleich wurde der Ausbau des Gesundheitswesens in Berlin/Hauptstadt der DDR als vordringlich erklärt.
Zwischen 1959 und 1971 waren vier Polikliniken und von 1965-1971 zwei Ambulatorien (keines für Betriebe) im Stadtbezirk Prenzlauer Berg tätig. Zwischen 1979 und 1986 waren es dann noch drei Polikliniken, aber sechs Ambulatorien, wovon drei Betriebsambulatorien waren.
2. Bestandsbeschreibung
Die Unterlagen der Poliklinik erhielt das Landesarchiv Berlin im Jahr 2019 von xxx (AZ 222, Vorgang 156/19/DO60 ).
Der Bestand umfasst 46 Akten (0,30 lfm) mit einer Laufzeit von 1979 bis 1989. Er beinhaltet Krankenakten, die Arbeitsmedizinische Tauglichkeits- und Überwachungsuntersuchungen, der Patienten, beinhaltet.
Die technische Bearbeitung der Unterlagen erfolgte nach konservatorischen Gesichtspunkten. Die Akten wurden fachgerecht entmetallisiert, umgebettet und in säurefreien Kartons verpackt, beschriftet und etikettiert. Die Akten wurden mit der Software Augias-Archiv 9.2 von Jasmin Schotte im Rahmen der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (Fachrichtung Archiv) verzeichnet.
Die Unterlagen sind aufgrund der archivgesetzlichen Bestimmungen nach § 8 des Archivgesetz Berlin (ArchGB) vom 14 März 2016, in der Fassung vom 24 Oktober 2020, für die Benutzung gesperrt. Nach § 8 Abs. 4 ArchGB kann eine Verkürzung der Schutzfristen auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand wird wie folgt zitiert: Landesarchiv Berlin, C Rep. 694 Nr. … .
3. Korrespondierende Bestände
LAB C Rep. 118 Magistrat von Berlin - Abteilung Gesundheit
LAB C Rep. 134 Rat des Stadtbezirks Prenzlauer Berg
4. Quellen
Büro für Sozialhygiene des Magistrats von Groß-Berlin (Hrsg.): Das Berliner Gesundheitswesen 1959-1975 und 1978 bis 1989 - Die Ambulante Versorgung
https://www.dostal-partner.de/aerztemangel-vorhaben-aus-nrw-bringt-kliniken-in-laendlichen-regionen-in-not-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2/
https://de.wikipedia.org/wiki/Poliklinik
So funktionierte die DDR. Lexikon der Organisationen und Institutionen Abteilungsgewerkschaftsleitung - Liga für Völkerfreundschaft der DDR, Band 1, hrsg. von Andreas Herbst, Winfried Ranke, Jürgen Winkler, Hamburg 1994
Sozialistisches GESUNDHEITSWESEN Eine Information aus der DDR, von der Redaktion "Aus erster Hand", Manuskript geschrieben von Prof. Dr. Gerhard Misgeld, Berlin, Januar 1972
Berlin, im November 2021 Jasmin Schotte
1. Institutionsgeschichte
Die Poliklinik für Klein- und Mittelbetriebe, welche auch die Bezeichnung "Ambulatorium der Handelsmittel- und Kleinbetriebe" führte, hatte ihren Standort in der Prenzlauer Allee 189 im Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Sie war für arbeitsmedizinische Tauglichkeits- und Überwachungsuntersuchungen verschiedener Arbeitergruppen zuständig.
Der Begriff Poliklinik kann unterschiedlich gedeutet werden: Poliklinik als gesamtes Krankenhaus; Poliklinik als Krankenhausabteilung oder als Ambulatorium, was bedeutet, dass sich mehrere Fachärzte in einem Gebäude zusammen niedergelassen haben (Ärztezentrum). Außerdem verfügen Polikliniken über diagnostische Laboratorien, eine Apotheke und meist auch eine Abteilung für Heilgymnastik, Massage-, Elektro,- oder Bäderbehandlungen. Daher entwickelten sich Polikliniken in der DDR zu einem wirksamen Instrument der vorbeugenden medizinischen Arbeit.Polikliniken waren entweder selbstständig (zum Beispiel im ländlichen Raum oder auch in größeren, neuerrichteten städtischen Wohngebieten), arbeiteten in Betrieben oder bildeten zusammen mit den Krankenhäusern eine organisierte Einheit.
Bereits 1946 wurden in der sowjetisch besetzten Zone landesweit Polikliniken eingerichtet und der SMAD-Befehl Nr. 272 vom 11.12.1947 beschleunigte die Entwicklung. Ende 1948 existierten 269 Polikliniken und öffentliche Behandlungsstellen, in denen überwiegend niedergelassene Ärzte arbeiteten. Der Ausbau eines Betriebsgesundheitswesens erfolgte parallel dazu, um u.a. eine Steigerung der Arbeitsproduktivität durch Maßnahmen zur Verbesserung der materiellen Lage der arbeitenden Bevölkerung zu gewährleisten. Ende 1949 existierten in der DDR 30 Betriebspolikliniken und 738 betriebsärztliche Sanitätsstellen.
In den 1970er Jahren beschloss die SED die Förderung des Neubaus von Polkliniken im Rahmen eines Neubauprogramms, da ein Großteil der Institute unzureichend ausgestattet war. Zugleich wurde der Ausbau des Gesundheitswesens in Berlin/Hauptstadt der DDR als vordringlich erklärt.
Zwischen 1959 und 1971 waren vier Polikliniken und von 1965-1971 zwei Ambulatorien (keines für Betriebe) im Stadtbezirk Prenzlauer Berg tätig. Zwischen 1979 und 1986 waren es dann noch drei Polikliniken, aber sechs Ambulatorien, wovon drei Betriebsambulatorien waren.
2. Bestandsbeschreibung
Die Unterlagen der Poliklinik erhielt das Landesarchiv Berlin im Jahr 2019 von xxx (AZ 222, Vorgang 156/19/DO60 ).
Der Bestand umfasst 46 Akten (0,30 lfm) mit einer Laufzeit von 1979 bis 1989. Er beinhaltet Krankenakten, die Arbeitsmedizinische Tauglichkeits- und Überwachungsuntersuchungen, der Patienten, beinhaltet.
Die technische Bearbeitung der Unterlagen erfolgte nach konservatorischen Gesichtspunkten. Die Akten wurden fachgerecht entmetallisiert, umgebettet und in säurefreien Kartons verpackt, beschriftet und etikettiert. Die Akten wurden mit der Software Augias-Archiv 9.2 von Jasmin Schotte im Rahmen der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (Fachrichtung Archiv) verzeichnet.
Die Unterlagen sind aufgrund der archivgesetzlichen Bestimmungen nach § 8 des Archivgesetz Berlin (ArchGB) vom 14 März 2016, in der Fassung vom 24 Oktober 2020, für die Benutzung gesperrt. Nach § 8 Abs. 4 ArchGB kann eine Verkürzung der Schutzfristen auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand wird wie folgt zitiert: Landesarchiv Berlin, C Rep. 694 Nr. … .
3. Korrespondierende Bestände
LAB C Rep. 118 Magistrat von Berlin - Abteilung Gesundheit
LAB C Rep. 134 Rat des Stadtbezirks Prenzlauer Berg
4. Quellen
Büro für Sozialhygiene des Magistrats von Groß-Berlin (Hrsg.): Das Berliner Gesundheitswesen 1959-1975 und 1978 bis 1989 - Die Ambulante Versorgung
https://www.dostal-partner.de/aerztemangel-vorhaben-aus-nrw-bringt-kliniken-in-laendlichen-regionen-in-not-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2/
https://de.wikipedia.org/wiki/Poliklinik
So funktionierte die DDR. Lexikon der Organisationen und Institutionen Abteilungsgewerkschaftsleitung - Liga für Völkerfreundschaft der DDR, Band 1, hrsg. von Andreas Herbst, Winfried Ranke, Jürgen Winkler, Hamburg 1994
Sozialistisches GESUNDHEITSWESEN Eine Information aus der DDR, von der Redaktion "Aus erster Hand", Manuskript geschrieben von Prof. Dr. Gerhard Misgeld, Berlin, Januar 1972
Berlin, im November 2021 Jasmin Schotte
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ