Nachlass Christian Gottlieb Clostermeier (Bestand)
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D 72 Clostermeier
Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik) >> 1. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe >> 1.3. Organisationen, Güter, Familien, Personen >> 1.3.5. Nachlässe
1785-1827
Ausarbeitungen und Materialsammlungen zur lippischen Geschichte: Verwaltung, Verfassung, Steuern und Abgaben, Genealogie des Hauses Lippe, Externsteine und Varusschlacht, Ortsgeschichte; Schriftwechsel.
Bestandsgeschichte: (1752-1829), Lippischer Archivrat.
Form und Inhalt: Personengeschichte:
Der Archivar und Geschichtsforscher Christian Gottlieb Clostermeier wurde am 17. Juni 1752 als Sohn des Bürgers, Stadtlieutentants und Weinhändlers Christian Gottlieb Clostermeier und der Johanne Isabelle Clostermeier in Regensburg geboren. Nach einem Studium an der Universität Leipzig, das er im Jahr 1778 als Kandidat der Rechte abschloss, wirkte er zunächst als Geschäftsbeistand und Erzieher der Söhne des Geheimrats und Kanzlers Hoffmann in Detmold. Im Jahr 1781 wurde er im fürstlich lippischen Archiv als Gehilfe des Archivrats Johann Ludwig Knoch (1712-1808) eingestellt, dessen Tochter Christine Luise er später heiratete. Ab 1786 wirkte Clostermeier selbst als Archivar, 1789 wurde auch ihm der Titel eines Archivrats verliehen. Durch gleichzeitige Übernahme des Landespolizeireferats stieg er zudem zum lippischen Landespolizeidirektor auf. Wie seinem Vorgänger Knoch und vielen seiner Nachfolger wurden auch Clostermeier in der Folgezeit weitere nichtarchivische Aufgaben übertragen. So übernahm er 1801 als Mitkommissar die Verwaltung des Detmolder Zucht- und Waisenhauses und arbeitete ab 1813 nebenamtlich im Rechnungsfach der fürstlich lippischen Regierung. 1819 setzte er die von der Fürstin Pauline zur Lippe angestrebte Vereinigung der damaligen "Gräflich Öffentlichen Bibliothek" zu Detmold mit anderen im Fürstentum Lippe entstandenen Büchersammlungen um und leitete die neu entstandene "Fürstlich Öffentliche Bibliothek" (heutige Lippische Landesbibliothek) bis 1823. Zu Clostermeiers bekannteren geschichtlichen Veröffentlichungen zählen "Kleine Beiträge zur geschichtlichen und natürlichen Kenntniß des Fürstenthums Lippe" (1816), "Kritische Beleuchtung der von Seiten der Landstände von Ritterschaft und Städten des Fürstenthums Lippe der hohen Deutschen Bundesversammlung übergebenen Druckschrift unter dem Titel: Geschichtliche und rechtliche Darstellung der in dem Fürstlich Lippe-Detmoldischen Lande rechtmäßig und vertragsmäßig bestehenden, jedoch dem Lande vorenthaltenen, landständischen Verfassung und der pflichtmäßigen, aber vergeblichen Schritte der Landstandschaft, die Wiederherstellung derselben herbeizuführen" (1817), "Wo Hermann den Varus schlug" (1822) und "Der Eggesterstein im Fürstenthum Lippe" (1824). Christian Gottlieb Clostermeier starb am 10. September 1829 in Detmold.
Überlieferung:
Der vorliegende Aktenbestand D 72 Clostermeier umfasst insgesamt 88 Verzeichnungseinheiten mit einer Gesamtlaufzeit von 1783 bis 1831. Einzelne Aktenauszüge und Abschriften beziehen sich auch auf die Zeit zwischen 952 und 1626. Der Bestand setzt sich überwiegend zusammen aus persönlichen Unterlagen, Archiv- und Bibliotheksverzeichnissen, Manuskripten, Abschriften und Aktenauszügen zur lippischen Geschichte sowie privatem Schriftverkehr. Letzterer umfasst auch Korrespondenz zwischen Clostermeier und dem Fürstenpaar Leopold I. zur Lippe und Pauline zur Lippe, geb. Prinzessin von Anhalt-Bernburg, aus der Zeit zwischen 1786 und 1820 (D 72 Clostermeier Nr. 65-68).
Anmerkung: Die vormalige Akte D 72 Clostermeier Nr. 6 (”Archivalischer Bericht des Raths Clostermeier wegen der inländischen Accise, Tranksteuer, Malzgeldes, in specie der Branntswein-Accise in den Städten, idem wegen des Knechtgeldes und Krug-Thalers von 1793 und 1794“ wurde in zwei Verzeichnungseinheiten aufgeteilt und dem Aktenbestand L 92 N (Lippische Rentkammer - Gewerbeabgaben) des Landesarchivs angegliedert (jetzt: L 92 N Nr. 16-17).
Nutzung:
Die Unterlagen des Bestands D 72 Clostermeier sind nach § 6 und 7 des Gesetzes über die Sicherung und Nutzung öffentlichen Archivguts im Lande Nordrhein-Westfalen vom 16. März 2010 benutzbar.
Es ist nach der Bestellnummer zu zitieren: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, D 72 Clostermeier Nr.
Detmold, den 31. März 2014
gez. Ralf Schumacher
Bestandsgeschichte: (1752-1829), Lippischer Archivrat.
Form und Inhalt: Personengeschichte:
Der Archivar und Geschichtsforscher Christian Gottlieb Clostermeier wurde am 17. Juni 1752 als Sohn des Bürgers, Stadtlieutentants und Weinhändlers Christian Gottlieb Clostermeier und der Johanne Isabelle Clostermeier in Regensburg geboren. Nach einem Studium an der Universität Leipzig, das er im Jahr 1778 als Kandidat der Rechte abschloss, wirkte er zunächst als Geschäftsbeistand und Erzieher der Söhne des Geheimrats und Kanzlers Hoffmann in Detmold. Im Jahr 1781 wurde er im fürstlich lippischen Archiv als Gehilfe des Archivrats Johann Ludwig Knoch (1712-1808) eingestellt, dessen Tochter Christine Luise er später heiratete. Ab 1786 wirkte Clostermeier selbst als Archivar, 1789 wurde auch ihm der Titel eines Archivrats verliehen. Durch gleichzeitige Übernahme des Landespolizeireferats stieg er zudem zum lippischen Landespolizeidirektor auf. Wie seinem Vorgänger Knoch und vielen seiner Nachfolger wurden auch Clostermeier in der Folgezeit weitere nichtarchivische Aufgaben übertragen. So übernahm er 1801 als Mitkommissar die Verwaltung des Detmolder Zucht- und Waisenhauses und arbeitete ab 1813 nebenamtlich im Rechnungsfach der fürstlich lippischen Regierung. 1819 setzte er die von der Fürstin Pauline zur Lippe angestrebte Vereinigung der damaligen "Gräflich Öffentlichen Bibliothek" zu Detmold mit anderen im Fürstentum Lippe entstandenen Büchersammlungen um und leitete die neu entstandene "Fürstlich Öffentliche Bibliothek" (heutige Lippische Landesbibliothek) bis 1823. Zu Clostermeiers bekannteren geschichtlichen Veröffentlichungen zählen "Kleine Beiträge zur geschichtlichen und natürlichen Kenntniß des Fürstenthums Lippe" (1816), "Kritische Beleuchtung der von Seiten der Landstände von Ritterschaft und Städten des Fürstenthums Lippe der hohen Deutschen Bundesversammlung übergebenen Druckschrift unter dem Titel: Geschichtliche und rechtliche Darstellung der in dem Fürstlich Lippe-Detmoldischen Lande rechtmäßig und vertragsmäßig bestehenden, jedoch dem Lande vorenthaltenen, landständischen Verfassung und der pflichtmäßigen, aber vergeblichen Schritte der Landstandschaft, die Wiederherstellung derselben herbeizuführen" (1817), "Wo Hermann den Varus schlug" (1822) und "Der Eggesterstein im Fürstenthum Lippe" (1824). Christian Gottlieb Clostermeier starb am 10. September 1829 in Detmold.
Überlieferung:
Der vorliegende Aktenbestand D 72 Clostermeier umfasst insgesamt 88 Verzeichnungseinheiten mit einer Gesamtlaufzeit von 1783 bis 1831. Einzelne Aktenauszüge und Abschriften beziehen sich auch auf die Zeit zwischen 952 und 1626. Der Bestand setzt sich überwiegend zusammen aus persönlichen Unterlagen, Archiv- und Bibliotheksverzeichnissen, Manuskripten, Abschriften und Aktenauszügen zur lippischen Geschichte sowie privatem Schriftverkehr. Letzterer umfasst auch Korrespondenz zwischen Clostermeier und dem Fürstenpaar Leopold I. zur Lippe und Pauline zur Lippe, geb. Prinzessin von Anhalt-Bernburg, aus der Zeit zwischen 1786 und 1820 (D 72 Clostermeier Nr. 65-68).
Anmerkung: Die vormalige Akte D 72 Clostermeier Nr. 6 (”Archivalischer Bericht des Raths Clostermeier wegen der inländischen Accise, Tranksteuer, Malzgeldes, in specie der Branntswein-Accise in den Städten, idem wegen des Knechtgeldes und Krug-Thalers von 1793 und 1794“ wurde in zwei Verzeichnungseinheiten aufgeteilt und dem Aktenbestand L 92 N (Lippische Rentkammer - Gewerbeabgaben) des Landesarchivs angegliedert (jetzt: L 92 N Nr. 16-17).
Nutzung:
Die Unterlagen des Bestands D 72 Clostermeier sind nach § 6 und 7 des Gesetzes über die Sicherung und Nutzung öffentlichen Archivguts im Lande Nordrhein-Westfalen vom 16. März 2010 benutzbar.
Es ist nach der Bestellnummer zu zitieren: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, D 72 Clostermeier Nr.
Detmold, den 31. März 2014
gez. Ralf Schumacher
23 Kartons = 86 Archivbände 1785-1827. - Findbuch: D 72 Clostermeier.
Bestand
German
Stöwer, Landesbeschreibung, S. XVIII f.
Gedruckte Quellen:
Boeckers: Von der Familie des Archivars Clostermeier, in: Vaterländische Blätter. Jg. 3. Nr. 5. vom 7. März 1924.
Rudolf Falkmann: Clostermeier, Christ. Gottl., in: Allgemeine Deutsche Biographie, hrsg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 344-345.
[Hans Kiewning]: Christian Gottlieb Clostermeier (1755-1829). Lippischer Archivrat, in: Staercke, Max (Hg.): Menschen vom lippischen Boden, Detmold 1936, S. 121-124.
Ungedruckte Quellen: LAV NRW. OWL D 72 Clostermeier (Nachlass Christian Gottlieb Clostermeier) Nr. 77: Bestallung Clostermeiers als Archivar (o. D.) LAV NRW. OWL D 72 Clostermeier (Nachlass Christian Gottlieb Clostermeier) Nr. 78: Pensionsgesuch Clostermeiers und spätere Verhandlungen mit der Justizkanzlei und der lippischen Regierung (1829-1831)
LAV NRW. OWL D 72 Clostermeier (Nachlass Christian Gottlieb Clostermeier) Nr. 79: Todesanzeige Clostermeiers und Nekrologe zu seinem Tod (o. D.)
LAV NRW OWL D 75 (Bildersammlung) Nr. 2321: Bild des lippischen Archivrats Christian Gottlieb Clostermeier (1 Foto nach einem Scherenschnitt) [1780]
LAV NRW OWL L 77 A (Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung) Nr. 3016: Anstellung des Archivrats Knoch, des Archivsekretärs Petri, des Archivschreibers Kuhlenhölter, auch Belohnung für Rat Clostermeier (1748, 1761-1795)
LAV NRW OWL L 92 A (Lippische Rentkammer - Allgemeine Kammersachen) Nr. 75: Bestallung und Gehalt des Archivars (1786-1861, 1890-1922)
Enthält u. a.: Clostermeier (1786-1829)
Gedruckte Quellen:
Boeckers: Von der Familie des Archivars Clostermeier, in: Vaterländische Blätter. Jg. 3. Nr. 5. vom 7. März 1924.
Rudolf Falkmann: Clostermeier, Christ. Gottl., in: Allgemeine Deutsche Biographie, hrsg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 344-345.
[Hans Kiewning]: Christian Gottlieb Clostermeier (1755-1829). Lippischer Archivrat, in: Staercke, Max (Hg.): Menschen vom lippischen Boden, Detmold 1936, S. 121-124.
Ungedruckte Quellen: LAV NRW. OWL D 72 Clostermeier (Nachlass Christian Gottlieb Clostermeier) Nr. 77: Bestallung Clostermeiers als Archivar (o. D.) LAV NRW. OWL D 72 Clostermeier (Nachlass Christian Gottlieb Clostermeier) Nr. 78: Pensionsgesuch Clostermeiers und spätere Verhandlungen mit der Justizkanzlei und der lippischen Regierung (1829-1831)
LAV NRW. OWL D 72 Clostermeier (Nachlass Christian Gottlieb Clostermeier) Nr. 79: Todesanzeige Clostermeiers und Nekrologe zu seinem Tod (o. D.)
LAV NRW OWL D 75 (Bildersammlung) Nr. 2321: Bild des lippischen Archivrats Christian Gottlieb Clostermeier (1 Foto nach einem Scherenschnitt) [1780]
LAV NRW OWL L 77 A (Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung) Nr. 3016: Anstellung des Archivrats Knoch, des Archivsekretärs Petri, des Archivschreibers Kuhlenhölter, auch Belohnung für Rat Clostermeier (1748, 1761-1795)
LAV NRW OWL L 92 A (Lippische Rentkammer - Allgemeine Kammersachen) Nr. 75: Bestallung und Gehalt des Archivars (1786-1861, 1890-1922)
Enthält u. a.: Clostermeier (1786-1829)
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ
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