Kriegsstammrollen 1866 und 1870/71 (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 456 B
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Neuere Bestände (vornehmlich ab ca. 1800) >> Krieg >> XIV. (Badisches) Armeekorps >> Personalverwaltung
Überlieferungsgeschichte
Der Bestand enthält die Kriegsstammrollen folgender Formationen:
Generalkommando des XIV. Armeekorps;
Großherzoglich Badische Felddivision;
Detachement Debschütz;
Großherzoglich Badische 1. Infanterie-Brigade;
Feldintendantur und Kriegskasse der Großherzoglich Badischen Division;
Hohenzollerisches Füsilier-Regiment Nr. 40;
1. Badisches Leibgrenadier-Regiment Nr. 109;
2. Badisches Grenadier-Regiment Nr. 110;
3. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 111;
4. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 112;
5. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 113;
6. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 114;
1. Badisches Leibdragoner-Regiment Nr. 20;
2. Badisches Dragoner-Regiment Nr. 21;
3. Badisches Dragoner-Regiment Nr. 22;
der badischen Artillerieeinheiten;
der badischen Munitionskolonnen,
der Etappeneinheiten des XIV. Armeekorps;
der badischen Train-Formationen;
der badischen Fuhrpark-, Proviant- und Feldbäckerei-Kolonnen;
des Pferde-Depots des XIV. Armeekorps;
des Sanitäts-Detachements und der badischen Feldlazarette.
Benutzungshinweise: Die von den Feld- und Ersatztruppenteilen geführten Kriegsstammrollen dienten der Personalverwaltung. Sie waren ein Gesamtverzeichnis der bei der jeweiligen Einheit dienenden Soldaten. Neben den Personenangaben wurden der militärische Werdegang, die verliehenen Kriegsauszeichnungen, die Verwundungen und Lazarettaufenthalte sowie die Teilnahme an Gefechten dokumentiert. Bei einer Versetzung wurde der Eintrag in der Stammrolle geschlossen und über die Anfertigung eines Überweisungsnationales ein neuer Eintrag in der Stammrolle der aufnehmenden Formation eröffnet. In der Regel sind die Stammrollen durch ein Namensverzeichnis erschlossen. Im vorliegenden Bestand sind die Kriegsstammrollen derjenigen Formationen überliefert, die in den Kriegen 1866 und 1870/71 zum Einsatz kamen. Für den Deutschen Krieg 1866 sind lediglich Unterlagen des Hohenzollerischen Füsilier-Regiments Nr. 40 enthalten, einer zu diesem Zeitpunkt noch preußischen Formation. Das Regiment war am 21. Januar 1818 aus dem Füsilier-Bataillon des damaligen 36. Infanterie-Regiments und einigen Garnisonsbataillonen gebildet worden und kam 1866 auf preußischer Seite in Böhmen gegen Österreich zum Einsatz. Nach Gründung des Deutschen Reiches blieb die Formation zunächst im preußischen Reichsteil stationiert und erhielt am 27. Januar 1889 die Bezeichnung Füsilier-Regiment "Fürst Karl Anton von Hohenzollern" Nr. 40. Am 1. April 1910 erfolgte die Verlegung vom Zuständigkeitsbereich des VIII. Armeekorps und dem Standort in Aachen nach Rastatt in den Bereich des XIV. Armeekorps. Ab diesem Zeitpunkt unterstand das Regiment der 56. Infanterie-Brigade (28. Infanterie-Division). Im vorliegenden Bestand sind neben den Stammrollen der meisten Kompanien Unterlagen des zugeordneten Ersatzbataillons vorhanden, darunter Überweisungsnationale. Umfangreicher sind die im Kontext des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 erwachsenen Unterlagen. Sie bestehen zum einen aus der fragmentarischen Überlieferung des XIV. Armeekorps. Dabei handelt es sich um diejenigen Truppen, welche 1870 nach der Einnahme Straßburgs verfügbar waren und aus denen am 30.09.1870 eine neue Formation aufgestellt wurde. Bereits im März 1871 wurde das XIV. Armeekorps jedoch wieder aufgelöst. Neben der Kriegsstammliste des Stabes sind unter anderem Unterlagen der Feldbäckerei und des Feldlazaretts erhalten. Darüber hinaus enthält der Bestand auch für den Deutsch-Französischen Krieg die Kriegsstammrollen des Hohenzollerischen Füsilier-Regiments Nr. 40 sowie vor allem diejenigen der Badischen Felddivision. Letztere bestand aus denjenigen Truppen, welche das Großherzogtum Baden 1870/71 für den Feldzug gegen Frankreich bereitgestellt hat. Die Einheiten waren der III. Armee zugeordnet und bildeten nach Kriegsende den Kern des neu aufgestellten XIV. Armeekorps. Von der Formation haben sich die Kriegsstammrollen des Stabes sowie von insgesamt sechs Infanterieregimentern, darunter zwei Grenadierregimentern samt den zugeordneten Landwehrbataillonen erhalten. Die Stammrollen dreier Kavallerieregimenter, eines Artillerieregiments mit Ersatzabteilung, von Sanitätseinheiten sowie bedeutenden Traineinheiten runden den Bestand ab.
Bestandsgeschichte: Nach Kriegsende 1871 gingen die in vorliegendem Bestand zusammengefassten Kriegsstammrollen zunächst in die Registratur des XIV. Armeekorps über. Ab Januar 1920 wurde im Zuge der Auflösung der Formation mit der Einrichtung eines Archivs des XIV. Armeekorps begonnen, in dem auch die Archive der einzelnen Abwicklungsstellen zusammengeführt wurden. Im Herbst 1920 zog das Korpsarchiv in die Infanteriekaserne Heilbronn um. Ab Januar 1921 trat das Korpsarchiv unter der Bezeichnung Aktenverwaltung XIV in den Geschäftsbereich des Reichsministeriums des Innern, bevor es am 1. April 1921 als Archivzweigstelle Heilbronn dem Reichsarchiv in Potsdam eingegliedert wurde. Infolge der Vereinigung der Reichsarchivzweigstellen Heilbronn und Stuttgart gelangten die Bestände im Jahr 1924 nach Stuttgart. Die Württembergische Archivdirektion, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Verwaltung der Bestände des Heeresarchivs Stuttgart übernahm, gab die Überlieferung des XIV. Armeekorps in den Jahren 1947 bis 1949 an das Generallandesarchiv Karlsruhe ab. Eine detaillierte Darstellung zur allgemeinen Bestandseschichte des XIV. Armeekorps findet sich im Vorwort des Bestands 456 F 8. Der Bestand umfasst 163 Faszikel mit einem Umfang von 3,8 lfd.m. Er ist unter der Signatur 456 B Nr. ... zu bestellen.
Der Bestand enthält die Kriegsstammrollen folgender Formationen:
Generalkommando des XIV. Armeekorps;
Großherzoglich Badische Felddivision;
Detachement Debschütz;
Großherzoglich Badische 1. Infanterie-Brigade;
Feldintendantur und Kriegskasse der Großherzoglich Badischen Division;
Hohenzollerisches Füsilier-Regiment Nr. 40;
1. Badisches Leibgrenadier-Regiment Nr. 109;
2. Badisches Grenadier-Regiment Nr. 110;
3. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 111;
4. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 112;
5. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 113;
6. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 114;
1. Badisches Leibdragoner-Regiment Nr. 20;
2. Badisches Dragoner-Regiment Nr. 21;
3. Badisches Dragoner-Regiment Nr. 22;
der badischen Artillerieeinheiten;
der badischen Munitionskolonnen,
der Etappeneinheiten des XIV. Armeekorps;
der badischen Train-Formationen;
der badischen Fuhrpark-, Proviant- und Feldbäckerei-Kolonnen;
des Pferde-Depots des XIV. Armeekorps;
des Sanitäts-Detachements und der badischen Feldlazarette.
Benutzungshinweise: Die von den Feld- und Ersatztruppenteilen geführten Kriegsstammrollen dienten der Personalverwaltung. Sie waren ein Gesamtverzeichnis der bei der jeweiligen Einheit dienenden Soldaten. Neben den Personenangaben wurden der militärische Werdegang, die verliehenen Kriegsauszeichnungen, die Verwundungen und Lazarettaufenthalte sowie die Teilnahme an Gefechten dokumentiert. Bei einer Versetzung wurde der Eintrag in der Stammrolle geschlossen und über die Anfertigung eines Überweisungsnationales ein neuer Eintrag in der Stammrolle der aufnehmenden Formation eröffnet. In der Regel sind die Stammrollen durch ein Namensverzeichnis erschlossen. Im vorliegenden Bestand sind die Kriegsstammrollen derjenigen Formationen überliefert, die in den Kriegen 1866 und 1870/71 zum Einsatz kamen. Für den Deutschen Krieg 1866 sind lediglich Unterlagen des Hohenzollerischen Füsilier-Regiments Nr. 40 enthalten, einer zu diesem Zeitpunkt noch preußischen Formation. Das Regiment war am 21. Januar 1818 aus dem Füsilier-Bataillon des damaligen 36. Infanterie-Regiments und einigen Garnisonsbataillonen gebildet worden und kam 1866 auf preußischer Seite in Böhmen gegen Österreich zum Einsatz. Nach Gründung des Deutschen Reiches blieb die Formation zunächst im preußischen Reichsteil stationiert und erhielt am 27. Januar 1889 die Bezeichnung Füsilier-Regiment "Fürst Karl Anton von Hohenzollern" Nr. 40. Am 1. April 1910 erfolgte die Verlegung vom Zuständigkeitsbereich des VIII. Armeekorps und dem Standort in Aachen nach Rastatt in den Bereich des XIV. Armeekorps. Ab diesem Zeitpunkt unterstand das Regiment der 56. Infanterie-Brigade (28. Infanterie-Division). Im vorliegenden Bestand sind neben den Stammrollen der meisten Kompanien Unterlagen des zugeordneten Ersatzbataillons vorhanden, darunter Überweisungsnationale. Umfangreicher sind die im Kontext des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 erwachsenen Unterlagen. Sie bestehen zum einen aus der fragmentarischen Überlieferung des XIV. Armeekorps. Dabei handelt es sich um diejenigen Truppen, welche 1870 nach der Einnahme Straßburgs verfügbar waren und aus denen am 30.09.1870 eine neue Formation aufgestellt wurde. Bereits im März 1871 wurde das XIV. Armeekorps jedoch wieder aufgelöst. Neben der Kriegsstammliste des Stabes sind unter anderem Unterlagen der Feldbäckerei und des Feldlazaretts erhalten. Darüber hinaus enthält der Bestand auch für den Deutsch-Französischen Krieg die Kriegsstammrollen des Hohenzollerischen Füsilier-Regiments Nr. 40 sowie vor allem diejenigen der Badischen Felddivision. Letztere bestand aus denjenigen Truppen, welche das Großherzogtum Baden 1870/71 für den Feldzug gegen Frankreich bereitgestellt hat. Die Einheiten waren der III. Armee zugeordnet und bildeten nach Kriegsende den Kern des neu aufgestellten XIV. Armeekorps. Von der Formation haben sich die Kriegsstammrollen des Stabes sowie von insgesamt sechs Infanterieregimentern, darunter zwei Grenadierregimentern samt den zugeordneten Landwehrbataillonen erhalten. Die Stammrollen dreier Kavallerieregimenter, eines Artillerieregiments mit Ersatzabteilung, von Sanitätseinheiten sowie bedeutenden Traineinheiten runden den Bestand ab.
Bestandsgeschichte: Nach Kriegsende 1871 gingen die in vorliegendem Bestand zusammengefassten Kriegsstammrollen zunächst in die Registratur des XIV. Armeekorps über. Ab Januar 1920 wurde im Zuge der Auflösung der Formation mit der Einrichtung eines Archivs des XIV. Armeekorps begonnen, in dem auch die Archive der einzelnen Abwicklungsstellen zusammengeführt wurden. Im Herbst 1920 zog das Korpsarchiv in die Infanteriekaserne Heilbronn um. Ab Januar 1921 trat das Korpsarchiv unter der Bezeichnung Aktenverwaltung XIV in den Geschäftsbereich des Reichsministeriums des Innern, bevor es am 1. April 1921 als Archivzweigstelle Heilbronn dem Reichsarchiv in Potsdam eingegliedert wurde. Infolge der Vereinigung der Reichsarchivzweigstellen Heilbronn und Stuttgart gelangten die Bestände im Jahr 1924 nach Stuttgart. Die Württembergische Archivdirektion, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Verwaltung der Bestände des Heeresarchivs Stuttgart übernahm, gab die Überlieferung des XIV. Armeekorps in den Jahren 1947 bis 1949 an das Generallandesarchiv Karlsruhe ab. Eine detaillierte Darstellung zur allgemeinen Bestandseschichte des XIV. Armeekorps findet sich im Vorwort des Bestands 456 F 8. Der Bestand umfasst 163 Faszikel mit einem Umfang von 3,8 lfd.m. Er ist unter der Signatur 456 B Nr. ... zu bestellen.
163 Faszikel
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ