Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt Wangen (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Wü 171 T 1
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik) >> Südwürttembergische Bestände >> Landwirtschaft und Forsten >> Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt Wangen
1910-1953
Überlieferungsgeschichte
Zur Geschichte der Anstalt
Seit Anfang bis Mitte des 19. Jahrhundert im Allgau die Herstellung von Emmentaler als auch Weichkäse bekannt wurde, nahmen sowohl die Milcherzeugung als auch die Zahl der Käsereien, meist Haus- oder Kleinbetriebe, laufend zu. Als mit dem Bau der Eisenbahn die Versendung von Käse zu weiter entfernten Verbrauchergebieten möglich war, traten zum Teil erhebliche Qualitätsprobleme zutage. Deswgen gab es bereits 1895 Einrichtungen zur Förderung der Milchverarbeitung in den vielen Kleinbetrieben im württembergischen Allgäu, es blieb aber bei einzelnen Beratungen und Kurzlehrgängen in Käsereien.
Der 1906 gegründete Milche Milchwirtschaftliche Verein des württembergischen Allgäus richtete deshalb 1908 in Leutkirch zunächst eine milchwirtschaftliche Prüfstelle für Fettgehalt und Käsereitauglichkeit ein. Ihre nur begrenzt mögliche Tätigkeit konnte jedoch den umfangreichen Anforderungen nicht entsprechen, so daß der Milchwirtschaftliche Verein beschloß, eine Schule für Käserei auf genossenschaftlicher Basis zu errichten.
Die Stadt Wangen stellte damals den Bauplatz an der Lindauer Straße kostenlos zur Verfügung und bereits am 24. Juni 1911 konnte die "Käsereilehr- und Versuchsanstalt des württembergischen Allgäus" feierlich eingeweiht werden.
Die "Molkereischule", wie die Anstalt heute im Volksmund noch vielfach genannt wird, blickt somit auf eine über 82-jährige Tätigkeit zurück.
Nach dem ersten Weltkrieg übernahm das Land Württemberg zum 1. April 1924 die Anstalt. Der praktische Molkereibetrieb wurde unter die Oberleitung eines Betriebsvereines gestellt, dessen stellvertretender Leiter - und damit beginnt die Verbindung zur heutigen Zusatzbezeichnung der Anstalt - der Gutsbesitzer und Vorsitzender der VKD, Oskar Farny, war.
Am 17. Juni 1931 konnte ein großer Erweiterungsbau mit Kesselhaus, Werkstatt und Molkereibetrieb eröffnet werden. Die im Jahr 1939 begonnene Planung des Schülerinternats konnte 2 Jahre später mit dem Einzug in den Neubau abgeschlossen werden.
Mit Beginn des zweiten Weltkrieges traten dann einschneidende Beschränkungen bei der Untersuchungstätigkeit ein. Der praktische Molkereibetrieb arbeitete in erster Linie für die Versorgung der Wangener Bevölkerung mit Milch und Milcherzeugnissen.
Im Herhst 1946 konnte der Untersuchungs- und Lehrbetrieb wieder beginnen. Ein Jahr später erfolgte die restlose Übernahme der Anstalt durch das Land Württemberg [-Hohenzollern].
1957 wurde der Neubau des Molkereibetriebes fertiggestellt.
Anlässlich seines 80. Geburtstages bekam "in Würdigung der außerordentlichen Verdienste, die sich Minister a.D. Dr. h.c. Oskar Farny um die Milchwirtschaft des Landes und insbesondere um den Aufbau und die Entwicklung" erworben hatte, die Anstalt seinen Namen verliehen. Seit dem 24. Juni 1971 heißt sie nun Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt - Dr. Oskar-Farny-Institut - Wangen im Allgäu.
Im Zuge der Neuordnung der Anstalten wurde am 30. September 1972 der praktische Molkereibetrieb stillgelegt und eine moderne Lehr- und Versuchsmolkerei installiert.
Anschließend wurden die Labors in das Molkereigebäude verlegt und der Internaisbau modernisiert.
In den über 82 Jahren wechselvoler Geschichte wurde die Anstalt von den nachfolgend genannten Leitern geführt:
Direktor Dr. Kurt Teichert 1911 - 1932
Direktor Dr. Walter Riedel 1932 - 1945
Direktor Dr. Richard Schober 1946 - 1967
Direktor Siegfried Krehl 1967 - 1970
Direktor Max Krattenmacher 1971 - 1992
Direktor Dr. Richard Gerlach seit 1992
Aufgabenstellung
Die Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt - Dr.-Oskar-Farny-Institut - Wangen im Allgäu ist eine nicht rechtsfähige öffentliche Anstalt. Sie untersteht der Dienst- und Fachaufsicht des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg in Stuttgart.
Zweck der Anstalt ist die Erhaltung und Verbesserung des Leistungsstandards der Milchwirtschaft durch Untersuchungs-, Forschungs-, Aus-, Fort- und Weiterbildungstätigkeit.
(aus: Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt - Dr.-Oskar-Farny-Institut - Wangen im Allgäu. Kurzportrait 1993)
Inhalt und Bewertung
Enthält:
Bau und Einrichtung, Verwaltung, Personal, Direktion, Betriebsverein, Milch- und Fettwirtschaftsverband Allgäu, Milchkauf, Bilanzen.
Zur Geschichte der Anstalt
Seit Anfang bis Mitte des 19. Jahrhundert im Allgau die Herstellung von Emmentaler als auch Weichkäse bekannt wurde, nahmen sowohl die Milcherzeugung als auch die Zahl der Käsereien, meist Haus- oder Kleinbetriebe, laufend zu. Als mit dem Bau der Eisenbahn die Versendung von Käse zu weiter entfernten Verbrauchergebieten möglich war, traten zum Teil erhebliche Qualitätsprobleme zutage. Deswgen gab es bereits 1895 Einrichtungen zur Förderung der Milchverarbeitung in den vielen Kleinbetrieben im württembergischen Allgäu, es blieb aber bei einzelnen Beratungen und Kurzlehrgängen in Käsereien.
Der 1906 gegründete Milche Milchwirtschaftliche Verein des württembergischen Allgäus richtete deshalb 1908 in Leutkirch zunächst eine milchwirtschaftliche Prüfstelle für Fettgehalt und Käsereitauglichkeit ein. Ihre nur begrenzt mögliche Tätigkeit konnte jedoch den umfangreichen Anforderungen nicht entsprechen, so daß der Milchwirtschaftliche Verein beschloß, eine Schule für Käserei auf genossenschaftlicher Basis zu errichten.
Die Stadt Wangen stellte damals den Bauplatz an der Lindauer Straße kostenlos zur Verfügung und bereits am 24. Juni 1911 konnte die "Käsereilehr- und Versuchsanstalt des württembergischen Allgäus" feierlich eingeweiht werden.
Die "Molkereischule", wie die Anstalt heute im Volksmund noch vielfach genannt wird, blickt somit auf eine über 82-jährige Tätigkeit zurück.
Nach dem ersten Weltkrieg übernahm das Land Württemberg zum 1. April 1924 die Anstalt. Der praktische Molkereibetrieb wurde unter die Oberleitung eines Betriebsvereines gestellt, dessen stellvertretender Leiter - und damit beginnt die Verbindung zur heutigen Zusatzbezeichnung der Anstalt - der Gutsbesitzer und Vorsitzender der VKD, Oskar Farny, war.
Am 17. Juni 1931 konnte ein großer Erweiterungsbau mit Kesselhaus, Werkstatt und Molkereibetrieb eröffnet werden. Die im Jahr 1939 begonnene Planung des Schülerinternats konnte 2 Jahre später mit dem Einzug in den Neubau abgeschlossen werden.
Mit Beginn des zweiten Weltkrieges traten dann einschneidende Beschränkungen bei der Untersuchungstätigkeit ein. Der praktische Molkereibetrieb arbeitete in erster Linie für die Versorgung der Wangener Bevölkerung mit Milch und Milcherzeugnissen.
Im Herhst 1946 konnte der Untersuchungs- und Lehrbetrieb wieder beginnen. Ein Jahr später erfolgte die restlose Übernahme der Anstalt durch das Land Württemberg [-Hohenzollern].
1957 wurde der Neubau des Molkereibetriebes fertiggestellt.
Anlässlich seines 80. Geburtstages bekam "in Würdigung der außerordentlichen Verdienste, die sich Minister a.D. Dr. h.c. Oskar Farny um die Milchwirtschaft des Landes und insbesondere um den Aufbau und die Entwicklung" erworben hatte, die Anstalt seinen Namen verliehen. Seit dem 24. Juni 1971 heißt sie nun Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt - Dr. Oskar-Farny-Institut - Wangen im Allgäu.
Im Zuge der Neuordnung der Anstalten wurde am 30. September 1972 der praktische Molkereibetrieb stillgelegt und eine moderne Lehr- und Versuchsmolkerei installiert.
Anschließend wurden die Labors in das Molkereigebäude verlegt und der Internaisbau modernisiert.
In den über 82 Jahren wechselvoler Geschichte wurde die Anstalt von den nachfolgend genannten Leitern geführt:
Direktor Dr. Kurt Teichert 1911 - 1932
Direktor Dr. Walter Riedel 1932 - 1945
Direktor Dr. Richard Schober 1946 - 1967
Direktor Siegfried Krehl 1967 - 1970
Direktor Max Krattenmacher 1971 - 1992
Direktor Dr. Richard Gerlach seit 1992
Aufgabenstellung
Die Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt - Dr.-Oskar-Farny-Institut - Wangen im Allgäu ist eine nicht rechtsfähige öffentliche Anstalt. Sie untersteht der Dienst- und Fachaufsicht des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg in Stuttgart.
Zweck der Anstalt ist die Erhaltung und Verbesserung des Leistungsstandards der Milchwirtschaft durch Untersuchungs-, Forschungs-, Aus-, Fort- und Weiterbildungstätigkeit.
(aus: Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt - Dr.-Oskar-Farny-Institut - Wangen im Allgäu. Kurzportrait 1993)
Inhalt und Bewertung
Enthält:
Bau und Einrichtung, Verwaltung, Personal, Direktion, Betriebsverein, Milch- und Fettwirtschaftsverband Allgäu, Milchkauf, Bilanzen.
17 Akten (0,7 lfd.m)
Bestand
Wangen im Allgäu RV; Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
03.04.2025, 08:37 MESZ
Hierarchie
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