Fortführung des Erbschaftsstreits um die beweglichen Erbgüter und die Schulden des Rembold Faust auf dem Vellrather Hof (Kr. Grevenbroich). Anton Schlösser forderte eine Nachzahlung von 200 Rtlr. auf die bewegliche Erbschaft und erhielt durch das Urteil der 1. Instanz vom 4. Dez. 1749 Recht. Die Appellanten erheben Einspruch gegen den Erbvergleich von 1707 wegen „laesio enormis“, da damals die volle Schuldenlast des Vellrather Hofs in Höhe von 3226 Rtlr., 40 Albus, 4 Heller nicht bekannt gewesen sei. Sie hätten davon über 3000 Rtlr. in bar zurückgezahlt, ohne daß sich ihre Miterben an der Rückzahlung der gemeinschaftlichen Schulden beteiligt hätten. Dies müsse auf deren Erbschaftsnachforderungen angerechnet werden.
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Fortführung des Erbschaftsstreits um die beweglichen Erbgüter und die Schulden des Rembold Faust auf dem Vellrather Hof (Kr. Grevenbroich). Anton Schlösser forderte eine Nachzahlung von 200 Rtlr. auf die bewegliche Erbschaft und erhielt durch das Urteil der 1. Instanz vom 4. Dez. 1749 Recht. Die Appellanten erheben Einspruch gegen den Erbvergleich von 1707 wegen „laesio enormis“, da damals die volle Schuldenlast des Vellrather Hofs in Höhe von 3226 Rtlr., 40 Albus, 4 Heller nicht bekannt gewesen sei. Sie hätten davon über 3000 Rtlr. in bar zurückgezahlt, ohne daß sich ihre Miterben an der Rückzahlung der gemeinschaftlichen Schulden beteiligt hätten. Dies müsse auf deren Erbschaftsnachforderungen angerechnet werden.
AA 0627, 3425 - L 452/1688
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 3. Buchstabe L
1751 - 1764 (1707 - 1764)
Enthaeltvermerke: Kläger: Erben der Elisabeth Lichtschlag: Willem Faust, Margarethe Faust, Andreas Kaulen, Franz Wilhelm Knapperz zu Hemmerden (Kr. Grevenbroich) namens seiner Gattin, Anna Katharina Wiesen und Gertrud Wiesen, zu Elsen (Kr. Grevenbroich), (Bekl.) Beklagter: Erben des Anton Schlösser zu Elsen (Kr. Grevenbroich) mit Namen Hermann Schlösser zu Kleinenbroich, Heinrich Schlösser auf der Haad, Jakob Schlösser zu Bermen (Belmen ?, Gem. Garzweiler, Kr. Grevenbroich), Franz Schlösser zu Kleinenbroich, Katharina Schlösser, Gattin des Johann Kreck auf dem Nickshof, (auch Gattin des (Gerhard ?) Compes (Kompen) in der Compesmühle), Sophia Schlösser zu Kleinenbroich und Margarethe Schlösser auf dem Bongartzhof (Gem. Holzheim, Kr. Grevenbroich) sowie die Tochter des verstorbenen Johann Schlösser (Schlosser), seit 1764 Gottfried Schlösser namens seines verstorbenen Vaters Jakob Schlösser, Gerhard Compes namens seines verstorbenen Schwiegervaters Johann Schlösser, Joseph Schlösser namens seines verstorbenen Vaters Heinrich Schlösser, Arnold Brewer namens seiner verstorbenen Mutter Margarethe Schlösser, Franziskus Arnoldus Schlösser, Sacellan in Kleinenbroich, Vikar zu Büttgen, Johann Fromen namens seiner verstorbenen Gattin Sophia Schlösser, Franz Kreck namens seiner verstorbenen Mutter Katharina Schlösser, Franz Schlösser namens seines verstorbenen Vaters Johann Hermann Schlösser, (Kl.: Anton Schlösser) Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren (1751) - Lic. Johann Werner 1751 - Subst.: Lic. Jakob Duill Prokuratoren (Bekl.): Lic. Damian Ferdinand Haas 1764 - Subst.: Dr. Johann Jakob Wickh Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Reichsgraf von Salm, Reifferscheid und Dyck 1709 - 1749 - 2. RKG 1751 - 1764 (1707 - 1764) Beweismittel: Botenlohnschein (33). Teilungsvergleich über bewegliche Erbgüter von 1707 zwischen den Vor- und Nachkindern des Rembold Faust mit Inventar des Hofs zu Vellrath: Heinrich Strerath, Weinwirt zu Dyck, und sein Schwager Thönnes Schlösser zu Kleinenbroich, Johann Cremer, Halbwinner auf dem Hombroicher Hof, Anna Strerath, Friederich Faust und Dries Faust (60-64). Auflistung der elterlichen Erbgüter des Heinrich Strerath, der Anna Strerath und des Thönnes Schlösser (65f.). Beschreibung: 4,5 cm, 197 Bl., lose, 19 Aktenstücke prod. 10. Jan. 1752 mit original verschlossenen Rationes decidendi. Vgl. RKG 3424 (L 451/1687).
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.05.2026, 09:39 MESZ