C 80 Ortsarchiv Pfrondorf. Älterer Teil (Bestand)
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C 80
Stadtarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> C: Ortsarchive
1663-1975
Form und Inhalt: Der Archivbestand
Die ältesten Stücke des Pfrondorfer Gemeindearchivs sind: ein Testament von 1663 (A 139), eine Bürgermeister-Rechnung von 1709/10 (R 1), ein Steuerbuch von 1716 (B 82) und ein Weidlagerbuch von 1719 (B 38a). Die Güterbücher sind ab 1724 lückenlos vorhanden, die Gemeinderechnungen ab 1746 (wenn auch nicht ohne Lücken), die Inventuren und Teilungen ab 1762, die Befehls- und Unterpfandbücher ab 1773 und die Gebäudekataster ab 1779. Auch ein Teil der Akten stammt aus dem 18. Jahrhundert, insbesondere die über Gültsachen (A 247-258). Die übrigen Archivalien entstammen dem 19. und 20. Jahrhundert.
Das Archiv ist in 4 Gruppen von Archivalien eingeteilt: R = Rechnungen, B = Bände, A = Akten, K = Karten. Zwei Fünftel des Bestands sind Rechnungen, so dass es gerechtfertigt erscheint, wenn sie als gesonderte Archivaliengruppe aufgeführt werden. Das Archiv ist ein Einheitsarchiv und enthält an Fremdarchivalien lediglich die Akten des früheren Krankenpflegevereins Pfrondorf (A 572-586). Das Notariat und das örtliche Pfarramt besitzen keine Gemeindearchivalien. Der Bestand wurde nach den Richtlinien der Württembergischen Archivdirektion von 1951 geordnet.
Zur Geschichte des Archivs
Die Gemeinde, die bis 1807 zum Klosteramt Bebenhausen gehörte, hatte in früherer Zeit zwar einen eigenen Ortsvorsteher (1544 wird Schultheiß Hans Hug erwähnt), aber kein eigenes Dorfgericht. Der Ort war bis ins 18. Jahrhundert hinein nach Lustnau "gerichtbar". Ein erster Schritt zur Verselbständigung Pfrondorfs erfolgte im Jahr 1709. Dem Ort wurde jetzt zugestanden, sein Rechnungswesen selbst in die Hand zu nehmen, wie aus einer Vorbemerkung zu der als "erste Bürgermeisterrechnung" bezeichneten Jahresabrechnung von 1709/10 hervorgeht. Spätestens von 1733 ab nahm der Pfrondorfer Schultheiß an den Amtsversammlungen des Bebenhäuser Amtsbezirks teil. Ein 1736 von der Versammlung gefasster Beschluss, dem Ort die Teilnahme zu verwehren, da er "in den Lustnauer Gerichtsstab gehöre", scheint sogleich wieder aufgehoben worden zu sein. Spätestens im Jahr 1758 verfügte Pfrondorf dann über ein eigenes Dorfgericht, denn in einem Verzeichnis der Bände der Gemeinde von 1800 (in R 36) wird ein Gerichtsprotokoll von 1758 aufgeführt, das jedoch nicht mehr vorhanden ist. Damit war Pfrondorf in die Reihe der selbständigen Gemeinden eingereiht.
Pfrondorf ist als Gemeinde demnach verhältnismäßig jung und kann daher kaum Archivalien besitzen, die aus der Zeit vor 1709 stammen. Archivalien über Pfrondorf aus früherer Zeit müssten sich, soweit sie erhalten geblieben sind, im Lustnauer Ortsarchiv befinden, das 1954 zum Stadtarchiv Tübingen kam. Ein Sonderfall liegt bei den Kaufbüchern vor. Sie befinden sich ab 1810 im Gemeindearchiv Pfrondorf, in der vorausgehenden Zeit wurde das Kaufbuch für Lustnau und Pfrondorf gemeinsam geführt. Es findet sich für die Zeit von 1719 bis 1810 im Stadtarchiv, Bestand Lustnau.
Die erste Aufnahme des Pfrondorfer Archivs durch einen Archivpfleger fand vor 1914 statt. Das Ergebnis kann dem Heft 11 der Württembergischen Archivinventare entnommen werden (Tübingen). Aufgeführt sind dort 2 Bandreihen, 6 Einzelbände und 1 Aktenfaszikel. Von den genannten Stücken fehlt nur eines, nämlich das Untergangsprotokoll von 1757. Gegenüber dem oben erwähnten Verzeichnis von 1800 fehlen jedoch außer dem bereits erwähnten Gerichtsprotokoll von 1758: Kaufbuch von 1768, Unterpfandbuch von 1725 und Inventuren und Teilungen von 1725.
Doch müssen diese Bände schon vor längerer Zeit abhanden gekommen sein. Anlässlich eines Hausumbaus erachtete es Bürgermeister Roth als angebracht, den vorhandenen Archivbestand sichten und ordnen zu lassen. Die Ordnung besorgte Archivar Böhringer 1970. Er schied dabei etwa lfd. m Rechnungsakten und ungebrauchte Formulare aus. Die recht ansehnliche Altregistratur wurde vollständig in das Archiv übernommen.
Die Archivalien des Ortsarchivs waren ursprünglich im Rathaus Pfrondorf untergebracht, ab 1994 dort im Erdgeschoss. Im Jahr 2001 wurde aufgrund der unzureichenden Unterbringung ein starker Schimmelbefall festgestellt. Die Luftfeuchtigkeit wurde seitdem durch den dauernden Einsatz eines Luftentfeuchters gesenkt. In den Jahren 2012 und 2013 wurden Haushaltsmittel für die Restaurierung der Archivalien bereitgestellt. Der Bestand wurde von der Werkstatt für Buch- und Papierrestaurierung Matthias Raum, Römerstein, ausgehoben, sterilisiert, getrocknet, einer Trockenreinigung unterzogen und in neue Archivkartons umgepackt.
Die ältesten Stücke des Pfrondorfer Gemeindearchivs sind: ein Testament von 1663 (A 139), eine Bürgermeister-Rechnung von 1709/10 (R 1), ein Steuerbuch von 1716 (B 82) und ein Weidlagerbuch von 1719 (B 38a). Die Güterbücher sind ab 1724 lückenlos vorhanden, die Gemeinderechnungen ab 1746 (wenn auch nicht ohne Lücken), die Inventuren und Teilungen ab 1762, die Befehls- und Unterpfandbücher ab 1773 und die Gebäudekataster ab 1779. Auch ein Teil der Akten stammt aus dem 18. Jahrhundert, insbesondere die über Gültsachen (A 247-258). Die übrigen Archivalien entstammen dem 19. und 20. Jahrhundert.
Das Archiv ist in 4 Gruppen von Archivalien eingeteilt: R = Rechnungen, B = Bände, A = Akten, K = Karten. Zwei Fünftel des Bestands sind Rechnungen, so dass es gerechtfertigt erscheint, wenn sie als gesonderte Archivaliengruppe aufgeführt werden. Das Archiv ist ein Einheitsarchiv und enthält an Fremdarchivalien lediglich die Akten des früheren Krankenpflegevereins Pfrondorf (A 572-586). Das Notariat und das örtliche Pfarramt besitzen keine Gemeindearchivalien. Der Bestand wurde nach den Richtlinien der Württembergischen Archivdirektion von 1951 geordnet.
Zur Geschichte des Archivs
Die Gemeinde, die bis 1807 zum Klosteramt Bebenhausen gehörte, hatte in früherer Zeit zwar einen eigenen Ortsvorsteher (1544 wird Schultheiß Hans Hug erwähnt), aber kein eigenes Dorfgericht. Der Ort war bis ins 18. Jahrhundert hinein nach Lustnau "gerichtbar". Ein erster Schritt zur Verselbständigung Pfrondorfs erfolgte im Jahr 1709. Dem Ort wurde jetzt zugestanden, sein Rechnungswesen selbst in die Hand zu nehmen, wie aus einer Vorbemerkung zu der als "erste Bürgermeisterrechnung" bezeichneten Jahresabrechnung von 1709/10 hervorgeht. Spätestens von 1733 ab nahm der Pfrondorfer Schultheiß an den Amtsversammlungen des Bebenhäuser Amtsbezirks teil. Ein 1736 von der Versammlung gefasster Beschluss, dem Ort die Teilnahme zu verwehren, da er "in den Lustnauer Gerichtsstab gehöre", scheint sogleich wieder aufgehoben worden zu sein. Spätestens im Jahr 1758 verfügte Pfrondorf dann über ein eigenes Dorfgericht, denn in einem Verzeichnis der Bände der Gemeinde von 1800 (in R 36) wird ein Gerichtsprotokoll von 1758 aufgeführt, das jedoch nicht mehr vorhanden ist. Damit war Pfrondorf in die Reihe der selbständigen Gemeinden eingereiht.
Pfrondorf ist als Gemeinde demnach verhältnismäßig jung und kann daher kaum Archivalien besitzen, die aus der Zeit vor 1709 stammen. Archivalien über Pfrondorf aus früherer Zeit müssten sich, soweit sie erhalten geblieben sind, im Lustnauer Ortsarchiv befinden, das 1954 zum Stadtarchiv Tübingen kam. Ein Sonderfall liegt bei den Kaufbüchern vor. Sie befinden sich ab 1810 im Gemeindearchiv Pfrondorf, in der vorausgehenden Zeit wurde das Kaufbuch für Lustnau und Pfrondorf gemeinsam geführt. Es findet sich für die Zeit von 1719 bis 1810 im Stadtarchiv, Bestand Lustnau.
Die erste Aufnahme des Pfrondorfer Archivs durch einen Archivpfleger fand vor 1914 statt. Das Ergebnis kann dem Heft 11 der Württembergischen Archivinventare entnommen werden (Tübingen). Aufgeführt sind dort 2 Bandreihen, 6 Einzelbände und 1 Aktenfaszikel. Von den genannten Stücken fehlt nur eines, nämlich das Untergangsprotokoll von 1757. Gegenüber dem oben erwähnten Verzeichnis von 1800 fehlen jedoch außer dem bereits erwähnten Gerichtsprotokoll von 1758: Kaufbuch von 1768, Unterpfandbuch von 1725 und Inventuren und Teilungen von 1725.
Doch müssen diese Bände schon vor längerer Zeit abhanden gekommen sein. Anlässlich eines Hausumbaus erachtete es Bürgermeister Roth als angebracht, den vorhandenen Archivbestand sichten und ordnen zu lassen. Die Ordnung besorgte Archivar Böhringer 1970. Er schied dabei etwa lfd. m Rechnungsakten und ungebrauchte Formulare aus. Die recht ansehnliche Altregistratur wurde vollständig in das Archiv übernommen.
Die Archivalien des Ortsarchivs waren ursprünglich im Rathaus Pfrondorf untergebracht, ab 1994 dort im Erdgeschoss. Im Jahr 2001 wurde aufgrund der unzureichenden Unterbringung ein starker Schimmelbefall festgestellt. Die Luftfeuchtigkeit wurde seitdem durch den dauernden Einsatz eines Luftentfeuchters gesenkt. In den Jahren 2012 und 2013 wurden Haushaltsmittel für die Restaurierung der Archivalien bereitgestellt. Der Bestand wurde von der Werkstatt für Buch- und Papierrestaurierung Matthias Raum, Römerstein, ausgehoben, sterilisiert, getrocknet, einer Trockenreinigung unterzogen und in neue Archivkartons umgepackt.
Ortsverwaltung Pfrondorf
61,5 lfd. m
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.04.2025, 8:21 AM CEST