Gut Rittershausen (Bestand)
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NLA ST, Rep. 301/7
Nds. Landesarchiv, Abt. Stade (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Nichtstaatliche Bestände >> 2.1 Familien-, Adels-, Guts-, Hofarchive
1825-1950
Bestandsgeschichte: Die insgesamt 133 Einheiten des vorliegenden Bestandes "Gut
Rittershausen" wurden dem Staatsarchiv in den Jahren 1996
und 1997 von Herrn Vollrad von der Decken in Balje, der das
Gut lange Zeit für den auswärts wohnenden Eigentümer verwal-
tet hat, schenkungsweise überlassen.
Das Gut Rittershausen, genauer gesagt Rittershausen I, geht
auf den Besitz der Familie von Reimershausen zurück, die zu
den ältesten Familien in Kehdingen überhaupt gehörte. Im 16.
Jahrhundert ging das Gut im Heiratswege auf Thomas von Bor-
stell über, von dem bzw. dessen Erben es schon im frühen 17.
Jahrhundert an den 1620 verstorbenen Hermann von der Decken
aus der IV. Linie dieser Großfamilie weiterverkauft wurde.
Von diesem gelangte es zunächst an seine beiden Neffen Claus
von der Decken, Gauensiek, und Johann von der Decken, Stel-
lenfleth I und II. Später war Claus der alleinige Eigentümer
von Rittershausen und vererbte das Gut nach seinem etwa 1661
erfolgten Tod an seinen Sohn Heinrich, der Domherr in Lübeck
war und 1691 gestorben ist. Von diesem ging es, immer in ge-
rader Erbfolgelinie, auf den Hofgerichtsassessor Claus von
der Decken (gest. 1721), danach auf den Drosten, Gräfen und
Landrat Claus Benedikt von der Decken (gest. 1775), weiter
an den 1826 gestorbenen hannoverschen Minister Claus von der
Decken und schließlich an dessen 1857 unverheiratet verstor-
benen Sohn Oberstleutnant August Diedrich Theodor von der
Decken über. Danach fiel Gut Rittershausen an dessen gleich-
falls unverheirateten jüngeren Bruder, Regierungsrat Fried-
rich Christian Georg Burchard von der Decken, der jedoch be-
reits 1861 gestorben ist. Von diesem erbte es dann sein 1865
während einer Forschungsreise durch Afrika umgekommener Nef-
fe, der Premierleutnant Carl Claus von der Decken.
Anschließend übernahm der Landschaftsrat Burchard Friedrich
von der
Bestandsgeschichte: Decken auf Ritterhof und Wechtern (III) das Gut Rit-
tershausen, nach dessen Tod 1885 es an seinen im Jahre 1871
geborenen, also zunächst noch minderjährigen Sohn Georg von
der Decken fiel. Dieser, seit 1897 mit Caroline Anna Elisa-
beth Trützschler zum Falkenstein, seit 1907 in zweiter Ehe
mit Eva Clarus verheiratet, wurde Berufsoffizier und lebte
daher seit seiner Ausbildungszeit fernab seiner kehdingschen
Heimat an seinen diversen Dienststandorten, seit den zwanzi-
ger Jahren als Major a.D. in Berlin.
Vor allem aus seiner Zeit stammen die bei der örtlichen Ver-
waltung von Gut Rittershausen erwachsenen Unterlagen, im we-
sentliche Pachtverträge, Pachthebungsregister und sonstige
mit der Verpachtung der verschiedensten Gutsbestandteile zu-
sammenhängende Papiere. Zur Ausstattung des Gutes gehörte
neben insgesamt weit über 1000 Morgen Landes, gelegen in den
Bauerschaften bzw. Kirchspielen Rittershausen, Bentwisch,
Nalje und Oberndorf, die Fährgerechtigkeit über die Oste in
Geversdorf, die allerdings schon im Jahre 1870 mitsamt dem
am rechten Flußufer gelegenen Fährhaus dem preußischen Staat
verkauft worden war, so daß sich hierüber nur noch ein ein-
ziges Aktenstück in dem vorliegenden Bestand findet.
Die Ordnung und Verzeichnung des Bestandes erledigte unter
dauernder Anleitung durch den Unterzeichneten die Archivan-
gestellte Christel L ü h m a n n.
Stade, im Sommer 1997 Dr. Bernd Kappelhoff
Literatur:
A. v. Düring, Ehemalige und jetzige Adelssitze im Lande Keh-
dingen, in: Stader Archiv (Jahrbuch), N.F. 28, 1938, S. 167-
259, hier S. 231 ff.
Demnächst ist aus dem Nachlaß des 1995 verstorbenen Thassilo
von der Decken eine über das Werk von Dürings erheblich hin-
ausführende Gütergeschichte der Gesamtfamilie von der Decken
zu erwarten, die auch zu Rittershausen zahlreiche neue
Bestandsgeschichte: Nach-
richten enthalten
Bestandsgeschichte: wird.
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Rittershausen" wurden dem Staatsarchiv in den Jahren 1996
und 1997 von Herrn Vollrad von der Decken in Balje, der das
Gut lange Zeit für den auswärts wohnenden Eigentümer verwal-
tet hat, schenkungsweise überlassen.
Das Gut Rittershausen, genauer gesagt Rittershausen I, geht
auf den Besitz der Familie von Reimershausen zurück, die zu
den ältesten Familien in Kehdingen überhaupt gehörte. Im 16.
Jahrhundert ging das Gut im Heiratswege auf Thomas von Bor-
stell über, von dem bzw. dessen Erben es schon im frühen 17.
Jahrhundert an den 1620 verstorbenen Hermann von der Decken
aus der IV. Linie dieser Großfamilie weiterverkauft wurde.
Von diesem gelangte es zunächst an seine beiden Neffen Claus
von der Decken, Gauensiek, und Johann von der Decken, Stel-
lenfleth I und II. Später war Claus der alleinige Eigentümer
von Rittershausen und vererbte das Gut nach seinem etwa 1661
erfolgten Tod an seinen Sohn Heinrich, der Domherr in Lübeck
war und 1691 gestorben ist. Von diesem ging es, immer in ge-
rader Erbfolgelinie, auf den Hofgerichtsassessor Claus von
der Decken (gest. 1721), danach auf den Drosten, Gräfen und
Landrat Claus Benedikt von der Decken (gest. 1775), weiter
an den 1826 gestorbenen hannoverschen Minister Claus von der
Decken und schließlich an dessen 1857 unverheiratet verstor-
benen Sohn Oberstleutnant August Diedrich Theodor von der
Decken über. Danach fiel Gut Rittershausen an dessen gleich-
falls unverheirateten jüngeren Bruder, Regierungsrat Fried-
rich Christian Georg Burchard von der Decken, der jedoch be-
reits 1861 gestorben ist. Von diesem erbte es dann sein 1865
während einer Forschungsreise durch Afrika umgekommener Nef-
fe, der Premierleutnant Carl Claus von der Decken.
Anschließend übernahm der Landschaftsrat Burchard Friedrich
von der
Bestandsgeschichte: Decken auf Ritterhof und Wechtern (III) das Gut Rit-
tershausen, nach dessen Tod 1885 es an seinen im Jahre 1871
geborenen, also zunächst noch minderjährigen Sohn Georg von
der Decken fiel. Dieser, seit 1897 mit Caroline Anna Elisa-
beth Trützschler zum Falkenstein, seit 1907 in zweiter Ehe
mit Eva Clarus verheiratet, wurde Berufsoffizier und lebte
daher seit seiner Ausbildungszeit fernab seiner kehdingschen
Heimat an seinen diversen Dienststandorten, seit den zwanzi-
ger Jahren als Major a.D. in Berlin.
Vor allem aus seiner Zeit stammen die bei der örtlichen Ver-
waltung von Gut Rittershausen erwachsenen Unterlagen, im we-
sentliche Pachtverträge, Pachthebungsregister und sonstige
mit der Verpachtung der verschiedensten Gutsbestandteile zu-
sammenhängende Papiere. Zur Ausstattung des Gutes gehörte
neben insgesamt weit über 1000 Morgen Landes, gelegen in den
Bauerschaften bzw. Kirchspielen Rittershausen, Bentwisch,
Nalje und Oberndorf, die Fährgerechtigkeit über die Oste in
Geversdorf, die allerdings schon im Jahre 1870 mitsamt dem
am rechten Flußufer gelegenen Fährhaus dem preußischen Staat
verkauft worden war, so daß sich hierüber nur noch ein ein-
ziges Aktenstück in dem vorliegenden Bestand findet.
Die Ordnung und Verzeichnung des Bestandes erledigte unter
dauernder Anleitung durch den Unterzeichneten die Archivan-
gestellte Christel L ü h m a n n.
Stade, im Sommer 1997 Dr. Bernd Kappelhoff
Literatur:
A. v. Düring, Ehemalige und jetzige Adelssitze im Lande Keh-
dingen, in: Stader Archiv (Jahrbuch), N.F. 28, 1938, S. 167-
259, hier S. 231 ff.
Demnächst ist aus dem Nachlaß des 1995 verstorbenen Thassilo
von der Decken eine über das Werk von Dürings erheblich hin-
ausführende Gütergeschichte der Gesamtfamilie von der Decken
zu erwarten, die auch zu Rittershausen zahlreiche neue
Bestandsgeschichte: Nach-
richten enthalten
Bestandsgeschichte: wird.
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
16.06.2025, 12:45 PM CEST