Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
E Rep. 300-62 Nachlass Karl F. Mautner (Bestand)
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> E Nachlässe und personengeschichtliche Sammlungen >> E 1 Nachlässe und Personenfonds
1945 - 1993
Vorwort: E Rep. 300-62 - Nachlass Karl F. Mautner
1. Biographie
Karl F. Mautner wurde am 1. Februar 1915 in Wien als Sohn von Stephan und Else Mautner geboren. Seine Geschwister waren Andreas, Franziska und Elisabeth Mautner. Er emigrierte 1940 in die USA und trat 1941 freiwillig in die 82nd Airborne Division der US Army ein. 1944 war er an der Landung in der Normandie beteiligt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs blieb Mautner als Verbindungsoffizier im Verbindungsbüro des Hohen Kommissars für Deutschland der Vereinigten Staaten (USHCG / HICOG) in Berlin. 1950 wechselte die Zuständigkeit von der US Army zum Auswärtigen Amt [Department of State].
Der Eintritt der Bundesrepublik Deutschland in die NATO hatte die Auflösung der USHCG zur Folge. Mautner blieb bis 1958 im Dienst des Departments of State in Berlin, wechselte jedoch 1958 in den diplomatischen Dienst und ging als Botschafter nach Karthum (Sudan).
Von 1968 bis 1975 war Mautner Referent für internationale Angelegenheiten der Nationalen Flug- und Raumfahrtbehörde [National Aeronautics and Space Administration]. Seit seiner Pensionierung 1975 engagierte sich Mautner in der Chevy Chase Citizens' Association and the Citizens' Advisory Council to the D.C.
Er war mit Martha C. Mautner verheiratet, die als Analystin im State Department (Deputy Director of the Soviet and East European Office of the Bureau of Intelligence and Research in the State Department) arbeitete. Das Paar hatte drei Kinder, Kathie P. Mautner, Marguerite Ballard and Karl P. Mautner.
Karl F. Mautner starb am 1. April 2002 in Washington D.C., er ist auf dem Nationalfriedhof in Arlington begraben.
2. Bestandsgeschichte
Der Nachlass Karl F. Mautner, wurde dem Landesarchiv Berlin von der Witwe Martha Mautner im Dezember 2002 als Geschenk übergeben. Der Nachlass erhielt die Repositur E Rep. 300-62 (Zugangsnummer 5786). Er umfasste zwei laufende Meter, übersandt in großformatigen Briefumschlägen.
Der Nachlass enthält hauptsächlich Abschriften und Durchschläge (Kopien) von Berichten des Verbindungsbüros des HICOG, Berlin, aus der Zeit von 1945 bis 1958. Die Berichte dokumentieren die Entwicklung Berlins nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Thematiken dieser Berichte umfassen v.a.:
- Entwicklung von Politik (Parteien, Magistrat, Senat, Abgeordnetenhaus, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens (z.B. Otto Suhr, Ernst Reuter, Willy Brandt, Berliner Bezirksbürgermeister)),
- Wirtschaft (Wiederaufbau, Wiedergutmachung und Entschädigung, Flüchtlinge, Berlinblockade, wirtschaftliche Entwicklung, Verkehr (Flug- und Eisenbahnverkehr, Autobahn), Versorgung),
- Ost-West-Konflikt (Sicherheit, Enklaven, Entführungen),
- Status Berlin (West) in der Bundesrepublik Deutschland (Wahlrecht zum Bundestag, Stimmrecht in Bundestag und Bundesrat, Globalgesetz) sowie
- Soziales und Bildung (insbesondere zur Freien Universität Berlin).
Des Weiteren beinhaltet der Nachlass eine Vielzahl grauer Literatur zur Entwicklung Berlins in der Nachkriegszeit und im Ost-West-Konflikt (u.a. zum Bau der Berliner Mauer). Eine umfangreiche Zeitungsausschnittssammlung ergänzt die im Nachlass überlieferten Quellen. Aufgrund ungenügender Quellenangaben sind einzelne Artikel jedoch nicht zitierbar. Darüber hinaus sind wissenschaftliche Abhandlungen, die sich mit dem Ost-West-Konflikt und Berlin beschäftigen, enthalten. Einige wenige Fotografien, aufgenommen von Mautner, zeigen Persönlichkeiten des politischen Lebens in Berlin.
Die im Nachlass enthaltenen Korrespondenzen verdeutlichen, dass Karl F. Mautner über rein berufliche Kontakte mit Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung hinaus, private Freundschaften pflegte und diese auch nach seinem Verlassen Berlins weiterhin bestanden. Aus einigen der Korrespondenzen gehen persönlichen Sichtweisen auf Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem Kalten Krieg, der Entspannungspolitik Willy Brandts und der Wiedervereinigung stehen, hervor.
Die Erschließung des Nachlasses erfolgte im Rahmen des Projektes Kalliope II der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, an dem das LAB als Projektpartner beteiligt ist.
Der Erschließung liegen die Regelwerke RNA, ISAD(G), 2. Ausgabe sowie die Erschließungsrichtlinien des Landesarchivs Berlin (begrenzt auf die Schreibregeln für die Erfassung in der Datenbank AUGIAS-Archiv 7.3) zugrunde. Ziel war es, am Beispiel des Nachlasses die Anwendbarkeit der RNA im täglichen Betrieb des LAB zu überprüfen. Die ISAD(G) als ein internationaler archivischer Verzeichnungsstandard wurde zur Überprüfung der Kompatibilität bei der Anwendung der RNA und der Diskussionen zur Überarbeitung der RNA zum Zeitpunkt des Projektes herangezogen.
Während der ersten Sichtung des Nachlasses konnte festgestellt werden, dass für die Hälfte der überlieferten Unterlagen aus der beruflichen Tätigkeit Mautners (ca. 0,6 lfm) eine ursprüngliche Systematik der Akten noch nachvollzogen werden konnte. Die englischsprachigen Titel der Akten wurden als Alttitel übernommen. Als Titel wurden neue, deutschsprachige gebildet, die nur selten mit einer wörtlichen Übersetzung konkordant sind. Anhand der Nummern der alten Systematik, die ebenfalls mit in die Datenbank als Registratursignaturen aufgenommen worden sind, kann die ursprüngliche Struktur der Registratur begrenzt nachvollzogen werden.
Innerhalb der Akten finden sich in der Regel Verweise auf andere Akten mit ursprünglicher Registratursignatur und altem Titel, in denen sich das entsprechende Dokument befindet. Dieses so entstandene Verweissystem ist auf sachthematische Überschneidungen zurückzuführen. Bei einer Vielzahl von Berichten ist der Berichtskopf abgeschnitten, sodass häufig Absender, Empfänger und zum Teil Datum nicht erkennbar sind. Nicht selten ist auch ein Datum handschriftlich auf die Berichte hinzugefügt worden. Das handschriftlich hinzugefügte Datum markiert in der Regel das Datum einer abgelaufenen Sperrfrist. Eine Vielzahl der Dokumente sind mit einer Sperrfristenregelung von zwölf Jahren à vier Stufen ab Entstehungsdatum klassifiziert. Diese Sperrfristen sind alle abgelaufen oder aufgehoben.
Die Masse an Einzeldokumenten ließ es nicht zu, Neuordnungen oder Einzelblatterschließungen vorzunehmen. Eine Neuordnung der Unterlagen wäre bei denen ohne eine ersichtliche alte Struktur sinnvoll gewesen. Dieses geschah nur grob. Die neu gebildeten Titel sowie Enthält-Vermerke geben den Inhalt einzelner Sachakten weitestgehend wieder.
Im Index werden auch Personen nachgewiesen, die nicht im Titel oder Enthält-Vermerk aufgenommen wurden, jedoch in den Unterlagen genannt werden.
Ein zentraler Punkt im Rahmen des Kalliope II-Projektes war es, mit so genannten Personen- und Körperschaftsnormdateien zu arbeiten. Als Ergebnis ist das Folgende zu konstatieren: Bis auf diejenigen Politiker Berlins, die über Berlin hinaus auch von bundesrepublikanischer Bedeutung waren, sind in der Personennormendatei (PND) keine weiteren, im Nachlass vorkommende Personen zu finden.
Ein weiteres Problem konnte zum Zeitpunkt der Erschließung nicht gelöst werden: Das Verzeichnungsprogramm AUGIAS-Archiv 7.3 war noch nicht zur Verwaltung von Normdaten in der Lage. Um dennoch Personen- und Körperschaftsnormdaten aufnehmen zu können, sind zwei Bestände (z_personen, z_koerperschaften) erstellt worden, die der RNA entsprechende Datenfelder enthalten. Da jedoch jede Person und jede Körperschaft einzeln zu recherchieren gewesen ist, sind die Körperschaften weitestgehend vernachlässigt geblieben. Personenangaben beschränken sich deshalb auch in der Regel auf die Pflichtfelder Wirkungsdaten und Geschlecht. Trotz der höheren Arbeitsintensität beim Aufbau eines zentralen Datenpools für Personen- und Körperschaftsnormdaten ist zu konstatieren, dass, würde einer bestehen und gepflegt, ein schneller Zugriff auf Personendaten möglich wäre und Personen schneller identifiziert und in den richtigen Kontext gesetzt werden könnten. Zusätzliche Personeninformationen, die sich aus der Erschließungsarbeit zu einer Person ergeben, könnten schnell zum jeweiligen Personendatensatz ergänzend hinzugefügt werden. Personennormdaten sind in einem gedruckten Findbuch nicht sinnvoll abbildbar. Ein Ausdruck muss sich daher auf die vier Indextypen Personen, Körperschaften, Orte und Stich- / Schlagwörter beschränken.
Einige Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen nach § 9 Archivgesetz Berlin (ArchGB) vom 14. März 2016 für die Benutzung befristet gesperrt. Nach § 9 Abs. 4 ArchGB kann eine Verkürzung der Schutzfristen auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Nachlass enthält 100 Archivalieneinheiten und wird wie folgt zitiert: LAB, E Rep. 300-62 Nr. xxx.
3. Korrespondierende Bestände
- National Archives & Records Administration (NARA): Records of the U.S. High Commissioner for Germany (USHCG), Record Group 466, 1945 - 1955.
- NARA: Records of the Berlin Element, Record Group 466.4, 1948 - 1955
- LAB E Rep. 200-17: Nachlass Otto Suhr
- LAB E Rep. 200-21-01: Ernst-Reuter-Archiv,
- LAB E Rep. 200-21: Nachlass Ernst Reuter
- LAB E Rep. 200-23: Nachlass Gustav Klingelhöfer
- LAB E Rep. 200-32: Nachlass Eleonore und Joachim Lipschitz
- LAB E Rep. 200-88: Nachlass Brigitte und Willy Kressmann
- LAB B Rep. 036: Office of Military Government Berlin Sector (OMGBS)
- LAB B Rep. 037: Amerikanische Behörden in Berlin
Berlin, November 2003 / Juli 2019 Gerhard Müller / Dr. Susanne Knoblich
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.