Anhörungsverfahren gegen den Rektor Jeremias Adam, der sich beim Weihnachtssingen 1727 im Hause des Schulmeisters Ilg und in Bergerhausen danebenbenommen hat und auch sonst leichtfertige Reden gegen die Biberacher Geistlichkeit und insbesondere gegen den Bürgermeister und Vorsitzenden des Scholarchats Daniel Hiller führt
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F 8, Nr. 2180
F 8, Nr. 202
F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach
F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach >> II. Akten >> 1. Reichsstädtische Zeit >> 1.6. Schulwesen >> 1.6.4. Lateinschule >> 1.6.4.2. Lehrer
{Jan.-Okt.} 1728
Enthält:
- Umlaufbeschluss des Scholarchats, Jan. (1)
- Umfangreiche Beschreibung des Vorfalls durch den Präzeptor Johann Georg Doll, der mit dem Kollaborator Lerch Adam nach Bergerhausen begleitet hat und als Augenzeuge seinen Bericht abgibt, Jan. (2); nach ihm hat Adam "sich so wohl mit ärgerlichen und anzüglichen Discoursen als auch mit einem Brandtwein-Rausch bey dem Weyhnachtsgesang gröblich prostituiert, und dardurch greuliche Ärgernus angerichtet, auch seine geist- und weltliche Vorgesetzte in übele Verglimpfung bey den Anwesenden gebracht;"
- "Unpartheyische und wahrhaffte Relation contra Herrn Rectoren" des Kollaboratoren Johann Jakob Lerch, Jan. (3); Lerch bestätigt im großen und ganzen Dolls Bericht
- Bericht Hillers an den Senior Dörtenbach, Jan. (4); mit Anwortschreiben Dörtenbachs (5)
- "Unpartheyische, unpassionirte und veritable Aussage, ein und andere Reden, so von dem Herrn Rector geflossen", vermutlich des Vikars Christoph Jakob Gutermanns, Feb. (6)
- Zusammenstellung der Aussagen Adams gegen die weltlichen und geistlichen Herren, z.B. gegen den Spitalprediger Johann Georg Zeller und den Vikar Christoph Jakob Gutermann, o.D. [vermutlich Feb. 1728] (7)
- Hiller, unterrichtet das Scholarchat erneut über die diffamierenden Reden Adams, auch gegen seine Person, und bittet um eine Entschließung in der Sache, Sept. (8)
- Entschuldigungsschreiben Adams an Hiller, Nov. (9); Adam erklärt, dass ihm "wider dieselbe ["Euer Magnificienz" Hiller] harte Expressiones und schwere Reden [...], auch wider andere geist- und weltliche Herren [...] theils nicht mehr erinnerlich, theils unerweislich" seien; weiter erklärt er: "Wie ich nun herzlich bereue, daß ich solche Reden von mir vernehmen lassen, welche aber meistentheils, wie leicht zu erachten, aus grosser Ungedult; theils weil mir von denen samtlich, so bey mir waren, selbst die Zunge, ut vulgo dicitur, gelupft worden; theils aus menschlicher Schwachheit hergekommen."
- Umlaufbeschluss des Scholarchats, Jan. (1)
- Umfangreiche Beschreibung des Vorfalls durch den Präzeptor Johann Georg Doll, der mit dem Kollaborator Lerch Adam nach Bergerhausen begleitet hat und als Augenzeuge seinen Bericht abgibt, Jan. (2); nach ihm hat Adam "sich so wohl mit ärgerlichen und anzüglichen Discoursen als auch mit einem Brandtwein-Rausch bey dem Weyhnachtsgesang gröblich prostituiert, und dardurch greuliche Ärgernus angerichtet, auch seine geist- und weltliche Vorgesetzte in übele Verglimpfung bey den Anwesenden gebracht;"
- "Unpartheyische und wahrhaffte Relation contra Herrn Rectoren" des Kollaboratoren Johann Jakob Lerch, Jan. (3); Lerch bestätigt im großen und ganzen Dolls Bericht
- Bericht Hillers an den Senior Dörtenbach, Jan. (4); mit Anwortschreiben Dörtenbachs (5)
- "Unpartheyische, unpassionirte und veritable Aussage, ein und andere Reden, so von dem Herrn Rector geflossen", vermutlich des Vikars Christoph Jakob Gutermanns, Feb. (6)
- Zusammenstellung der Aussagen Adams gegen die weltlichen und geistlichen Herren, z.B. gegen den Spitalprediger Johann Georg Zeller und den Vikar Christoph Jakob Gutermann, o.D. [vermutlich Feb. 1728] (7)
- Hiller, unterrichtet das Scholarchat erneut über die diffamierenden Reden Adams, auch gegen seine Person, und bittet um eine Entschließung in der Sache, Sept. (8)
- Entschuldigungsschreiben Adams an Hiller, Nov. (9); Adam erklärt, dass ihm "wider dieselbe ["Euer Magnificienz" Hiller] harte Expressiones und schwere Reden [...], auch wider andere geist- und weltliche Herren [...] theils nicht mehr erinnerlich, theils unerweislich" seien; weiter erklärt er: "Wie ich nun herzlich bereue, daß ich solche Reden von mir vernehmen lassen, welche aber meistentheils, wie leicht zu erachten, aus grosser Ungedult; theils weil mir von denen samtlich, so bey mir waren, selbst die Zunge, ut vulgo dicitur, gelupft worden; theils aus menschlicher Schwachheit hergekommen."
9 Schr. (18 Bl.)
Sachakte
Adam, Jeremias, ev. Prediger und Rektor
Ilg, Johann Jakob, ev. Schulmeister
Dörtenbach, Jakob, ev. Prediger
Doll, Johann Georg, ev. Präzeptor
Lerch, Johann Jakob, ev. Kantor
Hiller, Daniel, ev. Bürgermeister
Gutermann, Christoph Jakob, ev. Prediger
Zeller, Johann Georg, ev. Prediger
Bergerhausen
Rektor
Anhörungsverfahren
Weihnachtsgesang
Scholarchat
Präzeptor
Kollaborator
Senior
Vikar
Spitalprediger
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.08.2025, 11:19 AM CEST
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Hierarchy detail view
- Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik)
- F - Dekanatsarchive (Archival tectonics)
- F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach (Archival holding)
- II. Akten (Classification)
- 1. Reichsstädtische Zeit (Classification)
- 1.6. Schulwesen (Classification)
- 1.6.4. Lateinschule (Classification)
- 1.6.4.2. Lehrer (Classification)