Oberkirchenrat Johannes Himmelbach (Bestand)
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7NL 052
Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland (Archivtektonik) >> 7NL Nachlässe >> 7NL 052 Oberkirchenrat Johannes Himmelbach
Bestandsbeschreibung: Oberkirchenrat Johannes Himmelbach Johannes Himmelbach (1908-1970) wurde 1934 Pfarrer in Neviges. Nach der Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft 1947 zum Superintendenten des Kirchenkreises Niederberg gewählt, wählte ihn die rheinische Landessynode im folgenden Jahr zum nebenamtlichen Mitglied der Kirchenleitung. 1961 wurde er zum Oberkirchenrat ernannt, seit 1964 war er auch Vorsitzender der Schulabteilung des Landeskirchenamtes. Im Moderamen des Reformierten Bundes vertrat er die rheinische Kirchenleitung. 1969 erhielt er von Pfarrer Christmann (Ellern/Hunsr.) das Archiv der Evangelisch-Theologischen Verbindung "Rheinmark" zu Bonn, die 1921 aus der Fusion des 1849 gegründeten Evangelisch-Theologischen Vereins Bonn und des 1883 gegründeten Theologischen Studentenvereins Bonn hervorgegangen war. Inhalt: Abiturzeugnis und theologische Prüfungarbeiten; Korrespondenz, u.a. mit Klugkist-Hesse (1947) und Professor Smend (1958); Kontroverse um die Teilnahme an Martinsumzügen 1952; Unterkommission innersynodaler Lastenausgleich des Finanzausschusses 1953-1955; Israelreise 1963; Reformierter Bund. "Rheinmark"-Archiv (1892-1994): Fotos, Rundbriefe, Druckschriften; Abriß der Geschichte der Verbindung, 50-Jahr-Feier des Ev.-Theol. Vereins 1899, Mitgliederverzeichnis 1932, Verbot und Auflösung 1939, Altherrenverband, Wartburgfest 1967. Ergänzende Archivbestände: Pers. LKA 387. Einleitung des Findbuchs Johannes (Hans) Himmelbach (1) wurde am 30. August 1908 in Neukirchen (Kreis Moers) als Sohn des Kaufmanns (Schuhmachers) Peter Himmelbach und dessen Frau Regine geb. Küppers geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Adolfinum in Moers 1927 studierte er in Bonn, Tübingen und Münster evangelische Theologie. Nach der 1. Theologischen Prüfung in Koblenz im März 1931 leistete er sein Vikariat in Gummersbach, im Predigerseminar Elberfeld und im Kirchenkreis Koblenz ab. Das 2. Examen bestand der reformiert geprägte Himmelbach im März 1933 in Koblenz. Während des Hilfsdienstes im Kirchenkreis Koblenz und in Werden wurde er in seiner Heimatgemeinde Neukirchen am 07.07.1933 durch Superintendent Denkhaus ordiniert. 1934 wurde Himmelbach in die zweite Pfarrstelle der Ev.-reformierten Kirchengemeinde Neviges gewählt. Im Kirchenkampf stand er auf der Seite der Bekennenden Kirche. Nach dem Militärdienst (ca. 1942-1945) nahm er seinen Dienst in der Gemeinde Neviges wieder auf und wurde 1947 zum Superintendenten des Kirchenkreises Niederberg gewählt. Seit 1949 war er nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland, außerdem gehörte er dem Finanzausschuss an. 1961 wählte ihn die Landessynode als Oberkirchenrat zum hauptamtlichen Mitglied der Kirchenleitung. Gemeindepfarramt und Superintendentenamt legte er nun nieder. 1964 übernahm Himmelbach den Vorsitz der Schulabteilung im Landeskirchenamt. Er war Mitglied des Moderamens des Reformierten Bundes und war Vorsitzender dessen Finanzausschusses. Er starb nach schwerer Krankheit am 09.12.1970 in Velbert (2). Der hier vorliegende Nachlass ist nach dem Tod seiner Witwe Marta Himmelbach geb. Samanns (verstorben am 10.10.1997) ins Archiv gelangt. Der Bestand umfasst 50 Archiveinheiten aus den Jahren 1892 bis 1994 und wurde im März 2007 geordnet und verzeichnet. 22 Archiveinheiten bilden den eigentlichen Nachlass von Hans Himmelbach. Neben persönlichen Papieren sind wenige Unterlagen aus seinem Pfarr- und Superintendentenamt vorhanden, seine Mitarbeit auf der Ebene der Landeskirche ist ebenso dokumentiert (Finanzausschuss, Kirchenordnung) wie das Engagement im Finanzauschuss des Reformierten Bundes. Die Dokumente seiner Israel-Reise 1963 und über die Synodalvisitationen sind die einzigen aus der Zeit als Oberkirchenrat. Predigten befinden sich - außer bei den Examensunterlagen - nicht im Nachlass (3). Den größeren Teil des Bestandes umfasst das Archiv der Evangelisch Theologischen Verbindung "Rheinmark" zu Bonn, das die Gruppe 5 "Provenienzfremde Dokumentation" der Gliederung bildet. Die "Rheinmark" war 1921 durch Fusion des 1849 gegründeten Evangelisch-Theologischen Vereins zu Bonn mit dem Theologischen Studenten-Verein zu Bonn (1883) entstanden. Der Alt-Herren-Verband wurde 1921 neu gegründet, Vorsitzender wurde Pfr. Max Steindorff. Hans Himmelbach ist im Mitgliederverzeichnis der Alten Herren ab 1932 unter Nr. 35 II aufgeführt. Der Verband wurde 1938 liquidiert. 1949 traf man sich zur Feier des 100jährigen Jubiläums, zur Neubelebung des Alt-Herren-Verbandes kam es aber erst 1965: Vorsitzender wurde Archivrat Walter Schmidt, Stellvertreter Pfr. Hans Ködding, Schatzmeister Pfr. Rudolf Christmann (Amtszeit 1932- +1972), Schriftwart Stadtdirektor Wilhelm Jochums aus Heiligenhaus. Die Alten Herren zählten 1965 über 60 Mitglieder, Ende 1977 nur noch 21. 1994 enden die Rundschreiben, zuletzt verfasst von Hans Ködding, das Konto wurde aufgelöst. Da die Kontobelege kassiert wurden, sollen hier die Beitragszahlungen der letzten Mitglieder dokumentiert werden: Hans-Peter Kohler (Haßmersheim), Wilhelm Lotz (Köln) und Walter Schmidt (Düsseldorf) 1991, Brunsiek, Theodor Heinemann (Bad Honnef), Werner Kuby (Velbert), Günther Minx (Moers), Rompf (Koblenz), Emil Winheller (Andernach) 1991-93 und Hans Ködding (Bad Lippspringe) 1991-1994. Der Nachlassteil umfasst Dokumente der beiden Vorgängervereine, auch historische Fotos, Schriftverkehr aus den 30er bis 50er Jahren und umfangreiche Korrespondenz des Schriftwartes Wilhelm Jochums 1965 bis 1977 und von Hans Ködding 1983 bis 1994. Das vorliegende Archiv der "Rheinmark" wurde aus verschiedenen Quellen zusammengetragen, ein Teil der Unterlagen gelangte 1969 von Pfr. Christmann an Pfr. Ernst Burbach (4) und über dessen Tochter 1973 an Pfr. Gustav Adolf Nagel. Schließlich scheint das Archiv an Himmelbachs Witwe Marta gelangt zu sein, die sich noch lange an den Treffen beteiligt hatte und möglicherweise die letzte Überlebende dieses Kreises war. Ködding hat jedenfalls die Kontobelege am 12.06.1994 an Marta Himmelbach übersandt. Kassiert wurden neben den erwähnten Kontobelegen Ausgabebelege der Alten Herren der "Rheinmark", aus dem Nachlassteil Himmelbachs vervielfältigte Protokolle des Krankenhausausschusses 1961, einige Einzelausgaben der "Reformierten Kirchenzeitung" und etwa 10 Ausgaben der "Briefe zur Lage" (vollständige Sammlung im Archiv). (1) Die Personalakten Hans Himmelbach befinden sich im Bestand 1 OB 022 (Personalakten Konsistorium/LKA) Nr. 387, 4 Bände, 1930-1997 (2) Ein Nachruf der Kirchenleitung findet sich im Kirchlichen Amtsblatt 1960, S. 265 (3) Zwei gedruckte Predigten sind im OPAC der Archivbibliothek nachgewiesen (4) Siehe Nr. 20, nicht an OKR Himmelbach, wie im Bestandsverzeichnis auf S. 337 vermutet
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ