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Schwarz-Weiß-Fotografie eines Textes, der von Hand geschrieben wurde. Der Text ist 14 Zeilen lang und hochformatig angelegt.
Zu lesen ist:
„Geehrte Herren!
Ich sage kurz ‚Ja!‘
Sie müssen aber, da das Problem
vielen der Herren des Parlaments
ganz fremd oder falsch dargestellt ist,
für erneute Aufklärung sorgen
Sonst zweifle ich sehr, ob Sie etwas
erreichen werden.
Hochachtungsvoll
Dr. Pfeiffer
K. Bibliothekar der k.l.
Hof- und Staatsbibliothek
München, bisher M.d.R. [Mitglied des Reichstags]
z. Zt. Bamberg 1.1.12“
Kontext:
Der Text stammt von Maximilian Pfeiffer (1875–1926), einem Kandidaten der Zentrumspartei, der Mitglied des Reichstags war (1907–1918 und 1920–1924). 1907 wurden ihm „unerlaubte Beziehungen“ zu einem Bankangestellten vorgeworfen, dem er nach einem Diebstahl auch zur Flucht verholfen haben soll (vgl. Hergemöller, Bernd-Ulrich (2001): Mann für Mann. Ein biografisches Lexikon, Suhrkamp, S. 553). 1922 wurde er Gesandter des Deutschen Reiches in Wien.
Richard Linsert geht in seiner Publikation „Kabale und Liebe“ ausführlich auf den „Skandal“ ein und druckte u. a. auch Protokolle aus dem Prozess ab (vgl. Linsert, Richard (1931): Kabale und Liebe. Über Politik und Geschlechtsleben, Man Verlag, S. 493–504).
Bei dem hier dargestellten Schriftstück handelt es sich um die Antwort auf eine vom Wissenschaftlich-humanitären Komitee (WhK) gestellte Frage, wie er zur Abschaffung des § 175 stehe, der homosexuelle Handlungen unter Männer strafbar machte. Das WhK war die erste bekannte Organisation, die sich für die Rechte von homosexuellen Menschen und für die Abschaffung von § 175 einsetzte.
Bildunterschrift in Linsert: Kabale und Liebe: Handschrift Maximilian Pfeiffers. (1875–1926)
(Aus der Sammlung des Wissenschaftlich-humanitären Komitees e. V.)
Linsert, Richard, 1931: Kabale und Liebe. Über Politik u. Geschlechtsleben, Berlin, Seite 493–504
Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Berlin
FSIFS-235_a
Förderprogramm zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin
Fotografische Sammlung des ehemaligen Instituts für Sexualwissenschaft