Abteilung Planung und Finanzen im ZK der SED
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Gliederung
BArch DY 30 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Die Abteilung Planung und Finanzen wurde im Jahre 1951 aus der Abteilung Wirtschaftspolitik gebildet und bestand Dezember 1989. Ihr Verantwortungsgebiet umfasste Grundfragen der Leitung, Planung, ökonomischen Stimulierung und Strategie der Volkswirtschaft, der Vorbereitung und Bilanzierung der Volkswirtschafts-, Staatshaushalts- und Perspektivpläne, der Abrechnung und Kontrolle der Finanzbilanzen des Staates, der Statistik und Analyse, des Berichtswesens, der Finanz-, Währungs-, Valuta- und Preispolitik, der Investitions-, Grundfonds- und Materialökonomie, der Veredelungsprozesse, der Plan- und Investitionskontrolle, der Koordinierung von Arbeit und Löhnen, Grundfragen der Versorgung, der Sozialpolitik und der Außenwirtschaft. Sie war für die Anleitung von Staats- und Finanzbehörden mit besonderen Querschnittsaufgaben zuständig. Dazu gehörten in den 1980er Jahren die Staats- und Außenhandelsbank, die Staatliche Plankommission, die Ministerien für Finanzen und Materialwirtschaft, das Amt für Preise, die Zentralverwaltung für Statistik, die Staatliche Versicherung, das Staatssekretariat für Arbeit und Löhne, die Bank für Land- und Nahrungsgüterwirtschaft, das Staatliche Vertragsgericht, die Staatliche Verwaltung der Staatsreserve sowie die Kombinate Datenverarbeitung, Sekundärrohstoffe und Maschinenbauhandel. Im Zentralkomitee war sie als wichtigste wirtschaftspolitische Abteilung strukturübergreifend für die Ausarbeitung strategischer gesamtvolkswirtschaftlicher Beschlüsse der Parteiführung zuständig. Sie unterstand den Sekretären für Wirtschaft des ZK Gerhart Ziller (1953-1957), Erich Apel (1958-1963), Günter Mittag (1963-1973 und 1976-Okt.1989), Werner Krolikowski (1973-1976) und Wolfgang Rauchfuß (Nov./Dez.1989). Ihre Abteilungsleiter waren Wolfgang Berger (1951-1954), Fritz Müller (1955-1960), Gerhard Schürer (1960-1962), Siegfried Böhm (1963-1966), Karl Hengst (1966-1969), Erich Wappler (1969-1974) und Günter Ehrensperger (1974-1989). In den frühen Jahren existierten befristet die Sektoren für Forschung und Technik (ab 1958 Arbeitsgruppe bzw. ab 1971 Abt. Forschung und technische Entwicklung), der Sektor für gesamtdeutsche Wirtschaft und der Sektor RGW (ab 1974 Arbeitsgruppe RGW). Ab 1980 gliederte sie sich in die Sektoren Arbeitsökonomie, Finanzen und Preise, Grundfonds und Materialökonomik, Planung, volkswirtschaftliche Analyse und Statistik, Militärökonomik (ab 1987), UdSSR und Zusammenarbeit mit sozialistischen Ländern (ab 1985). Ebenso existierte ein Sektor für gesamtdeutsche Wirtschaft und bis Oktober 1974 ein Sektor Internationale ökonomische Beziehungen, aus der die Arbeitsgruppe RGW hervorging, ehe sie wieder, im Mai 1985, der Abteilung Planung und Finanzen (Sektor UdSSR und Sektor Zusammenarbeit mit anderen sozialistischen Ländern) zugeordnet wurde. Daneben gab es (Stand ab 1971) die Sektoren Planung (bis 1989), Finanzen und Preise (bis 1989), Arbeitsökonomie (bis 1989), Industrieökonomik (ca. bis 1979/80) Volkswirtschaftliche Analyse (ca. 1980-1982, 1982-1985 Sektor Volkswirtschaftliche Analyse und Statistik), Grundfonds- und Materialökonomie (1979-1989), Kader (1985-1989) und Militärökonomie (1987-1989). Auch im Bereich des Außenhandels war die Abteilung Planung und Finanzen für strategische Grundfragen zuständig, wie der langfristigen Ex- und Importgestaltung und Aufgaben der ökonomischen Integration und Spezialisierung der RGW - Mitgliedsländer, einschließlich der sich daraus ergebenden zwei- und mehrseitigen Außenhandelsbeziehungen und Fragen der Preisentwicklung. Langfristige Programme zur Entwicklung der wirtschaftlichen und wissenschaftlich - technischen Zusammenarbeit und Direktiven für Regierungsverhandlungen mit den betreffenden Ländern und dem RGW wurden vom Politbüro erlassen und deren Durchführung von der Abteilung Planung und Finanzen kontrolliert. 47 lfm (teilweise Filme), 1952-1989
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 11:51 MESZ