Der Kleriker der Diözese Konstanz Paul Ubelin bekennt: Seine Base, die Ulmer Bürgerin und Witwe des Heinrich Norgger Margarete Maurer hat eine ewige Messe in der Sebastianskapelle in Ulm am Gries [ehemals Hahnengasse 26] auf dem unteren Altar gestiftet. Sie hat dabei bestimmt, dass der Kaplan, dem diese Messe übertragen wird, zu persönlicher Residenz verpflichtet ist und sich ohne Erlaubnis der Patronatsherren der Messe nicht länger als acht Tage aus Ulm entfernen darf. Auch bedarf jeglicher Pfründentausch der Zustimmung der Patronatsherren. Der Kaplan hat wöchentlich vier Messen zu lesen und ist dem Pfarrer in Ulm zu Gehorsam verpflichtet. Zur Ausstattung der Messe hat Margarete Maurer ihren Hof in Donaualtheim ("Thu/o/nalthain") [Lkr. Dillingen], einen jährlichen Zins von 20 rheinischen Gulden, den die Stadt Ulm zu entrichten hat und den sie gegen Zahlung von 500 Gulden wieder ablösen kann, sowie Haus und Hofstatt in Ulm Im Süßen Loch [heute Paradiesgasse], die dem Kaplan als Wohnung dienen sollen, übergeben. Nachdem ihn seine Base auf diese Messe präsentiert hat und ihm diese von dem Konstanzer Bischof Thomas [Berlower] übertragen wurde, verpflichtet er sich, alle mit der Pfründe verbundenen Aufgaben und Pflichten getreulich zu erfüllen. Außerdem gelobt er, einen Jahrtag für seine Base zusammen mit sieben weiteren Priestern im Ulmer Münster feierlich zu begehen und dafür jedes Jahr 2 rheinische Gulden zu verwenden. Bei Säumnis hat er diese 2 Gulden in dem betreffenden Jahr im Heiliggeistspital [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] in den Opferstock für die Armen und Bedürftigen zu legen. Auf seine Bitte hin fertigt der öffentliche Notar Konrad Locher von Ehingen darüber ein Notariatsinstrument aus.