Vor Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Neuss bringen Engelbert von Eil zur Gastendunck und Johann von Coslar folgende Bittschrift vor: Am 01.05.1573 sei in Neuss auf der Oberstraße ein "grewlicher" Brand ausgebrochen, der sich nach dem Markt und zur Brugkstraße ausgedehnt habe, wodurch viele Mitbürger und Auswärtige, Adelige und Bürger, die ihre Archivalien, goldenen und silbernen Kleinodien, Ketten, Geld usw. wegen der "angestanden empforungh und kriegsrustung" in die Stadt geflüchtet und in Sicherheit gebracht hätten, in großen Schaden geraten seien. Sie selbst hätten 1572, als Ernst von Mandelslohe mit seinen Reutern und Knechten an der "aldt Neuwekirch" und in der ganzen Vogtei "gelderschen Bodens" sich gelagert und besonders bei dem Adel "Kisten und Kasten aufgeschlagen, das dienliche daraus entnommen und das andere in Stücke geschlagen und gänzlich verdorben hätte", einige Kisten mit Archivalien und Wertsachen in Neuss bei Nelis Munnincks in Verwahr gegeben. Alle Kisten, aus deren einer er noch am 30.04. einen "Brief" entnommen hätte, seien in dem "Keller" wegen der großen Gewalt des Feuers verbrannt, nur einige goldene Ketten und Stücke von Gold- und Silberbechern und zwei große Siegel (Urkunden) hätten sich nach dem Brande noch vorgefunden. Da ihnen aber mehr an den Archivalien als den Rechtstiteln ihrer Besitzungen und Gerechtsamen denn an Gold und Silber gelegen sei, so bäten sie, den Nelis Munnincks und dessen Frau Gertrud vorzuladen und zu befragen, ob sie nicht von ihnen eine lange platte Kiste und drei kleinere Kistchen in Verwahr gehabt hätten und ob nicht diese alle außer den erwähnten Überresten völlig vernichtet worden seien. Bürgermeister, Schöffen und Rat bekunden, sie wüssten "ohnedem" von den verheerenden Wirkungen des Brandes besonders auch beim Hause Munnincks, laden aber doch die Eheleute vor, die dann alles, was von Eil gesagt hatte, bestätigen, wobei sie bemerken, dass sie, als sie die Nachbarhäuser in Flammen gesehen hätten, die Kisten in den Keller geworfen hätten.