Oberfinanzdirektion Stuttgart: Akten über Vermögenskontrolle, NS-Vermögen und Rückerstattung, mit Vorprovenienzen. Amt Leonberg (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, EL 402/15
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Ober- und Mittelbehörden seit um 1945 >> Geschäftsbereich Finanzministerium
(1925) 1945-1958
Behördengeschichte: Die im Geschäftsbereich des Finanzministeriums vorgenommene Vermögenskontrolle stellt eine direkte Verbindung zwischen den beiden großen Bereichen der Entnazifizierung und Wiedergutmachung her. Sie oblag gemäß Gesetz Nr. 52 der Militärregierung-Deutschland (MRG) zu Anfang direkt der amerikanischen Besatzungsmacht (Property Control Division bzw. Branch) und wurde vom zentralen Land Property Control Bureau in Stuttgart und ab November 1945 von 29 in Nordwürttemberg und Nordbaden auf Kreisebene errichteten Property Control Offices ausgeübt. Schon ab März 1946 wurde mit dem Aufbau einer deutschen Landesdienststelle für die zivile Vermögenskontrolle begonnen, der Land Civilian Agency Head (LCAH). Diese ging dann in der neugegründeten Abteilung VI des Finanzministeriums Württemberg-Baden - Verwaltung der Gesperrten Vermögen (VGV) - auf, die am 1. Juni 1946 die Durchführung der Vermögenskontrolle übernahm. Die 29 Offices wurden zu (Kreis-)Ämtern für Vermögenskontrolle (AFV) umgebildet. Eine Mittelinstanz bestand in Württemberg-Baden nicht. Die Oberaufsicht der amerikanischen Militärregierung blieb bestehen. Mit fortschreitender Erledigung ihrer Aufgaben wurden die in den Kreisen errichteten Ämter nach und nach zusammengelegt bzw. aufgelöst, so daß im Juni 1948 nurmehr 16 existierten, 1951 noch Stuttgart, Heidelberg und Karlsruhe. Als letztes wurde das AFV Heidelberg im Mai 1953 zur Außenstelle der VGV mit der Zuständigkeit für Nordbaden umgebildet und zum 1. April 1954 endgültig aufgehoben. Im Rahmen der Gründung des Landes Baden-Württemberg wurden auf Grund der Verordnungen der vorläufigen Regierung über den Aufbau der Finanzverwaltung vom 17. September 1952 und 27. April 1953 die Oberfinanzdirektionen als Landesdienststellen für die Vermögenskontrolle eingesetzt. Im Regierungsbezirk Nordwürttemberg wurde die Hauptabteilung VI des Finanzministeriums in die Oberfinanzdirektion Stuttgart (OFD) - Landesvermögens- und Bauabteilung, Verwaltung der Gesperrten Vermögen (Referat LBV 17) - eingegliedert. Sie blieb in diesem Geschäftsbereich auch weiterhin für den Regierungsbezirk Nordbaden zuständig.
Bestandsgeschichte: Die Akten der einzelnen Ämter für Vermögenskontrolle wurden bei ihrer Auflösung entweder an das nächst zuständige AFV oder direkt an die VGV in Stuttgart abgeliefert. Ab Ende 1954 erfolgte eine Zusammenfassung der württemberg-badischen und württemberg-hohenzollernschen Akten bei der Oberfinanzdirektion Stuttgart, der badischen bei der OFD Freiburg. Erstere gab das die württemberg-badischen Kreise betreffende Schriftgut in den Jahren 1990-1995 sukzessive an das Staatsarchiv Ludwigsburg ab (Bestand EL 402).
Bearbeiterbericht: Das von der Oberfinanzdirektion Stuttgart übernommene Schriftgut befand sich größtenteils in Schnellheftern und Leitzordnern. Es war nach Kreisen geordnet, die (Vor-) Provenienzen vermischt. Die Masse der Einzelfallakten gehorcht einem Aktenplan; dessen Aktenzeichen setzen sich zusammen aus einem Länderschlüssel (W = (Nord-)Baden), X = (Nord-)Württemberg) und einem Kennbuchstaben für die Art der Vermögenskontrolle, die in zwei Großgruppen unterteilt ist: 1. Vermögen der Vereinten Nationen und Neutraler: A = Alliiertes Vermögen (= Klassifikation 01), F = Erbeutetes oder verschlepptes Vermögen aus Gebieten außerhalb Deutschlands (= Klassifikation 02), G = Vermögen, das unter Druck oder Zwang übertragen wurde (= Klassifikation 03), K = Vermögen neutraler Staaten und ihrer Staatsangehörigen (= Klassifikation 04). 2. Deutsches Vermögen: B = Deutsches Staatsvermögen (= Klassifikation 05), C bzw. CO = Vermögen der NSDAP und ihrer Mitglieder (= Klassifikation 06), D = Sonstiges feindliches Vermögen (= Klassifikation 07), E = Vermögen von Personen, die auf der schwarzen Liste stehen (= Klassifikation 08), H = Vermögen von abwesenden deutschen Eigentümern (= Klassifikation 09), J = Sonstiges Vermögen (= Klassifikation 10). Hinzu tritt eine spezielle Zahlenkombination aus Kennziffer und fortlaufender Fallnummer. Der innere Aufbau der Einzelfallakten gehorcht allgemein einem einheitlichen Muster: - Freigabe, - Allgemeiner Schriftwechsel, - Sonderausgaben, - Finanzberichte, - Außen-Prüfungsberichte, - Miet- und Pachtverträge, - Vermögensaufsicht, - Treuhänderakte, - Ermittlungsunterlagen. Dabei ist festzuhalten, daß alle Fälle der Vermögenskontrolle, also auch die der Rückerstattung, jeweils nach dem "Eigentümer" formiert sind. So wird z.B. unter dem Begriff "owner" bei einem C-Fall das NSDAP-Mitglied und bei einem G-Fall der jüdische Alteigentümer aufgeführt. Gerade bei den G-Fällen ist aber in den Akten oftmals eine Verwechslung von "owner" und "occupant" zu beobachten: Hier kann der Alteigentümer, der jetzige Besitzer oder gar der staatlich bestellte Treuhänder eingetragen sein. Soweit möglich, wurde bei der Verzeichnung jedoch der jüdische Alteigentümer ermittelt und an erster Stelle berücksichtigt. Alle Akten wurden unter der Endprovenienz Oberfinanzdirektion Stuttgart als Gesamtbestand EL 402 beieinander belassen. Kassationen fanden prinzipiell nicht statt. Jeder einzelne Kreis wurde in drei Stufen nach Ort, Vermögenskontrollart (Aktenzeichen/Klassifikation) und Namen gegliedert. Die Einzelfallverzeichnung enthält Name (Firma), Ort, Laufzeit, Umfang und Aktenzeichen, wobei bei G-Fällen zusätzlich zwischen "Eigentümer" und "Besitzer" differenziert wird. Gegenakten wurden unter einer Nummer zusammengefaßt, ihre physische Trennung bleibt jedoch bei der Verpackung erhalten. Der vorliegende Bestand wurde durch Frau Gisela Scharlau verzeichnet. Die Endredaktion erfolgte durch Frau Regina Schneider. Das Repertorium schrieb Frau Hildegard Aufderklamm. Der Bestand EL 402/14 besteht jetzt aus 115 Archivalieneinheiten mit 2,25 lfd. m. Umfang. Für weitergehende Informationen ist stets das Repertorium EL402/0 Oberfinanzdirektion Stuttgart, Generalia hinzuzuziehen. Ludwigsburg, im Februar 1997 Dr. Rainer Brüning
Bestandsgeschichte: Die Akten der einzelnen Ämter für Vermögenskontrolle wurden bei ihrer Auflösung entweder an das nächst zuständige AFV oder direkt an die VGV in Stuttgart abgeliefert. Ab Ende 1954 erfolgte eine Zusammenfassung der württemberg-badischen und württemberg-hohenzollernschen Akten bei der Oberfinanzdirektion Stuttgart, der badischen bei der OFD Freiburg. Erstere gab das die württemberg-badischen Kreise betreffende Schriftgut in den Jahren 1990-1995 sukzessive an das Staatsarchiv Ludwigsburg ab (Bestand EL 402).
Bearbeiterbericht: Das von der Oberfinanzdirektion Stuttgart übernommene Schriftgut befand sich größtenteils in Schnellheftern und Leitzordnern. Es war nach Kreisen geordnet, die (Vor-) Provenienzen vermischt. Die Masse der Einzelfallakten gehorcht einem Aktenplan; dessen Aktenzeichen setzen sich zusammen aus einem Länderschlüssel (W = (Nord-)Baden), X = (Nord-)Württemberg) und einem Kennbuchstaben für die Art der Vermögenskontrolle, die in zwei Großgruppen unterteilt ist: 1. Vermögen der Vereinten Nationen und Neutraler: A = Alliiertes Vermögen (= Klassifikation 01), F = Erbeutetes oder verschlepptes Vermögen aus Gebieten außerhalb Deutschlands (= Klassifikation 02), G = Vermögen, das unter Druck oder Zwang übertragen wurde (= Klassifikation 03), K = Vermögen neutraler Staaten und ihrer Staatsangehörigen (= Klassifikation 04). 2. Deutsches Vermögen: B = Deutsches Staatsvermögen (= Klassifikation 05), C bzw. CO = Vermögen der NSDAP und ihrer Mitglieder (= Klassifikation 06), D = Sonstiges feindliches Vermögen (= Klassifikation 07), E = Vermögen von Personen, die auf der schwarzen Liste stehen (= Klassifikation 08), H = Vermögen von abwesenden deutschen Eigentümern (= Klassifikation 09), J = Sonstiges Vermögen (= Klassifikation 10). Hinzu tritt eine spezielle Zahlenkombination aus Kennziffer und fortlaufender Fallnummer. Der innere Aufbau der Einzelfallakten gehorcht allgemein einem einheitlichen Muster: - Freigabe, - Allgemeiner Schriftwechsel, - Sonderausgaben, - Finanzberichte, - Außen-Prüfungsberichte, - Miet- und Pachtverträge, - Vermögensaufsicht, - Treuhänderakte, - Ermittlungsunterlagen. Dabei ist festzuhalten, daß alle Fälle der Vermögenskontrolle, also auch die der Rückerstattung, jeweils nach dem "Eigentümer" formiert sind. So wird z.B. unter dem Begriff "owner" bei einem C-Fall das NSDAP-Mitglied und bei einem G-Fall der jüdische Alteigentümer aufgeführt. Gerade bei den G-Fällen ist aber in den Akten oftmals eine Verwechslung von "owner" und "occupant" zu beobachten: Hier kann der Alteigentümer, der jetzige Besitzer oder gar der staatlich bestellte Treuhänder eingetragen sein. Soweit möglich, wurde bei der Verzeichnung jedoch der jüdische Alteigentümer ermittelt und an erster Stelle berücksichtigt. Alle Akten wurden unter der Endprovenienz Oberfinanzdirektion Stuttgart als Gesamtbestand EL 402 beieinander belassen. Kassationen fanden prinzipiell nicht statt. Jeder einzelne Kreis wurde in drei Stufen nach Ort, Vermögenskontrollart (Aktenzeichen/Klassifikation) und Namen gegliedert. Die Einzelfallverzeichnung enthält Name (Firma), Ort, Laufzeit, Umfang und Aktenzeichen, wobei bei G-Fällen zusätzlich zwischen "Eigentümer" und "Besitzer" differenziert wird. Gegenakten wurden unter einer Nummer zusammengefaßt, ihre physische Trennung bleibt jedoch bei der Verpackung erhalten. Der vorliegende Bestand wurde durch Frau Gisela Scharlau verzeichnet. Die Endredaktion erfolgte durch Frau Regina Schneider. Das Repertorium schrieb Frau Hildegard Aufderklamm. Der Bestand EL 402/14 besteht jetzt aus 115 Archivalieneinheiten mit 2,25 lfd. m. Umfang. Für weitergehende Informationen ist stets das Repertorium EL402/0 Oberfinanzdirektion Stuttgart, Generalia hinzuzuziehen. Ludwigsburg, im Februar 1997 Dr. Rainer Brüning
260 Büschel (5,1 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 2:40 PM CET
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- Ober- und Mittelbehörden seit um 1945 (Archival tectonics)
- Geschäftsbereich Finanzministerium (Archival tectonics)
- Oberfinanzdirektion Stuttgart: Akten über Vermögenskontrolle, NS-Vermögen und Rückerstattung, mit Vorprovenienzen. Amt Leonberg (Archival holding)