Oldenburgisches Deicharchiv (Bestand)
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NLA OL, Best. 26
Nds. Landesarchiv, Abt. Oldenburg (Archivtektonik) >> Gliederung >> 1 Staatliches Archivgut, Ältere Bestände >> 1.1 Fachbehörden >> 1.1.1 Bau / Verkehr / Wasser
1573-1814
Enthält: Alte Deichregistratur (geordnet nach Vogteien), Siele und Sielachten, Deichrechnungen und Deichkassen, Schlengenrechnungen 1531-1826 (1294); Überlieferung der dänischen Zentralbehörden in Kopenhagen über das oldenburgische Deichwesen 1666-1773 (30); ältere Überlieferungen aus verschiedenen Beständen 1583-1777 (56).
Beschreibung: Best. 26 Oldenburgisches Deicharchiv
Zeit: 1531-1826
Geschichte des Bestandsbildners: An der deutschen Nordseeküste siedelten die Menschen praktisch zu ebener Erde. Durch den Anstieg des Meeresspiegels und durch Sturmfluten wurden sie gezwungen, zum Schutz ihrer Wohnstätten vor Überschwemmung höher zu legen; sie bauten Wurten. Der Wurtenbau wurde bei weiterem Meeresanstieg bzw. Küstensenkung im 9. und 10. Jahrhundert durch einen ersten Deichbau abgelöst, der fortan entsprechend verbessert und erweitert wurde. Die Deichbauarbeiten wurden zunächst genossenschaftlich erledigt, ab ca. 1720 mehr und mehr staatlich dominiert.
Das oldenburgische Deichwesen unterstand zunächst der Regierungskanzlei in Oldenburg, seit 1717 teilweise der Kammer. Erst 1773 übernahm die Kammer die volle Oberaufsicht über das Deichwesen. 1815 trat schließlich die Kammer diese Kompetenz an die neu gebildete Regierung in Oldenburg ab.
Bestandsgeschichte: Die Registraturgeschichte des sog. Deicharchivs spiegelt diese Kompetenzveränderungen wider. Die ältesten Akten waren ursprünglich in dem Zentralbestand Grafschaft Oldenburg (Best. 20-20) abgelegt. Bei den Kopenhagener Akten handelt es sich wohl um die Akten der dänischen Zentralbehörden, die mit dem oldenburgischen Deichwesen befasst waren. Die größte Gruppe der Akten umfasst aber die Zeit zwischen 1717 und 1814, als die Oldenburgische Kammer einen wesentlichen Teil der Verantwortung trug. 1831 wurden die Akten von der Kammer an die Regierung abgegeben. Die nach 1815 bei der Regierung entstandenen Deichakten sind dagegen in Best. 70 abgelegt, sofern sie sich nicht schon vor der Revision dort befanden.
Als 1859 das Großherzogliche Haus- und Centralarchiv die alte Deichregistratur von der Regierung in Oldenburg übernahm, lag dem Archiv bereits eine Abschrift des "Generellen Repertoriums des Deicharchivs" vor, das Carl Hermann Bulling 1810 angelegt hatte. Noch unter der Regie von Dr. Wilhelm Leverkus wurden die aus Kopenhagen abgelieferten Zentralakten mit der in Oldenburg entstandenen Deichregistratur der Kammer in den im sog. Landesarchiv liegenden Deichakten vereinigt. Schließlich wurde diesem Mischbestand auch der schon genannte Rest aus der I. Abteilung der Kammer (nach 1848) angehängt.
Findmittel: Erschließung: Archivdatenbank/Internet
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Beschreibung: Best. 26 Oldenburgisches Deicharchiv
Zeit: 1531-1826
Geschichte des Bestandsbildners: An der deutschen Nordseeküste siedelten die Menschen praktisch zu ebener Erde. Durch den Anstieg des Meeresspiegels und durch Sturmfluten wurden sie gezwungen, zum Schutz ihrer Wohnstätten vor Überschwemmung höher zu legen; sie bauten Wurten. Der Wurtenbau wurde bei weiterem Meeresanstieg bzw. Küstensenkung im 9. und 10. Jahrhundert durch einen ersten Deichbau abgelöst, der fortan entsprechend verbessert und erweitert wurde. Die Deichbauarbeiten wurden zunächst genossenschaftlich erledigt, ab ca. 1720 mehr und mehr staatlich dominiert.
Das oldenburgische Deichwesen unterstand zunächst der Regierungskanzlei in Oldenburg, seit 1717 teilweise der Kammer. Erst 1773 übernahm die Kammer die volle Oberaufsicht über das Deichwesen. 1815 trat schließlich die Kammer diese Kompetenz an die neu gebildete Regierung in Oldenburg ab.
Bestandsgeschichte: Die Registraturgeschichte des sog. Deicharchivs spiegelt diese Kompetenzveränderungen wider. Die ältesten Akten waren ursprünglich in dem Zentralbestand Grafschaft Oldenburg (Best. 20-20) abgelegt. Bei den Kopenhagener Akten handelt es sich wohl um die Akten der dänischen Zentralbehörden, die mit dem oldenburgischen Deichwesen befasst waren. Die größte Gruppe der Akten umfasst aber die Zeit zwischen 1717 und 1814, als die Oldenburgische Kammer einen wesentlichen Teil der Verantwortung trug. 1831 wurden die Akten von der Kammer an die Regierung abgegeben. Die nach 1815 bei der Regierung entstandenen Deichakten sind dagegen in Best. 70 abgelegt, sofern sie sich nicht schon vor der Revision dort befanden.
Als 1859 das Großherzogliche Haus- und Centralarchiv die alte Deichregistratur von der Regierung in Oldenburg übernahm, lag dem Archiv bereits eine Abschrift des "Generellen Repertoriums des Deicharchivs" vor, das Carl Hermann Bulling 1810 angelegt hatte. Noch unter der Regie von Dr. Wilhelm Leverkus wurden die aus Kopenhagen abgelieferten Zentralakten mit der in Oldenburg entstandenen Deichregistratur der Kammer in den im sog. Landesarchiv liegenden Deichakten vereinigt. Schließlich wurde diesem Mischbestand auch der schon genannte Rest aus der I. Abteilung der Kammer (nach 1848) angehängt.
Findmittel: Erschließung: Archivdatenbank/Internet
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
77; 1380 Verzeichnungseinheiten
Bestand
Literatur: Anton Günther von Münnich, Oldenburgischer Deich-Band. Das ist eine ausführliche Beschreibung von allen Deichen, Sielen, Abbrüchen und Anwächsen in den Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst, Leipzig 1767; Oskar Tenge, Der Butjadinger Deichband, Oldenburg 1912; Johann Kramer (Bearb.), Deichbau, Inselschutz und Binnenentwässerung an Nord- und Ostsee, hg. vom Deutschen Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau e.V. (DVWK), Stuttgart 1992; Oskar Tenge, Der Jeversche Deichband. Geschichte und Beschreibung der Deiche, Uferwerke und Siele im dritten Oldenburgischen Deichbande und im Königlich Preußischen westlichen Jadegebiet. Reprint der Originalausgabe von 1898, Bockhorn 1999; Leben an der Küste", hg. vom III. Oldenburgischen Deichband und Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz, Betriebsstelle Brake Heiner Blischke, 1. Mit Bereichen der Gemeinden Friedeburg, Zetel, Bockhorn, Sande und Schortens sowie Stadt Varel und Stadt Wilhelmshaven, Bockhorn 2001; Karl-Ernst Behre, Meeresspiegelanstieg - Marschentwicklung - Küstenlinien: die letzten 10000 Jahre an der deutschen Nordseeküste, in: Kulturlandschaft Marsch: Natur - Geschichte - Gegenwart, Kolloquium 3.-5. Juni 2004 und Tagungsband, Schriften des Landesmuseums Natur und Mensch 33, S. 25-36; Karl-Ernst Behre, Meeresspiegelbewegungen und Siedlungsgeschichte in den Nordseemarschen, Vortrag vor der 20. Landschaftsversammlung der Oldenburgischen Landschaft am 13. März 1987 in Wilhelmshaven, Oldenburg 1987; Karl-Ernst Behre, Landschaftsgeschichte Norddeutschlands. Umwelt und Siedlung von der Steinzeit bis zur Gegenwart, Neumünster 2008; Karl-Ernst Behre, Die Geschichte der Landschaft um den Jadebusen, Wilhelmshaven 2012.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
16.06.2025, 10:42 AM CEST