Ratsältere, Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm verkaufen Propst, Dekan, Senior und Kapitel des Stifts St. Cyriakus in Wiesensteig [Lkr. Göppingen] für das Stift sowie dem Stiftsdekan Johann Jakob Sutor für sich selbst einen jährlichen Zins von 500 Gulden. Der Zins gefällt von den Einkünften und Besitzungen der Stadt Ulm und ist den Käufern jedes Jahr in Wiesensteig zu bezahlen. Als Pfand für die fristgerechte Entrichung des Zinses setzen sie den Käufern ihren Halbteil des großen Getreidezehnten in Nellingen [Alb-Donau-Kreis], dessen andere Hälfte dem Heiliggeistspital in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] zusteht, mit dem Zehntstadel sowie den ihnen zur Einbringung des Zehnten zustehenden Dienstleistungen, ihre acht als Leibgeding verliehenen Höfe und Huben sowie ihre drei Erbgüter dort ein. Für den Zins haben ihnen die Käufer 10.000 Gulden, den Gulden zu 15 Batzen oder 60 Kreuzern gerechnet, bezahlt. Nach Ablauf von 80 Jahren können die Verkäufer diesen Zins wieder ablösen und die Käufer die Rückzahlung des Darlehens verlangen, wobei beide Parteien eine Kündigungsfrist von einem halben Jahr zu wahren haben.