Ackermann, Anton (eigentlich Eugen Hanisch) (Bestand)
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BArch NY 4109
call number: NY 4109
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe >> A
1924-1973
Bestandsbeschreibung: Biographische Angaben:
25. Dez. 1905 in Thalheim/Erzgebirge als Eugen Hanisch geboren
1912 - 1920 Besuch der Volksschule in Thalheim, Mitglied der Freien Sozialistischen Jugend, dann des KJD (1919) und Leiter der Pioniergruppe in Thalheim (1919-1920)
1920 - 1922 Besuch der Fortbildungsschule und Lehre (Anlernling) als Strumpfwirker
Apr. 1920 Mitglied des Deutschen Fabrikarbeiterbandes, dann Deutscher Textilarbeiterverband und Ortsgruppenleitung des KJD, dann Mitglied der UBL des KJVD (1922)
1923 Mitglied des illegalen militärischen Komitees des Unterbezirks des KJVD und Leiter des Bereichs Verkehr- und Verbindungswesen sowie für Kurierdienst
1924 Polleiter des UB Thalheim des KJVD und Mitglied des RFB
1927 Mitglied der KPD
1929 - 1933 Delegierung an die Internationale Leninschule in Moskau
1931 - 1933 persönlicher Mitarbeiter der Vertreter des ZK der KPD beim EKKI
1932 - 1949 Ehe mit Elli Schmidt (1908 - 1980)
Okt. 1933 - 1935 Mitarbeiter, dann pol. Sekretär der Landesleitung der KPD Berlin
Juli 1935 Teilnahme am VII. Weltkongress der KI, hier den Decknamen Anton Ackermann erhalten
Okt. 1935 Delegierter der Brüsseler Parteikonferenz der KPD
1935 - 1940 Mitarbeiter der operativen Leitung des Politbüros in Prag, dann des Sekretariats des ZK der KPD in Paris
1938 - 1940 Mitarbeit in den Redaktionen "Internationale", "Rote Fahne" und "Deutschland-Information" in Paris
März/Apr. 1940 Übersiedlung von Paris nach Moskau
Apr. 1940 - Juni 1941 Redakteur der deutschsprachigen Ausgabe der Kommunistischen Internationale, dann Redakteur der ersten deutschsprachigen zentralen Kriegsgefangenenzeitung "Das Freie Wort" (1941 - 1943)
Juli 1943 Mitglied des NKFD, Chefredakteur des Senders "Freies Deutschland"
Mai 1945 Leiter der Gruppe deutscher Kommunisten und Antifaschisten bei der Ersten Ukrainischen Front in Deutschland, Leiter der Initiativgruppe für den Einsatz in Sachsen
1945 Mitbegründer des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands und Mitglied des Präsidiums
21./22. Apr. 1946 Teilnahme am Vereinigungsparteitag der KPD und SPD zur SED, hier zum Mitglied des Parteivorstandes und des Zentralsekretariats gewählt
1946 - 1950 Abgeordneter des Landtages Sachsen
30. Okt. 1947 offizielle Namensänderung
25./26. Jan. 1949 Kandidat des Politbüros beim ZK der SED auf der 1. Parteikonferenz der SED
1949 Heirat mit Irmgard Kuske
1949 - 1953 Staatssekretär im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR
1950 - 1954 Mitglied der Volkskammer der DDR
Aug. 1951 - Nov. 1952 Leiter des Instituts für wirtschaftswissenschaftliche Forschung
bis Aug. 1953 Direktor des Marx-Engels-Lenin-Stalin-Instituts
Aug. 1953 Ausschluss aus Politbüro beim ZK der SED, wegen seiner Kritik an Walter Ulbricht und Beteiligung an der innerparteilichen "Fraktionsarbeit" von Rudolf Herrnstadt und Wilhelm Zaisser
1953 - 1958 Leiter der HV Film im Ministerium für Kultur
Jan. 1954 strenge Rüge und Ausschluss aus dem ZK der SED
29. Juli 1956 Rehabilitierung
Febr. 1958 Abteilungsleiter in der Staatlichen Plankommission, dann Stellvertretender Vorsitzender der Staatlichen Plankommission (1960 - 1962)
1961 invalidisiert
4. Mai 1973 in Berlin verstorben
Quellen:
BArch NY 4109/2
BArch, DY 30/89661
"Wer war wer in der DDR? Ein biographisches Lexikon", Berlin 2000
"Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945", Berlin 2004
"Biographisches Handbuch der SBZ/DDR 1945-1990", München, London, Paris 1996
Inhaltliche Charakterisierung: Vorbemerkung
Der Nachlass von Anton Ackermann wurde im Februar 1974 von seiner Witwe, Irmgard Ackermann, an das Zentrale Parteiarchiv der SED übergeben. Mit der Gründung der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR (SAPMO) im Jahr 1993 gelangte er ins Bundesarchiv.
Der Bestand setzte sich bei der Übergabe aus 4,5 lfm losen, ungeordneten Schriftgut zusammen. Die im Bestand vorhandenen Bücher und Broschüren wurden an die Bibliothek abgegeben. Die Fotos erhielt das Bildarchiv.
Nach der Bearbeitung umfasst der Bestand 99 AE (2,5 lfm).
Darin vor allem persönliche Dokumente, autobiographische Beiträge und Lebenserinnerungen von Anton Ackermann. Diese werden durch seine Erinnerungen im BArch (SgY 30/1291/1-5) ergänzt. Des Weiteren sind Reden und Aufsätze, Erinnerungen an Antifaschisten, Studien zu gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fragen überliefert. Ein großen Raum nehmen die Arbeitsmaterialien von Anton Ackermann aus seinen Tätigkeiten als Mitglied des ZK der KPD bzw. SED und als Leiter der Hauptverwaltung Film im Ministerium für Kultur ein. Weitere Materialien von und über A. Ackermann befinden sich u. a. in folgenden Beständen: Ministerrat der DDR (DC 20), Ministerium für Kultur (DR 1), ZK der SED (DY 30), Kommunistische Partei Deutschlands (RY 1), Nachlass Franz und Käthe Dahlem (NY 4072), Nachlass Wilhelm Pieck (NY 4036), Nachlass Walter Ulbricht (NY 4182) und Nationalkomitee "Freies Deutschland" (SgY 12).
Die Benutzung des Nachlasses durch Dritte unterliegt keinem anderen Beschränkungen als der Beachtung von Persönlichkeitsschutzrechten Betroffener, von Urheberrechten und schutzwürdigen Belangen Dritter.
Holger Franke
Umfang, Erläuterung: 99 AE
Zitierweise: BArch NY 4109/...
25. Dez. 1905 in Thalheim/Erzgebirge als Eugen Hanisch geboren
1912 - 1920 Besuch der Volksschule in Thalheim, Mitglied der Freien Sozialistischen Jugend, dann des KJD (1919) und Leiter der Pioniergruppe in Thalheim (1919-1920)
1920 - 1922 Besuch der Fortbildungsschule und Lehre (Anlernling) als Strumpfwirker
Apr. 1920 Mitglied des Deutschen Fabrikarbeiterbandes, dann Deutscher Textilarbeiterverband und Ortsgruppenleitung des KJD, dann Mitglied der UBL des KJVD (1922)
1923 Mitglied des illegalen militärischen Komitees des Unterbezirks des KJVD und Leiter des Bereichs Verkehr- und Verbindungswesen sowie für Kurierdienst
1924 Polleiter des UB Thalheim des KJVD und Mitglied des RFB
1927 Mitglied der KPD
1929 - 1933 Delegierung an die Internationale Leninschule in Moskau
1931 - 1933 persönlicher Mitarbeiter der Vertreter des ZK der KPD beim EKKI
1932 - 1949 Ehe mit Elli Schmidt (1908 - 1980)
Okt. 1933 - 1935 Mitarbeiter, dann pol. Sekretär der Landesleitung der KPD Berlin
Juli 1935 Teilnahme am VII. Weltkongress der KI, hier den Decknamen Anton Ackermann erhalten
Okt. 1935 Delegierter der Brüsseler Parteikonferenz der KPD
1935 - 1940 Mitarbeiter der operativen Leitung des Politbüros in Prag, dann des Sekretariats des ZK der KPD in Paris
1938 - 1940 Mitarbeit in den Redaktionen "Internationale", "Rote Fahne" und "Deutschland-Information" in Paris
März/Apr. 1940 Übersiedlung von Paris nach Moskau
Apr. 1940 - Juni 1941 Redakteur der deutschsprachigen Ausgabe der Kommunistischen Internationale, dann Redakteur der ersten deutschsprachigen zentralen Kriegsgefangenenzeitung "Das Freie Wort" (1941 - 1943)
Juli 1943 Mitglied des NKFD, Chefredakteur des Senders "Freies Deutschland"
Mai 1945 Leiter der Gruppe deutscher Kommunisten und Antifaschisten bei der Ersten Ukrainischen Front in Deutschland, Leiter der Initiativgruppe für den Einsatz in Sachsen
1945 Mitbegründer des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands und Mitglied des Präsidiums
21./22. Apr. 1946 Teilnahme am Vereinigungsparteitag der KPD und SPD zur SED, hier zum Mitglied des Parteivorstandes und des Zentralsekretariats gewählt
1946 - 1950 Abgeordneter des Landtages Sachsen
30. Okt. 1947 offizielle Namensänderung
25./26. Jan. 1949 Kandidat des Politbüros beim ZK der SED auf der 1. Parteikonferenz der SED
1949 Heirat mit Irmgard Kuske
1949 - 1953 Staatssekretär im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR
1950 - 1954 Mitglied der Volkskammer der DDR
Aug. 1951 - Nov. 1952 Leiter des Instituts für wirtschaftswissenschaftliche Forschung
bis Aug. 1953 Direktor des Marx-Engels-Lenin-Stalin-Instituts
Aug. 1953 Ausschluss aus Politbüro beim ZK der SED, wegen seiner Kritik an Walter Ulbricht und Beteiligung an der innerparteilichen "Fraktionsarbeit" von Rudolf Herrnstadt und Wilhelm Zaisser
1953 - 1958 Leiter der HV Film im Ministerium für Kultur
Jan. 1954 strenge Rüge und Ausschluss aus dem ZK der SED
29. Juli 1956 Rehabilitierung
Febr. 1958 Abteilungsleiter in der Staatlichen Plankommission, dann Stellvertretender Vorsitzender der Staatlichen Plankommission (1960 - 1962)
1961 invalidisiert
4. Mai 1973 in Berlin verstorben
Quellen:
BArch NY 4109/2
BArch, DY 30/89661
"Wer war wer in der DDR? Ein biographisches Lexikon", Berlin 2000
"Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945", Berlin 2004
"Biographisches Handbuch der SBZ/DDR 1945-1990", München, London, Paris 1996
Inhaltliche Charakterisierung: Vorbemerkung
Der Nachlass von Anton Ackermann wurde im Februar 1974 von seiner Witwe, Irmgard Ackermann, an das Zentrale Parteiarchiv der SED übergeben. Mit der Gründung der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR (SAPMO) im Jahr 1993 gelangte er ins Bundesarchiv.
Der Bestand setzte sich bei der Übergabe aus 4,5 lfm losen, ungeordneten Schriftgut zusammen. Die im Bestand vorhandenen Bücher und Broschüren wurden an die Bibliothek abgegeben. Die Fotos erhielt das Bildarchiv.
Nach der Bearbeitung umfasst der Bestand 99 AE (2,5 lfm).
Darin vor allem persönliche Dokumente, autobiographische Beiträge und Lebenserinnerungen von Anton Ackermann. Diese werden durch seine Erinnerungen im BArch (SgY 30/1291/1-5) ergänzt. Des Weiteren sind Reden und Aufsätze, Erinnerungen an Antifaschisten, Studien zu gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fragen überliefert. Ein großen Raum nehmen die Arbeitsmaterialien von Anton Ackermann aus seinen Tätigkeiten als Mitglied des ZK der KPD bzw. SED und als Leiter der Hauptverwaltung Film im Ministerium für Kultur ein. Weitere Materialien von und über A. Ackermann befinden sich u. a. in folgenden Beständen: Ministerrat der DDR (DC 20), Ministerium für Kultur (DR 1), ZK der SED (DY 30), Kommunistische Partei Deutschlands (RY 1), Nachlass Franz und Käthe Dahlem (NY 4072), Nachlass Wilhelm Pieck (NY 4036), Nachlass Walter Ulbricht (NY 4182) und Nationalkomitee "Freies Deutschland" (SgY 12).
Die Benutzung des Nachlasses durch Dritte unterliegt keinem anderen Beschränkungen als der Beachtung von Persönlichkeitsschutzrechten Betroffener, von Urheberrechten und schutzwürdigen Belangen Dritter.
Holger Franke
Umfang, Erläuterung: 99 AE
Zitierweise: BArch NY 4109/...
Ackermann, Anton, 1924-1973
99 Aufbewahrungseinheiten; 0,0 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ