Nachlass Drischel, Dr. Friedrich (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Freiburg, T 1 (Zugang 2010/0034)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg (Archivtektonik) >> Nachlässe und Familienarchive >> Nachlässe und Vorlässe
1922-1960
Überlieferungsgeschichte
Geb. 8.1.1904, Besuch von Gymnasien in Basel und Frankfurt a. M., Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt a. M. und Freiburg, Promotion zum Dr. jur. 1926, Ablegung des Assessorenexamens 1930, Rechtsanwalt in Freiburg, Verteidiger in den Prozessen gegen Erzberger-Mörder Tillessen, im Röchling-Prozess und im IG-Farben-Prozess
Inhalt und Bewertung
Unterlagen von Dr. Drischel als Verteidiger in den Prozessen gegen Erzberger-
Mörder Tillessen, im Röchling-Prozess und im IG-Farben-Prozess
Einleitung: Friedrich Drischel wurde am 8.01.1904 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach dem Besuch von Gymnasien in Basel und Frankfurt am Main absolvierte er sein Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main (1922 - 1923) und Freiburg im Breisgau (1923 - 1927). 1926 promovierte er zum Dr. jur. Seinen Vorbereitungsdienst absolvierte er in verschiedenen Institutionen (u. a. Staatsanwaltschaft Freiburg, Bezirksamt Freiburg, Amtsgericht Freiburg und Notariat Freiburg) und wurde 1930 mit Bestehen seines Assessoren-Examens als Rechtsanwalt zugelassen. 1935 wurde ein Strafrechtsverfahren wegen angeblichen Parteiverrats gegen Drischel eingeleitet und er befand sich drei Wochen in Haft. Das Verfahren endete jedoch mit einem Freispruch. Seine juristische Zusammenarbeit mit einem jüdischen Anwalt musste er zwangsweise beenden. Am 21.10.1940 wurde Drischel zum Kriegsdienst an der Front einberufen. Nach dem 2. Weltkrieg nahm Drischel seine Tätigkeit als Rechtsanwalt wieder auf. Er übernahm Mandate in drei Aufsehen erregenden Prozessen: 1946/1947: Verteidigung von Heinrich Tillessen, Mörder des ehemaligen Reichsfinanzministers Matthias Erzberger vor den Landgerichten Offenburg und Konstanz 1947/1948: Verteidigung von Dr. Otto Ambros, ehemaliges Vorstandsmitglied der I.G. Farbenindustrie, vor den Internationalen Militärgerichten in Nürnberg 1948/1949: Verteidigung von Albert Maier, Geschäftsführer der Firma Röchling, vor dem Tribunal Général in Rastatt Der Bestand T 1 Nachlass Drischel, Dr. Friedrich (Zugang 2010/0034) gelangte 2010 durch eine Schenkung von Dr. Friedrich Drischels Sohn Dr. Georg Drischel in das Staatsarchiv Freiburg. Er enthält die Unterlagen zum Tillessen-, I.G. Farben- und Röchling-Prozess. In den Akten zum Tillessen-Prozess und zum Röchling-Prozess sind auch Fotografien enthalten. Diese wurden digitalisiert und können im Internet eingesehen werden. Des weiteren finden sich auch Unterlagen zu dem Prozess gegen Manfred von Killinger, der wegen Beihilfe zum Mord an Matthias Erzberger angeklagt wurde, sowie Plädoyers und Sitzungsprotokolle von Prozessen anderer Rechtsanwälte. Der Bestand umfasst nunmehr 70 Nummern in einem laufendem Meter. Freiburg, Juni 2011 Annika Scheumann
Geb. 8.1.1904, Besuch von Gymnasien in Basel und Frankfurt a. M., Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt a. M. und Freiburg, Promotion zum Dr. jur. 1926, Ablegung des Assessorenexamens 1930, Rechtsanwalt in Freiburg, Verteidiger in den Prozessen gegen Erzberger-Mörder Tillessen, im Röchling-Prozess und im IG-Farben-Prozess
Inhalt und Bewertung
Unterlagen von Dr. Drischel als Verteidiger in den Prozessen gegen Erzberger-
Mörder Tillessen, im Röchling-Prozess und im IG-Farben-Prozess
Einleitung: Friedrich Drischel wurde am 8.01.1904 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach dem Besuch von Gymnasien in Basel und Frankfurt am Main absolvierte er sein Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main (1922 - 1923) und Freiburg im Breisgau (1923 - 1927). 1926 promovierte er zum Dr. jur. Seinen Vorbereitungsdienst absolvierte er in verschiedenen Institutionen (u. a. Staatsanwaltschaft Freiburg, Bezirksamt Freiburg, Amtsgericht Freiburg und Notariat Freiburg) und wurde 1930 mit Bestehen seines Assessoren-Examens als Rechtsanwalt zugelassen. 1935 wurde ein Strafrechtsverfahren wegen angeblichen Parteiverrats gegen Drischel eingeleitet und er befand sich drei Wochen in Haft. Das Verfahren endete jedoch mit einem Freispruch. Seine juristische Zusammenarbeit mit einem jüdischen Anwalt musste er zwangsweise beenden. Am 21.10.1940 wurde Drischel zum Kriegsdienst an der Front einberufen. Nach dem 2. Weltkrieg nahm Drischel seine Tätigkeit als Rechtsanwalt wieder auf. Er übernahm Mandate in drei Aufsehen erregenden Prozessen: 1946/1947: Verteidigung von Heinrich Tillessen, Mörder des ehemaligen Reichsfinanzministers Matthias Erzberger vor den Landgerichten Offenburg und Konstanz 1947/1948: Verteidigung von Dr. Otto Ambros, ehemaliges Vorstandsmitglied der I.G. Farbenindustrie, vor den Internationalen Militärgerichten in Nürnberg 1948/1949: Verteidigung von Albert Maier, Geschäftsführer der Firma Röchling, vor dem Tribunal Général in Rastatt Der Bestand T 1 Nachlass Drischel, Dr. Friedrich (Zugang 2010/0034) gelangte 2010 durch eine Schenkung von Dr. Friedrich Drischels Sohn Dr. Georg Drischel in das Staatsarchiv Freiburg. Er enthält die Unterlagen zum Tillessen-, I.G. Farben- und Röchling-Prozess. In den Akten zum Tillessen-Prozess und zum Röchling-Prozess sind auch Fotografien enthalten. Diese wurden digitalisiert und können im Internet eingesehen werden. Des weiteren finden sich auch Unterlagen zu dem Prozess gegen Manfred von Killinger, der wegen Beihilfe zum Mord an Matthias Erzberger angeklagt wurde, sowie Plädoyers und Sitzungsprotokolle von Prozessen anderer Rechtsanwälte. Der Bestand umfasst nunmehr 70 Nummern in einem laufendem Meter. Freiburg, Juni 2011 Annika Scheumann
1-70
Bestand
IG Farben
Röchling-Prozess
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:41 MEZ