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Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 04. Deposita von Kirchenkreisen und Kirchengemeinden >> 04.2. KG Kirchengemeinden >> 04.2.13. Kirchenkreis Iserlohn
1761 - 2011
Das Archiv der Ev. Kirchengemeinde Deilinghofen (Ev. Kirchenkreis Iserlohn) wurde 2011 im Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld verzeichnet. Es umfasst 534 Verzeichnungseinheiten und erstreckt sich über den Zeitraum von 1761 bis 2011. Das Archiv liegt als Depositum im Landeskirchlichen Archiv unter der Bestandsnummer 4.239. Die Kirchenbücher, 1680 beginnend, werden bei der Kirchengemeinde verwahrt.Dass bei der im 13./14. Jahrhundert gegründeten Kirchengemeinde die schriftliche Überlieferung (Kirchenbücher ausgenommen) erst mit Ende des 18. Jahrhunderts einschlägt, hat einen bestimmten Grund. Als der Pfarrer Caspar Gerhard Möller wegen "allerlei Mißhelligkeiten und beschuldigten Ehebruchs" 1764 entlassen wurde, verbrannte er wohl aus Wut das Deilinghofener Pfarrarchiv (Friedhelm Groth, Paul Kramme, Heinz Vicariesmann, Herbert Schulte (Hg.): „... so läuten die Glocken von Deilinghofen“. Zu den ersten zwei Jahrhunderten der evangelischen Kirchengemeinde Deilinghofen 1565 bis 1765. = Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte, Heft 2.- Deilinghofen 1991, S. 51ff.) . Caspar Gerhard Möller kann man wohl als "schwarzes Schaf" in der Reihe der Geistlichen von Deilinghofen bezeichnen. Die nach den Archivquellen nachgezeichneten Lebensgeschichten von Deilinghofer Pfarrern in den "Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte" zeigen, welche faszinierende Pfarrerschicksale mit Deilinghofen verbunden sind. Einer der bedeutendsten Pfarrer Deilinghofens war Gottfried Dümpelmann (1741-1791, Amtszeit in Deilinghofen 1765-1791). Er gilt als geistlicher Vater des berühmten Erweckungspastors in der Iserlohner Bauernkirche Johann Abraham Strauß. In der Gemeinde hat sich Dümpelmann als "großer Baumeister" durch den Aufbau des Alten Pastorats verdient gemacht (Friedhelm Groth, Paul Kramme, Heinz Vicariesmann, Harald Korsch-Gerdes (Hg.): Das „Alte Pastorat“ in Deilinghofen und die dortigen Pfarrer von 1765 bis 1834 (Dümpelmann, Müller, Basse, Josephson I). = Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte, Heft 3. - Deilinghofen 1994, 55 ff.). Zahlreiche Rechnungen aus dieser Zeit zeigen den Bauverlauf und die Baufinanzierung dieses 1564 erbauten früheren Nonnenklosters. Leider finden sich im Gemeindearchiv fast keine Hinweise zum Wirken Dümpelmans beim Gemeindeaufbau im Geiste der Herrnhuter Brüdergemeinde, mit der er eng verbunden war.Wesentlich umfangreicher sind Hinweise zur Person des Pfarrers Carl Basse (1767-1833, Amtszeit 1797-1833) (LkA EKvW 4.239 Nr. 7 und 161). In den Akten befinden sich seine Berufungsurkunde und sein Lebenslauf. Die Einführung der neuen Agende verwickelte den Pfarrer Basse in Streitigkeiten mit seiner Gemeinde (LkA EKvW 4.239 Nr. 65 und 157). Noch heftiger fielen die Auseinandersetzungen über die Wiederbesetzung der Pfarrstelle nach dem Tod Basses (LkA EKvW 4.239 Nr. 160-163). Der Kandidat Carl Ludwig Josephson, der bereits seit Ende 1832 als Hilfsprediger in der Gemeinde gewirkt hatte, wurde 1833 mit 44 gegen 20 Stimmen zum Pfarrer gewählt. Die Regierung verweigerte aber die Bestätigung, weil der junge Pfarrer der Zugehörigkeit zu der verbotenen "Allgemeinen deutschen Burschenschaft" beschuldigt wurde. Statt Pfarrer in Deilinghofen zu werden musste Josephson die Festungshaft antreten. Nach dem dramatischen Abgang des Pastors Josephson wählte die Kirchengemeinde 1835 August Limborg zum Pfarrer. Seine Verdienste wurden mit der Verleihung des Roten Adler-Ordens 4. Klasse im Jahr 1847 und der Ehren-Urkunde des Landes-Stiftung zur Unterstützung der vaterländischen Veteranen und invaliden Krieger im Jahr 1858 gewürdigt (LkA EKvW 4.239 Nr. 7). Die Urkunde von 1858 trägt die Originalunterschrift des Prinzen von Preußen Friedrich Wilhelm (später Friedrich III.).Im 19. Jahrhundert erweiterte sich das Gemeindegebiet um die Diaspora in Balve und Umgebung. Die gottesdienstliche Versorgung des neuen Gemeindeteils ist gut dokumentiert. 1955 wurde die Kirchengemeinde Balve durch die Auspfarrung der Evangelischen aus den Kirchengemeinden Deilinghofen und Neuenrade errichtet. Die Errichtungsurkunde befindet sich im Archiv von Deilinghofen (LkA EKvW 4.239 Nr. 471). Nicht alle Bereiche des Gemeindelebens und der Verwaltung haben ihren Niederschlag im Gemeindearchiv gefunden. Es fehlen z.B. die Überlieferung der Frauenhilfe, der Kindergartenverwaltung, Vorgänge über kirchenpolitische Auseinandersetzungen während der Nazi-Zeit. Unzureichend ist die Fotosammlung; es fehlen Fotos von kirchlichen Persönlichkeiten und Gebäuden.Im Juli 2022 ist das Gemeindearchiv durch die Sammlungen zu Deilinghofer Kirchengeschichte, die von den zwei Iserlohner Heimat- und Familiengeschichtsforscher Herbert Schulte (1906-1992) und dem Pfarrer Dr. Friedhelm Groth angelegt wurden, bereichert worden. Die Sammlungen bestehen aus Presseberichten, Druckschriften, Fotos, Korrespondenz, Kopien von Archivquellen sowie den Forschungsergebnissen der beiden Heimathistoriker und sind eine gute Ergänzung zu Verwaltungsunterlagen des Gemeindearchivs.Ein Teil des Archivs wurde 1956 von Dr. Ludwig Koechling geordnet. Auf diese Akten verweisen die Altsignaturen, die unter dem Aktentitel aufgeführt ist.Der Bestand wurde unter Zugrundelegung internationaler Verzeichnungsgrundsätze nach ISAD (G) erschlossen. Bei der Verzeichnung erhielten die Akten fortlaufende Nummern, die als gültige Archivsignaturen in der Bestellsignatur jeder Verzeichnungseinheit als letzte arabische Nummer oder im Findbuch ganz links neben dem jeweiligen Aktentitel aufgeführt sind. Unterhalb des Aktentitels geben die Vermerke „Enthält, Enthält nur, Enthält u.a., Enthält v.a., Enthält auch“ eingrenzende oder weiterführende Auskünfte über den Inhalt. Unter „Darin“ sind besondere Schriftgutarten wie Druckschriften, Presseberichte, Bauzeichnungen oder Fotos aufgelistet. Nach den Erschließungsvermerken folgt die alte Archivsignatur oder das Aktenzeichen, falls sie auf der Akte vermerkt waren. Ganz rechts schließen sich die Laufzeiten der Archivalien an. Zu beachten sind hier zwei verschiedene Arten von Klammern: ( ) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, [ ] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke.Kassiert wurde nicht archivwürdiges Schriftgut im Rahmen der Aufbewahrungs- und Kassationsordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen vom 20.02.2003 in der Fassung vom 29.10.2020 bzw. des Aufbewahrungs- und Kassationsplans der EKvW vom 29.10.2020.Sofern die Benutzung nicht zu Verwaltungszwecken erfolgt, unterliegen gemäß § 7 Abs. 1 Kirchengesetz zur Sicherung und Nutzung von kirchlichem Archivgut in der Evangelischen Kirche der Union (Archivgesetz - ArchivG) vom 6.5.2000 sämtliche Archivalien einer 30-jährigen Sperrfrist (gerechnet nach dem Ende ihrer Laufzeit). Für Archivgut, das sich nach seiner Zweckbestimmung oder nach seinem wesentlichen Inhalt auf natürliche Personen bezieht, gelten laut § 7 Abs. 2 ArchivG zusätzliche Schutzfristen. Diese Archivalien dürfen auch nach Ablauf der allgemeinen Sperrfrist frühestens 10 Jahre nach dem Tod der betroffenen Person(en) benutzt werden. Ist das Todesjahr nicht feststellbar, endet die Schutzfrist 90 Jahre nach Geburt. Ist auch das Geburtsjahr nicht bekannt, endet die Schutzfrist 60 Jahre nach Entstehung der Unterlagen.Bei der Zitierung des Archivbestandes ist anzugeben: LkA EKvW 4.239 Nr. ... (hier folgt die Archivsignatur der entsprechenden Archivalie). Das Kürzel steht in dieser Reihenfolge für "Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bestand 4.239, Akte Nr. ...".Bielefeld, im September 2011Anna Warkentin Literatur zur Gemeindegeschichte (Auswahl): Schulte, Herbert: Dokumentation zur Geschichte der evangelisch-lutherischen Pfarrer der Stephanus-Kirche zu Deilinghofen. Manuskript, 1989Friedhelm Groth, Paul Kramme, Heinz Vicariesmann, Herbert Schulte (Hg.): "... so läuten die Glocken von Deilinghofen". Zu den ersten zwei Jahrhunderten der evangelischen Kirchengemeinde Deilinghofen 1565 bis 1765. = Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte, Heft 2.- Deilinghofen 1991Friedhelm Groth, Paul Kramme, Heinz Vicariesmann, Harald Korsch-Gerdes (Hg.): Das "Alte Pastorat" in Deilinghofen und die dortigen Pfarrer von 1765 bis 1834 (Dümpelmann, Müller, Basse, Josephson I). = Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte, Heft 3. - Deilinghofen 1994Murken, Dr. Jens: Die evangelischen Gemeinden in Westfalen. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Bd. 1: Ahaus bis Hüsten. - Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte und Luther-Verlag, 2008, S. 421-424
Form und Inhalt: Das Archiv der Ev. Kirchengemeinde Deilinghofen (Ev. Kirchenkreis Iserlohn) wurde 2011 im Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld verzeichnet. Es umfasst 534 Verzeichnungseinheiten und erstreckt sich über den Zeitraum von 1761 bis 2011. Das Archiv liegt als Depositum im Landeskirchlichen Archiv unter der Bestandsnummer 4.239. Die Kirchenbücher, 1680 beginnend, werden bei der Kirchengemeinde verwahrt.
Dass bei der im 13./14. Jahrhundert gegründeten Kirchengemeinde die schriftliche Überlieferung (Kirchenbücher ausgenommen) erst mit Ende des 18. Jahrhunderts einschlägt, hat einen bestimmten Grund. Als der Pfarrer Caspar Gerhard Möller wegen "allerlei Mißhelligkeiten und beschuldigten Ehebruchs" 1764 entlassen wurde, verbrannte er wohl aus Wut das Deilinghofener Pfarrarchiv (Friedhelm Groth, Paul Kramme, Heinz Vicariesmann, Herbert Schulte (Hg.): ”... so läuten die Glocken von Deilinghofen“. Zu den ersten zwei Jahrhunderten der evangelischen Kirchengemeinde Deilinghofen 1565 bis 1765. = Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte, Heft 2.- Deilinghofen 1991, S. 51ff.) .
Caspar Gerhard Möller kann man wohl als "schwarzes Schaf" in der Reihe der Geistlichen von Deilinghofen bezeichnen. Die nach den Archivquellen nachgezeichneten Lebensgeschichten von Deilinghofer Pfarrern in den "Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte" zeigen, welche faszinierende Pfarrerschicksale mit Deilinghofen verbunden sind. Einer der bedeutendsten Pfarrer Deilinghofens war Gottfried Dümpelmann (1741-1791, Amtszeit in Deilinghofen 1765-1791). Er gilt als geistlicher Vater des berühmten Erweckungspastors in der Iserlohner Bauernkirche Johann Abraham Strauß. In der Gemeinde hat sich Dümpelmann als "großer Baumeister" durch den Aufbau des Alten Pastorats verdient gemacht (Friedhelm Groth, Paul Kramme, Heinz Vicariesmann, Harald Korsch-Gerdes (Hg.): Das ”Alte Pastorat“ in Deilinghofen und die dortigen Pfarrer von 1765 bis 1834 (Dümpelmann, Müller, Basse, Josephson I). = Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte, Heft 3. - Deilinghofen 1994, 55 ff.). Zahlreiche Rechnungen aus dieser Zeit zeigen den Bauverlauf und die Baufinanzierung dieses 1564 erbauten früheren Nonnenklosters. Leider finden sich im Gemeindearchiv fast keine Hinweise zum Wirken Dümpelmans beim Gemeindeaufbau im Geiste der Herrnhuter Brüdergemeinde, mit der er eng verbunden war.
Wesentlich umfangreicher sind Hinweise zur Person des Pfarrers Carl Basse (1767-1833, Amtszeit 1797-1833) (LkA EKvW 4.239 Nr. 7 und 161). In den Akten befinden sich seine Berufungsurkunde und sein Lebenslauf. Die Einführung der neuen Agende verwickelte den Pfarrer Basse in Streitigkeiten mit seiner Gemeinde (LkA EKvW 4.239 Nr. 65 und 157). Noch heftiger fielen die Auseinandersetzungen über die Wiederbesetzung der Pfarrstelle nach dem Tod Basses (LkA EKvW 4.239 Nr. 160-163). Der Kandidat Carl Ludwig Josephson, der bereits seit Ende 1832 als Hilfsprediger in der Gemeinde gewirkt hatte, wurde 1833 mit 44 gegen 20 Stimmen zum Pfarrer gewählt. Die Regierung verweigerte aber die Bestätigung, weil der junge Pfarrer der Zugehörigkeit zu der verbotenen "Allgemeinen deutschen Burschenschaft" beschuldigt wurde. Statt Pfarrer in Deilinghofen zu werden musste Josephson die Festungshaft antreten.
Nach dem dramatischen Abgang des Pastors Josephson wählte die Kirchengemeinde 1835 August Limborg zum Pfarrer. Seine Verdienste wurden mit der Verleihung des Roten Adler-Ordens 4. Klasse im Jahr 1847 und der Ehren-Urkunde des Landes-Stiftung zur Unterstützung der vaterländischen Veteranen und invaliden Krieger im Jahr 1858 gewürdigt (LkA EKvW 4.239 Nr. 7). Die Urkunde von 1858 trägt die Originalunterschrift des Prinzen von Preußen Friedrich Wilhelm (später Friedrich III.).
Im 19. Jahrhundert erweiterte sich das Gemeindegebiet um die Diaspora in Balve und Umgebung. Die gottesdienstliche Versorgung des neuen Gemeindeteils ist gut dokumentiert. 1955 wurde die Kirchengemeinde Balve durch die Auspfarrung der Evangelischen aus den Kirchengemeinden Deilinghofen und Neuenrade errichtet. Die Errichtungsurkunde befindet sich im Archiv von Deilinghofen (LkA EKvW 4.239 Nr. 471).
Nicht alle Bereiche des Gemeindelebens und der Verwaltung haben ihren Niederschlag im Gemeindearchiv gefunden. Es fehlen z.B. die Überlieferung der Frauenhilfe, der Kindergartenverwaltung, Vorgänge über kirchenpolitische Auseinandersetzungen während der Nazi-Zeit. Unzureichend ist die Fotosammlung; es fehlen Fotos von kirchlichen Persönlichkeiten und Gebäuden.
Im Juli 2022 ist das Gemeindearchiv durch die Sammlungen zu Deilinghofer Kirchengeschichte, die von den zwei Iserlohner Heimat- und Familiengeschichtsforscher Herbert Schulte (1906-1992) und dem Pfarrer Dr. Friedhelm Groth angelegt wurden, bereichert worden. Die Sammlungen bestehen aus Presseberichten, Druckschriften, Fotos, Korrespondenz, Kopien von Archivquellen sowie den Forschungsergebnissen der beiden Heimathistoriker und sind eine gute Ergänzung zu Verwaltungsunterlagen des Gemeindearchivs.
Ein Teil des Archivs wurde 1956 von Dr. Ludwig Koechling geordnet. Auf diese Akten verweisen die Altsignaturen, die unter dem Aktentitel aufgeführt ist.
Der Bestand wurde unter Zugrundelegung internationaler Verzeichnungsgrundsätze nach ISAD (G) erschlossen. Bei der Verzeichnung erhielten die Akten fortlaufende Nummern, die als gültige Archivsignaturen in der Bestellsignatur jeder Verzeichnungseinheit als letzte arabische Nummer oder im Findbuch ganz links neben dem jeweiligen Aktentitel aufgeführt sind. Unterhalb des Aktentitels geben die Vermerke ”Enthält, Enthält nur, Enthält u.a., Enthält v.a., Enthält auch“ eingrenzende oder weiterführende Auskünfte über den Inhalt. Unter ”Darin“ sind besondere Schriftgutarten wie Druckschriften, Presseberichte, Bauzeichnungen oder Fotos aufgelistet. Nach den Erschließungsvermerken folgt die alte Archivsignatur oder das Aktenzeichen, falls sie auf der Akte vermerkt waren. Ganz rechts schließen sich die Laufzeiten der Archivalien an. Zu beachten sind hier zwei verschiedene Arten von Klammern: ( ) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, [ ] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke.
Kassiert wurde nicht archivwürdiges Schriftgut im Rahmen der Aufbewahrungs- und Kassationsordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen vom 20.02.2003 in der Fassung vom 29.10.2020 bzw. des Aufbewahrungs- und Kassationsplans der EKvW vom 29.10.2020.
Sofern die Benutzung nicht zu Verwaltungszwecken erfolgt, unterliegen gemäß § 7 Abs. 1 Kirchengesetz zur Sicherung und Nutzung von kirchlichem Archivgut in der Evangelischen Kirche der Union (Archivgesetz - ArchivG) vom 6.5.2000 sämtliche Archivalien einer 30-jährigen Sperrfrist (gerechnet nach dem Ende ihrer Laufzeit). Für Archivgut, das sich nach seiner Zweckbestimmung oder nach seinem wesentlichen Inhalt auf natürliche Personen bezieht, gelten laut § 7 Abs. 2 ArchivG zusätzliche Schutzfristen. Diese Archivalien dürfen auch nach Ablauf der allgemeinen Sperrfrist frühestens 10 Jahre nach dem Tod der betroffenen Person(en) benutzt werden. Ist das Todesjahr nicht feststellbar, endet die Schutzfrist 90 Jahre nach Geburt. Ist auch das Geburtsjahr nicht bekannt, endet die Schutzfrist 60 Jahre nach Entstehung der Unterlagen.
Bei der Zitierung des Archivbestandes ist anzugeben: LkA EKvW 4.239 Nr. ... (hier folgt die Archivsignatur der entsprechenden Archivalie). Das Kürzel steht in dieser Reihenfolge für "Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bestand 4.239, Akte Nr. ...".
Bielefeld, im September 2011
Anna Warkentin
Literatur zur Gemeindegeschichte (Auswahl):
Schulte, Herbert: Dokumentation zur Geschichte der evangelisch-lutherischen Pfarrer der Stephanus-Kirche zu Deilinghofen. Manuskript, 1989
Friedhelm Groth, Paul Kramme, Heinz Vicariesmann, Herbert Schulte (Hg.): "... so läuten die Glocken von Deilinghofen". Zu den ersten zwei Jahrhunderten der evangelischen Kirchengemeinde Deilinghofen 1565 bis 1765. = Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte, Heft 2.- Deilinghofen 1991
Friedhelm Groth, Paul Kramme, Heinz Vicariesmann, Harald Korsch-Gerdes (Hg.): Das "Alte Pastorat" in Deilinghofen und die dortigen Pfarrer von 1765 bis 1834 (Dümpelmann, Müller, Basse, Josephson I). = Blätter zur Deilinghofer Kirchengeschichte, Heft 3. - Deilinghofen 1994
Murken, Dr. Jens: Die evangelischen Gemeinden in Westfalen. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Bd. 1: Ahaus bis Hüsten. - Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte und Luther-Verlag, 2008, S. 421-424
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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You may find additional archival material on this person not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.