(1) F 1754 (2)~Kläger: Carl Focke (ehemaliger Mundkoch) und Konsorten, nämlich Johann Theodor Redecker (ehemaliger Koch); Johann Konrad Spicker (Lakai); Johannes Bernhard Klöpping (Lakai); Franz Liese (ehemaliger "Feuer Bötter"); Anna Elisabeth Waltermeyers; Witwe Betken als Bedienstete der verstorbenen verwitweten Gräfin Amalie zur Lippe; 1765 Johann Hermann Focke, Bürger und Metzger zu Detmold, und Friederika Amalia Focke (3)~Beklagter: Graf Friedrich Alexander zur Lippe (4)~Prokuratoren (Kl.): Lic. Heinrich Josef Brack 1754, 1765, 1766 ( Subst.: Lic. Johann Paul Besserer 1754 ( Subst.: Lic. Johann Josef Flach 1765, 1766 Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Jakob Duil 1755 ( Subst.: Lic. Johann Eberhard Greineisen (5)~Prozessart: Citationis ad videndum exigi meriedes una cum interesse et expensis sicque condemnari Streitgegenstand: Die Kläger klagen Lohn, den ihnen die Gräfin Amalie schuldig geblieben war (zwischen 46 und 429 Rtlr.), von deren testamentarischem Erben, Graf Friedrich Alexander zu Lippe, ein. Sie verweisen darauf, es handle sich um privilegierte Schulden; dessen ungeachtet habe der Beklagte bereits mehrere Tausend Taler anderer Schulden abgetragen, ihre Forderungen aber nicht beglichen. Der Beklagte erklärt, das Erbe nur unter Vorbehalt (beneficium legis) angetreten zu haben. Der Nachlaß werde durch hypothekarische u.a. privilegierte Forderungen völlig aufgebraucht. Er unterstellt den Klägern, unberechtigt Forderungen geltend zu machen, da sie diese nicht zu Lebzeiten ihrer Dienstherrin angemeldet hätten und da sie in deren Papieren nicht unter denen genannt würden, die noch etwas zu bekommen hätten. (6)~Instanzen: RKG 1754 - 1760 (1732 - 1759) (7)~Beweismittel: Lohnabrechnungen (Q 5 - 12, 25 - 27). Botenlohnschein (Q 14). Aufstellung der Gräfin Amalie über die bei ihr in Dienst befindlichen mit Jahr des Dienstantritts und über rückständige Löhne (Q 18, 20). Küchenrechnungen 1732 - 1733 (Q 24). Unterlagen zur Regelung des Nachlaß- und Schuldenwesens der Gräfin Amalie (Q 31). Obligation der Eheleute Friedrich Alexander, Graf zur Lippe, und Friederike Adolfine, geb. und vermählte Gräfin zur Lippe, für den Hofjuden Josef Isaak, der mit den Gläubigern der Gräfin Amalie über einen Nachlaß an deren Forderungen verhandelt hat, über die verhandelte Summe, 1749 (Q 34). (8)~Beschreibung: 4 cm, 187 Bl., lose; Q 1 - 35, es fehlt Q 15*, 9 Beil., davon 8 prod. zwischen 7. Juli 1760 und 14. März 1766.