Frondienst der Bauern von Stöppach für das Pflegamt Hohenstein
Vollständigen Titel anzeigen
E 49/II Nr. 1143
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
28.08.1755 - 20.07.1756
Enthält:
1755 August 28: Schreiben der Maria Jacobina Ebner, Administratorin des Hieronymus-Wilhelm-Ebnerischen Fideikommiss', an das Landpflegamt.
Ihr Untertan, Johann Loos in Stöppach, ist wie die ganze Gemeinde verpflichtet, dem Pflegamt Hohenstein 4 halbe Tage zu 4 Stunden Frondienste zu leisten.
Am 26. d.M. war ein solcher Termin, aber Loos kam erst später nach Hohenstein, weil der Schmied seine Pflugschar nicht rechtzeitig fertiggestellt hatte. Der dortige Pfleger Carl Wilhelm Ebner beschimpfte Loos wegen seiner Verspätung, obwohl Loos diese begründet hatte. Der Pfleger schlug Loos mit dem Stock und drohte ihm mit Gefängnis. Die Striemen konnt man noch länger sehen.
Protest der Schreiberin gegen dies, eine Leibeigenschaft vorstellende tractament.
1755 September 6: Bericht des Pflegers Carl Wilhelm Ebner auf Oberherrlichen Befehl.
Auf beinahe 6 Seiten erzählt der Pfleger alles Mögliche, um am Ende zugeben zu müssen, dass er wohl ein wenig übereilt gehandelt hat.
1755 Oktober 8: Promemoria, Nürnberg.
Der Pfleger von Hohenstein ist momentan hier. Er hat sich bei Frau Ebner entschuldigt, wodurch der Fall abgeschlossen ist und ad acta gelegt werden kann. Gez.: J(ohann).L(eonhard). Fischer.
1756 Juli 14: Schreiben des Carl Wilhelm Ebner, Pflegers zu Hohenstein, an Maria Jacobina Ebner, Nürnberg.
Bei der jüngsten Fron ist Hans Loos von Stöppach gar nicht erschienen. In Gegenwart seines Nachbarn Georg Stief äußerte er gegenüber dem Amtsknecht: Seine gnädige Herrin habe ihm bei Strafe von 25 Gulden verboten, den Frondienst zu leisten.
1756 Juli 20: J.L. Fischer an Pfleger Ebner in Hohenstein (Kopie).
Frau Ebner befahl Schreiber sofort, sich zu Loos zu begeben, ihn zu vernehmen und zu bestrafen. Loos wurde sofort ins Gefängnis gelegt und er musste für seine unwahre Angabe 3 Gulden zahlen.
Dem Adressaten wird es anheimgestellt, ob Loos für die versäumte Fron zahlen, oder die Leistung bei der kommenden Herbstsaat mit abarbeiten muss.
1755 August 28: Schreiben der Maria Jacobina Ebner, Administratorin des Hieronymus-Wilhelm-Ebnerischen Fideikommiss', an das Landpflegamt.
Ihr Untertan, Johann Loos in Stöppach, ist wie die ganze Gemeinde verpflichtet, dem Pflegamt Hohenstein 4 halbe Tage zu 4 Stunden Frondienste zu leisten.
Am 26. d.M. war ein solcher Termin, aber Loos kam erst später nach Hohenstein, weil der Schmied seine Pflugschar nicht rechtzeitig fertiggestellt hatte. Der dortige Pfleger Carl Wilhelm Ebner beschimpfte Loos wegen seiner Verspätung, obwohl Loos diese begründet hatte. Der Pfleger schlug Loos mit dem Stock und drohte ihm mit Gefängnis. Die Striemen konnt man noch länger sehen.
Protest der Schreiberin gegen dies, eine Leibeigenschaft vorstellende tractament.
1755 September 6: Bericht des Pflegers Carl Wilhelm Ebner auf Oberherrlichen Befehl.
Auf beinahe 6 Seiten erzählt der Pfleger alles Mögliche, um am Ende zugeben zu müssen, dass er wohl ein wenig übereilt gehandelt hat.
1755 Oktober 8: Promemoria, Nürnberg.
Der Pfleger von Hohenstein ist momentan hier. Er hat sich bei Frau Ebner entschuldigt, wodurch der Fall abgeschlossen ist und ad acta gelegt werden kann. Gez.: J(ohann).L(eonhard). Fischer.
1756 Juli 14: Schreiben des Carl Wilhelm Ebner, Pflegers zu Hohenstein, an Maria Jacobina Ebner, Nürnberg.
Bei der jüngsten Fron ist Hans Loos von Stöppach gar nicht erschienen. In Gegenwart seines Nachbarn Georg Stief äußerte er gegenüber dem Amtsknecht: Seine gnädige Herrin habe ihm bei Strafe von 25 Gulden verboten, den Frondienst zu leisten.
1756 Juli 20: J.L. Fischer an Pfleger Ebner in Hohenstein (Kopie).
Frau Ebner befahl Schreiber sofort, sich zu Loos zu begeben, ihn zu vernehmen und zu bestrafen. Loos wurde sofort ins Gefängnis gelegt und er musste für seine unwahre Angabe 3 Gulden zahlen.
Dem Adressaten wird es anheimgestellt, ob Loos für die versäumte Fron zahlen, oder die Leistung bei der kommenden Herbstsaat mit abarbeiten muss.
Archivale
Indexbegriff Person: Ebner, Carl Wilhelm (Pfleger zu Hohenstein)
Indexbegriff Person: Ebner, Maria Jakobina geb Nützel
Indexbegriff Person: Fischer, Johann Leonhard
Indexbegriff Person: Loos, Hans (Johann)
Indexbegriff Person: Loos, Johann (Hans)
Indexbegriff Person: Stief, Georg
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Stöppach
Indexbegriff Person: Ebner, Maria Jakobina geb Nützel
Indexbegriff Person: Fischer, Johann Leonhard
Indexbegriff Person: Loos, Hans (Johann)
Indexbegriff Person: Loos, Johann (Hans)
Indexbegriff Person: Stief, Georg
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Stöppach
Hohenstein
Stöppach
Frondienst, verweigerter
Frondienst
Hieronymus Wilhelm Ebner'sche Fideikommiss-Administration
Pfleger, Hohenstein
Schmied
Pflugschar
Körperverletzung
Bedrohung
Protest
Landpflegamt
Entschuldigung
Amtsknecht
Gefängnis
Strafzahlung
Schadenersatz
Herbstsaat
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:01 MESZ