Stift auf dem Berge, Herford / Akten (Bestand)
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C 151
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. >> 1.3. Westfälische Fürstabteien (C) >> 1.3.2. Fürstabtei Herford >> 1.3.2.2. Stifte und Klöster >> Stift auf dem Berge, Herford
1425-1811
Verfassung und Verwaltung: Privilegien 1614-1808 (11), Stiftsangehörige 1595-1800 (74), Verwaltungspersonal 1599-1811 (8), Kapitelsprotokolle 1673-1809 (10), Beziehungen zum Landesherrn und Auswärtigen 1635-1805 (27), Kirchenbau und Stiftsgebäude 1752-1802 (4), Säkularisation 1806-1811 (1); Besitz und Bewirtschaftung: Heberegister 1610-1803 (3), Abrechnungen 1533-1811 (41), Grundbesitz 1483-1806 (89), Gerechtsame 1425-1796 (18), Zehnten 1596-1723 (4), Salzpacht 1766-1806 (2), Eigenbehörige 1569-1786 (26), Kapitalien 1574-1806 (22).
Bestandsgeschichte: Damenstift, um 1011 gegründet, seit 1547 evangelisch, 1810 aufgehoben.
Form und Inhalt: Zur Stiftsgeschichte
Zu Beginn des 11. Jahrhunderts (vermutlich im Jahre 1011) gründete die aus dem Hause Billung stammende Herforder Äbtissin Godesta auf dem Luttenberg vor Herford ein Nonnenkloster. Dieses wurde im späten Mittelalter in das adelig-freiweltliche Damenstift St. Mariae auf dem Berge vor Herford umgewandelt.
Um das Jahr 1547/48 wurde das Stift reformiert. Unter den anfangs vierzehn, seit dem Jahre 1635 zwölf Stiftsdamen, die spätestens seit dieser Zeit sämtlich aus dem niederen Adel stammten, nahmen die Dignitärinnen eine besondere Stellung ein. Die Dechantin und die Pröpstin wurden ex capitulo gewählt, die Küsterin von der Äbtissin ernannt.
Die Abhängigkeit des Stifts auf dem Berge von der Fürstabtei Herford zeigte sich auf vielfältige Weise. Seit der Reformation übte deren Äbtissin als Landesherrin neben der weltlichen auch die geistliche Jurisdiktion aus. Sie bestätigte die Stiftsstatuten und ernannte den Amtmann sowie den Pastor. Über die Neuaufnahme von Stiftsdamen entschied die Fürstäbtissin im Einvernehmen mit dem Stift; sie hatte auch Anteil an bestimmten Einkünften.
Die insgesamt nicht sehr reichen Besitzungen des Stifts konzentrierten sich auf den Raum um Herford. Im Rahmen der Säkularisation wurde es in den Jahren 1803-1811 aufgehoben.
Zur Archivgeschichte
Das älteste erhaltene Aktenverzeichnis legte der Stiftsamtmann Georg Ludwig Cölling im Jahre 1740 an. Unter der Überschrift "Specification derjenigen Briefschaften und Nachrichten, welche sich im Stiffts-Archiv auf dem Chore in der Kirche befinden", führte er die Akten nach dem Aufbewahrungsort auf. Dazu dienten ihm ein "großer Kasten auf dem Chor" und zwei verschiedene "dannen Kästgen". Der genannte große Archivschrank befindet sich heute im Stadtmuseum Herford.
Das erste Aktenverzeichnis nach der Säkularisation erstellte im Dezember 1822 der Mindener Archivsekretär Heinrich Johann Haarland (1800-1879). Er ordnete die Akten nicht wie vormals nach "Litterae" und "Schut" (Schubladen), sondern nach thematischen Gesichtspunkten und vergab die Nummern 1 - 141 (ohne Nachträge). Zwischen 1825 und 1829 betreute Graf Karl-August von Reisach, Leiter des Archivdepots Minden (1822-1829), als Königlich Preußischer Archivcommissarius den Bestand. Während dieser Zeit wurden die Urkunden und Akten des Stifts an das Staatsarchiv Münster abgegeben.
Zur Neuverzeichnung
Die Akten des Bestands Stift St. Mariae auf dem Berge vor Herford wurden im Sommer 1989 neuverzeichnet. Dessen Urkunden blieben dabei unberücksichtigt; für sie gilt weiterhin das Findbuch A 233 I.
Die Aktenüberlieferung beginnt im 15. Jahrhundert. Ihr Schwerpunkt liegt zwischen 1600 und 1800.
Bei der Neuverzeichnung wurden neue Signaturen nach dem Numerus-currens-Prinzip vergeben. Die Klassifikation ergibt sich aus dem Inhaltsverzeichnis (S. III); Verweise auf Akten in anderen Beständen (Fürstabtei Herford, Regierung Minden- Ravensberg, Kriegs- und Domänenkammer Minden, Königreich Westphalen, Sammlung Msc.) sind in die Klassifizierung miteinbezogen.
Der Bestand ist in zwei Hauptgruppen gegliedert. Unter der ersten Hauptgruppe "Verfassung und Verwaltung" befinden sich diejenigen Akten, die das innere Gefüge des Stifts sowie seine Mitglieder betreffen. Der Großteil der Akten bezieht sich auf die Kapitularinnen (nach Namen geordnet). Die für ein Stiftsarchiv typischen Titel zu Kirchenaufsicht, -bau, Pfarreien usw. fehlen zumeist. Sie liegen im Bestand der Fürstabtei Herford (Findbuch A 230).
In der zweiten Hauptgruppe "Besitz und Bewirtschaftung" ist das zur Wirtschaftsführung gehörige Aktenmaterial zusammengefaßt. Ein Schwerpunkt liegt dabei in den Untergruppen "Höfe und Kotten" sowie "Eigenbehörige". Beide Gruppen sind nach den Namen der Orte, Höfe bzw. Personen geordnet. Eine eindeutige Zuweisung der die Einnahmen des Stifts betreffenden Akten war nicht immer möglich. Daher wurden diese teils unter "Heberegister", wenn der normative Charakter im Vordergrund stand, teils unter "Spezialabrechnungen", wenn sie eher zur jährlichen Quittierung dienten, abgelegt.
Die Verzeichnung ist durch ein Verzeichnis der in den Akten enthaltenen Siegel und Notariatssignete ergänzt. Ein Personen- und Ortsindex findet sich am Ende dieses Repertoriums; dazu Konkordanzen der alten mit den neuen, nun gültigen Signaturen.
Der Bestand ist zu zitieren: StA Ms, Stift St. Mariae auf dem Berge vor Herford, Akten, Nr. [neue Signatur]
Letzte vergebene Nummer: 389
Die Neuverzeichnung der Akten erfolgte unter Anleitung von OStAR Dr. Kloosterhuis durch die StARef(innen) Dres. J. Frhr. v. Boeselager, P. Klefisch, B. Schleier, U. Simon und E. Weiberg vom April bis September 1989. Die Arbeit wurde ADV- gestützt vorgenommen.
Münster, im September 1989
(Dr. Kloosterhuis, OStAR)
Bestandsgeschichte: Damenstift, um 1011 gegründet, seit 1547 evangelisch, 1810 aufgehoben.
Form und Inhalt: Zur Stiftsgeschichte
Zu Beginn des 11. Jahrhunderts (vermutlich im Jahre 1011) gründete die aus dem Hause Billung stammende Herforder Äbtissin Godesta auf dem Luttenberg vor Herford ein Nonnenkloster. Dieses wurde im späten Mittelalter in das adelig-freiweltliche Damenstift St. Mariae auf dem Berge vor Herford umgewandelt.
Um das Jahr 1547/48 wurde das Stift reformiert. Unter den anfangs vierzehn, seit dem Jahre 1635 zwölf Stiftsdamen, die spätestens seit dieser Zeit sämtlich aus dem niederen Adel stammten, nahmen die Dignitärinnen eine besondere Stellung ein. Die Dechantin und die Pröpstin wurden ex capitulo gewählt, die Küsterin von der Äbtissin ernannt.
Die Abhängigkeit des Stifts auf dem Berge von der Fürstabtei Herford zeigte sich auf vielfältige Weise. Seit der Reformation übte deren Äbtissin als Landesherrin neben der weltlichen auch die geistliche Jurisdiktion aus. Sie bestätigte die Stiftsstatuten und ernannte den Amtmann sowie den Pastor. Über die Neuaufnahme von Stiftsdamen entschied die Fürstäbtissin im Einvernehmen mit dem Stift; sie hatte auch Anteil an bestimmten Einkünften.
Die insgesamt nicht sehr reichen Besitzungen des Stifts konzentrierten sich auf den Raum um Herford. Im Rahmen der Säkularisation wurde es in den Jahren 1803-1811 aufgehoben.
Zur Archivgeschichte
Das älteste erhaltene Aktenverzeichnis legte der Stiftsamtmann Georg Ludwig Cölling im Jahre 1740 an. Unter der Überschrift "Specification derjenigen Briefschaften und Nachrichten, welche sich im Stiffts-Archiv auf dem Chore in der Kirche befinden", führte er die Akten nach dem Aufbewahrungsort auf. Dazu dienten ihm ein "großer Kasten auf dem Chor" und zwei verschiedene "dannen Kästgen". Der genannte große Archivschrank befindet sich heute im Stadtmuseum Herford.
Das erste Aktenverzeichnis nach der Säkularisation erstellte im Dezember 1822 der Mindener Archivsekretär Heinrich Johann Haarland (1800-1879). Er ordnete die Akten nicht wie vormals nach "Litterae" und "Schut" (Schubladen), sondern nach thematischen Gesichtspunkten und vergab die Nummern 1 - 141 (ohne Nachträge). Zwischen 1825 und 1829 betreute Graf Karl-August von Reisach, Leiter des Archivdepots Minden (1822-1829), als Königlich Preußischer Archivcommissarius den Bestand. Während dieser Zeit wurden die Urkunden und Akten des Stifts an das Staatsarchiv Münster abgegeben.
Zur Neuverzeichnung
Die Akten des Bestands Stift St. Mariae auf dem Berge vor Herford wurden im Sommer 1989 neuverzeichnet. Dessen Urkunden blieben dabei unberücksichtigt; für sie gilt weiterhin das Findbuch A 233 I.
Die Aktenüberlieferung beginnt im 15. Jahrhundert. Ihr Schwerpunkt liegt zwischen 1600 und 1800.
Bei der Neuverzeichnung wurden neue Signaturen nach dem Numerus-currens-Prinzip vergeben. Die Klassifikation ergibt sich aus dem Inhaltsverzeichnis (S. III); Verweise auf Akten in anderen Beständen (Fürstabtei Herford, Regierung Minden- Ravensberg, Kriegs- und Domänenkammer Minden, Königreich Westphalen, Sammlung Msc.) sind in die Klassifizierung miteinbezogen.
Der Bestand ist in zwei Hauptgruppen gegliedert. Unter der ersten Hauptgruppe "Verfassung und Verwaltung" befinden sich diejenigen Akten, die das innere Gefüge des Stifts sowie seine Mitglieder betreffen. Der Großteil der Akten bezieht sich auf die Kapitularinnen (nach Namen geordnet). Die für ein Stiftsarchiv typischen Titel zu Kirchenaufsicht, -bau, Pfarreien usw. fehlen zumeist. Sie liegen im Bestand der Fürstabtei Herford (Findbuch A 230).
In der zweiten Hauptgruppe "Besitz und Bewirtschaftung" ist das zur Wirtschaftsführung gehörige Aktenmaterial zusammengefaßt. Ein Schwerpunkt liegt dabei in den Untergruppen "Höfe und Kotten" sowie "Eigenbehörige". Beide Gruppen sind nach den Namen der Orte, Höfe bzw. Personen geordnet. Eine eindeutige Zuweisung der die Einnahmen des Stifts betreffenden Akten war nicht immer möglich. Daher wurden diese teils unter "Heberegister", wenn der normative Charakter im Vordergrund stand, teils unter "Spezialabrechnungen", wenn sie eher zur jährlichen Quittierung dienten, abgelegt.
Die Verzeichnung ist durch ein Verzeichnis der in den Akten enthaltenen Siegel und Notariatssignete ergänzt. Ein Personen- und Ortsindex findet sich am Ende dieses Repertoriums; dazu Konkordanzen der alten mit den neuen, nun gültigen Signaturen.
Der Bestand ist zu zitieren: StA Ms, Stift St. Mariae auf dem Berge vor Herford, Akten, Nr. [neue Signatur]
Letzte vergebene Nummer: 389
Die Neuverzeichnung der Akten erfolgte unter Anleitung von OStAR Dr. Kloosterhuis durch die StARef(innen) Dres. J. Frhr. v. Boeselager, P. Klefisch, B. Schleier, U. Simon und E. Weiberg vom April bis September 1989. Die Arbeit wurde ADV- gestützt vorgenommen.
Münster, im September 1989
(Dr. Kloosterhuis, OStAR)
334 Akten.
Bestand
German
Franz Darpe (Bearb.), Einkünfte und Lehnsregister der Fürstabtei Herford sowie Heberolle des Stifts auf dem Berge bei Herford, Münster 1892, Repr. 1962; Hildegard Küllchen, Herford - Damenstift St. Marien, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 1, Münster 1992, S. 412-417.
Retrokonvertiertes Findbuch (DocWorks).
Hö.
Retrokonvertiertes Findbuch (DocWorks).
Hö.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
- Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik)
- 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. (Tektonik)
- 1.3. Westfälische Fürstabteien (C) (Tektonik)
- 1.3.2. Fürstabtei Herford (Tektonik)
- 1.3.2.2. Stifte und Klöster (Tektonik)
- Stift auf dem Berge, Herford (Tektonik)
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