Albrecht Schlick, Graf von Passaun, Landvogt der Niederlausitz, weist darauf hin, dass seit etlichen Jahren in der Stadt Luckau "viel irrung, getzenck, uneinickeit, heimlicher und offentlicher neidt, haß und verfolgung" zwischen den Bürgern und Handwerksleuten deutscher und wendischer Geburt vorgefallen sei, dass deshalb mannigfache Klagen vor ihn gekommen seien, "dorumb, das den Wendischen ihre burgerliche nharung mit handtwercken, bierbreuen, schencken und andern burgerlichen gewerben gleich den Deuzsehen nicht wollen verstatt nach vergunt werden, do doch die Wendischen alle burgerliche pflicht, burden und beschwerung mit geschoß, steuern, folgen, wachen und andern [...] gleich und nichts minder als die Deutzschen haben mitleiden [...] mussen", und dass, wenn diesem Wesen nicht gesteuert würde, "ein großer und schedlicher aufrur und ander unrath" zwischen Rat und Gemeinde entstehen könnte. Er weist ferner darauf hin, dass er vor drei Jahren, "do sich der schuster halben, so wendischer art oder geburt gewesen, mit den Deutzschen zwispalt und uneinickeit zugetragen", die Sache geschlichtet habe, und bekundet, dass er diese Regelung nunmehr auch auf alle übrigen Handwerke, die der Schuster, Schneider, Bäcker, Tuchmacher, Fleischer und andere, ausdehne. Er bestimmt daher, "alledieweil diejenigen, so von wendischer geburt und ankunft sein, es sey von vater oder mutter, sie haben handwerge oder nit, neben und mit den Deutzschen zugleich under einem konige und erbhern, auch in einer stadtcommun und burgerlicher gemeinschaft gesessen, auch miteinander gleiche burgerliche last, pflicht und recht ein jeder nach seinem vermugen, nharung und hantierung tragen, leisten und verpflegen mussen, dorzu auch (welchs furnemblich zu behertzigen) beiderseits Christen und eines glaubens sein, das je einer dem andern seine nharung so wol als im selbst zu gonnen und darzu forderlich zu sein schuldigk, [...] das von nhu an und alspalt und hinfurder zu ewigen gezeiten alle und jeder itzige und zukunftige purger und handtwergsleute in der stad Luckau, so wendischer geburt und ankunft sein von vater oder mutter, es sei der man oder das weip wendisch, wann sie genugsame kuntschaft irer ehlichen geburt haben von vater und mutter, auch sonst der vorachten leut nicht sein, so man in redlichen handwergen oder ehrlichen burgerlichen hantierungen pflegt zu tadeln (welche wir hiermit austrucklich ausgeschlossen haben wollen), zugleich den Teutzschen ire handwercken sambt andern burgerlichen narungen und gewerben, auch mit bierbreuen und schencken, keufen und verkeuien, handeln und wandeln, nichts ausgenommen, ein jeder nach seinem besten vermugen treiben, pflegen und gebrauchen sollen und mugen,von dem radt und Deutzschen, auch sonst von menniglich doran ungehindert". Der Landvogt fügt hinzu, dass sich die Vorstädter der Stadt Luckau, "sie seind deutzscher oder wendischer art", nach wie vor jeglichen Bierbrauens und öffentlichen Schänken zu enthalten haben, hingegen Handwerk und Hantierung wie bisher frei treiben dürfen. "Geschen und geben zu Lobben nach Christi unsers lieben hern geburt tausent funfhundert und im [Lehmann: "Mit diesem Wort am Zeilenschluss endet die Urkunde. Albrecht Graf Schlick begegnet als Landvogt vom 27.10.1540 bis zum 04.01.1555. Danach die Datierung."]."