Urkunden des Klosters Isenhagen (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
NLA HA, Celle Or. 100 Isenhagen
Nds. Landesarchiv, Abt. Hannover (Archivtektonik) >> Gliederung >> 1 Staatliche Bestände >> 1.4 Fürstentum Lüneburg >> 1.4.1 Urkunden >> 1.4.1.3 Innere Angelegenheiten >> 1.4.1.3.2 Klöster und Stifte
1246-1558
Geschichte des Bestandsbildners: Zur Geschichte des Klosters Isenhagen
Das Kloster Isenhagen gehört zu den sechs Lüneburger Frauenklöstern, auch "Heideklöster" genannt, die im Umkreis der Stadt Lüneburg zu finden sind. Diese Gemeinschaften von Zisterzienserinnen oder Benediktinerinnen waren wirtschaftlich von Lüneburg abhängig und teilweise unter den Schutz der Stadt gestellt. Ihre Bewohnerinnen rekrutierten sich überwiegend aus Lüneburger Patrizierfamilien.
1243 wurde das Kloster Isenhagen ursprünglich als Mönchskloster in Alt-Isenhagen gegründet. Herzogin Agnes von Meißen, eine Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, stiftete das Kloster aus Gütern, die sie von ihrem Neffen Herzog Otto erworben hatte. Nach einem Brand 1259 verließen die Mönche das Kloster, worauf ein Konvent von Zisterzienserinnen ab 1262 deren Stelle einnahm. Von dort siedelten die Nonnen mit Zustimmung des Bischofs Otto von Hildesheim 1327 nach Hankensbüttel über, wo sie das neue Klostergebäude direkt neben der bereits vorhandenen Kirche erbauten. Diese Gebäude brannten 1336 nieder. Ein weiteres, neues Klostergebäude wurde mit Erlaubnis des Bischofs Erich von Hildesheim nochmals an einen anderen Ort verlegt. Dieser wurde in der Nähe des Dorfes Emmen auf Grund seiner ruhigen und günstigen Lage gewählt. Die Klostergebäude wurden abseits der Heerstraße sowohl als Schutzmaßnahme für das Kloster und als auch gegen eine Überbeanspruchung der christlichen Gastpflicht errichtet. Die an dieser Stelle ab 1345 entstandenen Klostergebäude stehen bis heute. Die Klosterkirche, erbaut zwischen 1346 und 1366, ist ein einschiffiger gotischer Backsteinbau mit einem Chor von gleicher Breite und einer bemalten Balkendecke. Sie wurde der Jungfrau Maria geweiht.
Geschichte des Bestandsbildners: 1527 führte Herzog Ernst, der Bekenner, von Braunschweig-Lüneburg die lutherische Reformation ein. Er nutzte diese, um Propst Friedrich Burdian abzusetzen und durch einen Amtmann seiner Wahl zu ersetzen. Damit gehörte die ehemalige Propstei mit ihren Einnahmen zum herzoglichen Besitz, wodurch dem Kloster seine ökonomische Grundlage und die damit verbundene Unabhängigkeit genommen wurde.
Der Konvent des Klosters Isenhagen blieb dem alten Glaube lange verbunden. Veränderungen des klösterlichen Lebens im Sinne der Reformation zogen sich bis 1540 hin. In jenem Jahr wandelte sich das Kloster endgültig vom Zisterzienser-Nonnenkloster zum evangelischen Damenstift.
Das tägliche Klosterleben orientierte sich auch nach der Reformation noch lange an alten Bräuchen. Dies zeigt unter anderem die Begründung des Baus eines Fachwerkhauses vor dem Klostereingang. Es wurde erbaut, um Reisenden, besonders männlichen, eine Unterkunft anbieten zu können. Erst der Dreißigjährige Krieg beendete diese Form der mittelalterlichen Gastpflicht.
Auch heute noch wird das Damenstift von einer Äbtissin geleitet, die dem Konvent vorsteht. Der Konvent gibt sich, in Anlehnung an alte klösterliche Traditionen, eine geistliche Ordnung. So werden in Isenhagen an bestimmten Tagen und zu verschiedenen Anlässen die auch in der lutherischen Kirche gebräuchlichen Stundengebete (Horen) regelmäßig gesungen.
Im 20. Jahrhundert ist der Konvent zu Isenhagen bedingt durch zwei Weltkriege mittellos geworden, so dass er heute vom Land Niedersachsen erhalten werden muss.
Stand: Juli 2008
Bestandsgeschichte: Der im Hauptstaatsarchiv Hannover überlieferte Urkundenbestand des Klosters Isenhagen umfasst lediglich 13 Urkunden aus der Zeit von 1246 bis 1558; diese Stücke sind aus dem herzoglichen Archiv nach Betreff zusammengestellt worden (Pertinenzbestand) und waren früher bei Celle Or. 17-28 eingereiht. Der Hauptteil der Urkundenüberlieferung liegt im Kloster.
Stand: Juli 2008
Findmittel: EDV-Findbuch 2008
Bearbeiter: Der kurze Abriss der Geschichte des Klosters Isenhagen ist in Zusammenarbeit mit dem Praktikanten Rüdiger Brandis im Juli 2008 geschrieben worden.
Zusatzinformationen: Die Urkunden weisen Wasserschäden auf.
Das Kloster Isenhagen gehört zu den sechs Lüneburger Frauenklöstern, auch "Heideklöster" genannt, die im Umkreis der Stadt Lüneburg zu finden sind. Diese Gemeinschaften von Zisterzienserinnen oder Benediktinerinnen waren wirtschaftlich von Lüneburg abhängig und teilweise unter den Schutz der Stadt gestellt. Ihre Bewohnerinnen rekrutierten sich überwiegend aus Lüneburger Patrizierfamilien.
1243 wurde das Kloster Isenhagen ursprünglich als Mönchskloster in Alt-Isenhagen gegründet. Herzogin Agnes von Meißen, eine Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, stiftete das Kloster aus Gütern, die sie von ihrem Neffen Herzog Otto erworben hatte. Nach einem Brand 1259 verließen die Mönche das Kloster, worauf ein Konvent von Zisterzienserinnen ab 1262 deren Stelle einnahm. Von dort siedelten die Nonnen mit Zustimmung des Bischofs Otto von Hildesheim 1327 nach Hankensbüttel über, wo sie das neue Klostergebäude direkt neben der bereits vorhandenen Kirche erbauten. Diese Gebäude brannten 1336 nieder. Ein weiteres, neues Klostergebäude wurde mit Erlaubnis des Bischofs Erich von Hildesheim nochmals an einen anderen Ort verlegt. Dieser wurde in der Nähe des Dorfes Emmen auf Grund seiner ruhigen und günstigen Lage gewählt. Die Klostergebäude wurden abseits der Heerstraße sowohl als Schutzmaßnahme für das Kloster und als auch gegen eine Überbeanspruchung der christlichen Gastpflicht errichtet. Die an dieser Stelle ab 1345 entstandenen Klostergebäude stehen bis heute. Die Klosterkirche, erbaut zwischen 1346 und 1366, ist ein einschiffiger gotischer Backsteinbau mit einem Chor von gleicher Breite und einer bemalten Balkendecke. Sie wurde der Jungfrau Maria geweiht.
Geschichte des Bestandsbildners: 1527 führte Herzog Ernst, der Bekenner, von Braunschweig-Lüneburg die lutherische Reformation ein. Er nutzte diese, um Propst Friedrich Burdian abzusetzen und durch einen Amtmann seiner Wahl zu ersetzen. Damit gehörte die ehemalige Propstei mit ihren Einnahmen zum herzoglichen Besitz, wodurch dem Kloster seine ökonomische Grundlage und die damit verbundene Unabhängigkeit genommen wurde.
Der Konvent des Klosters Isenhagen blieb dem alten Glaube lange verbunden. Veränderungen des klösterlichen Lebens im Sinne der Reformation zogen sich bis 1540 hin. In jenem Jahr wandelte sich das Kloster endgültig vom Zisterzienser-Nonnenkloster zum evangelischen Damenstift.
Das tägliche Klosterleben orientierte sich auch nach der Reformation noch lange an alten Bräuchen. Dies zeigt unter anderem die Begründung des Baus eines Fachwerkhauses vor dem Klostereingang. Es wurde erbaut, um Reisenden, besonders männlichen, eine Unterkunft anbieten zu können. Erst der Dreißigjährige Krieg beendete diese Form der mittelalterlichen Gastpflicht.
Auch heute noch wird das Damenstift von einer Äbtissin geleitet, die dem Konvent vorsteht. Der Konvent gibt sich, in Anlehnung an alte klösterliche Traditionen, eine geistliche Ordnung. So werden in Isenhagen an bestimmten Tagen und zu verschiedenen Anlässen die auch in der lutherischen Kirche gebräuchlichen Stundengebete (Horen) regelmäßig gesungen.
Im 20. Jahrhundert ist der Konvent zu Isenhagen bedingt durch zwei Weltkriege mittellos geworden, so dass er heute vom Land Niedersachsen erhalten werden muss.
Stand: Juli 2008
Bestandsgeschichte: Der im Hauptstaatsarchiv Hannover überlieferte Urkundenbestand des Klosters Isenhagen umfasst lediglich 13 Urkunden aus der Zeit von 1246 bis 1558; diese Stücke sind aus dem herzoglichen Archiv nach Betreff zusammengestellt worden (Pertinenzbestand) und waren früher bei Celle Or. 17-28 eingereiht. Der Hauptteil der Urkundenüberlieferung liegt im Kloster.
Stand: Juli 2008
Findmittel: EDV-Findbuch 2008
Bearbeiter: Der kurze Abriss der Geschichte des Klosters Isenhagen ist in Zusammenarbeit mit dem Praktikanten Rüdiger Brandis im Juli 2008 geschrieben worden.
Zusatzinformationen: Die Urkunden weisen Wasserschäden auf.
Bestand
Literatur: Appuhn, Horst, Kloster Isenhagen, Lüneburg 1966. (Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: T Isenhagen 1) Brandis, Wolfgang, Chronik des Klosters Isenhagen 1578-1720, Gifhorn 2005. (Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: BS VI 62) Dickmann, Günter, Kampf ums Kloster. Vom Nonnenstift zum evangelischen Damentift - die Reformation bei den Zisterzienserinnen in Isenhagen, Hankensbüttel 1996. (Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: SD 3190) Faust, Ulrich, Bearb., Germania Benedictina, Bd. 12: Norddeutschland, München 1994. Hodenberg, Wilhelm von, Die Urkunden des Klosters Marienrode, Hannover 1859, Calenberger Urkundenbuch, 4. Abteilung (nachgewiesen als: UB Marienrode Nr.) (Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: Sc 1,4) Meyer, Adolf, Kloster Isenhagen geplündert : ein paar verwegene Burschen wollten sich ihren Sold auf eigene Faust verschaffen, in: Isenhagener Kreisblatt, Nr. 160, 1963 (Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: Sb 73,19 - Sammelmappe Kreis und Stadt Gifhorn -) Riggert, Ida-Christine, Die Lüneburger Frauenklöster, Hannover 1996. (Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: 01881) Urkundenbuch des Klosters der Mutter Maria zu Isenhagen, hrsg. vom Historischen Verein für Niedersachsen, Hannover 1870, Lüneburger Urkundenbuch, 5. Abteilung (nachgewiesen als UB Isenhagen Nr.) (Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: Sb 6,5) Homepage des Klosters Isenhagen (Stand: Juli 2008): http://www.kloster-isenhagen.de
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 12:45 MESZ