Vor Wennemar Wrede (de Wrede), Freigrafen der Stadt Münster, bekunden Heinrich von Ascheberg (Asscheberge) und seine Frau Gertrud, daß Streit zwischen ihnen und Friedrich Norendin (Norentin) entstanden ist, als letzterer den Hof zu Bisping (Bispinck) im Kirchspiel Rinkerode (Rinckkenrode) gekauft und begonnen hat, ihn mit Bauten und Graben (timmer unde grafft) zu versehen. Dieser Streit ist durch Freunde in folgender Weise friedlich beigelegt worden: Da der Hof zu Bisping ein Mannlehen des münsterischen Stifts und ein freies Salgut ist darf Norendin Bauten und Graben anlegen und den Hof samt Trift und in allen Teilen ohne Hinderung durch die von Ascheberg nutzen, wie es einem Ritter zusteht, jedoch mit dem Vorbehalt, daß die Eigenhörigen der von Ascheberg den Weg am Hof vorbei durch das Loe und Sprekeldaern aus der Davert zur Trift benutzen dürfen und die seit alters übliche Pacht dafür an den Hof zahlen. Im übrigen kann Norendin sein Saatland (jaersedige lant) bekampen und nach Wunsch nutzen. Ferner haben die von Ascheberg 3 Stücke Land im Mersche und 1 Stück inne von denen den Domherren der Zehnte zusteht und die zum genannten Hof gehören. Dafür sollen sie jährlich 4 Schilling zahlen, bis der Schulte oder der Erbe des Hofes zu Bisping das Land zurückfordert. Weiter haben die von Ascheberg keine Hude oder Trift von der Borch durch Loe und Sprekeldaern, wenn Mast ist. Dann müssen sie durch Holtkamp liggen legen den bome achter der Borch treiben, denn für die an den Hof van der Borch gezahlten Pachten gebrauchen sie Weg und Gras im Loe und Sprekeldaern, wenn keine Mast ist. Sodann bekunden die Brüder Heinrich und Johann von Ascheberg auf Anforderung Norendins bei dem Eid den sie dem Reich geschworen haben, daß hinter dem Hof zu Bisping am Bach eine Mühle gelegen hat, wie man u. a. noch an den Pfosten erkennen kann. Siegelankündigung des Freigrafen. Zeugen: Ludolf von Lüdinghausen (Luinchusen), Herr Hermann Droste, Herr Johann von Merveldt (Mervelde), Wilhelm von Büren (Buren), Adolf von Walsum (Walsem), Dietrich Fridag (Fridach) von Aden (Aeden), Johann de Swarte, Hermann de Buck, Johann Kerckering (Kerkerinck), Sohn von Thomas. up dinxtach na sunt Gerdruet der hilligen jungferen