Nachlass Adolf Riege (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigenLandeskirchliches Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Objekt beim Datenpartner
N 143
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1974-1974
Bestandsgeschichte: Der Nachlassgeber Adolf Riege wurde am 27. Februar 1906 in Hameln geboren. Nach seinem Examen 1931 arbeitete er als Pastor coll. an der Schlosskirche Hannovers. Von 1936 bis 1943 war er als Pastor in Lübeck tätig. Riege gehörte seit dem 01. Mai1933 der NSDAP an, 1931 zudem der "Arbeitsgemeinschaft völkischer Pfarrer". Nach eigenen Angaben war er lediglich von 1934 bis 1935 auch Mitglied der Deutschen Christen (D.C.). Allerdings weist Klauspeter Reumann in "Kirche und Nationalsozialismus", S. 167, ausdrücklich darauf hin, dass Riege 1935 noch immer den D.C. angehörte. Wahrscheinlich wurde er gerade auf Grund dieser Tatsache in Lübeck eingestellt. Denn in der Lübeckischen Landeskirche standen sich die D.C.- freundliche Kirchenleitung und die der Bekennenden Kirche nahe stehenden Pastoren unversöhnlich gegenüber. Von der Berufung Rieges dürfte auch der Landesbischof Balzer eine Stärkung der Position der D.C. erhofft haben. 1943 mußte Riege seinen Wehrdienst ableisten. Im Anschluss an die amerikanische Gefangenschaft nahm er seinen Dienst als Pastor wieder auf, diesmal allerdings in Nüsse (bei Lübeck). In seinem Entnazifizierungsverfahrens am 16. Mai 1946 wurde er in der Stufe 5 (entlastet) kategorisiert. Riege wurde am 01. März 1974 in den Ruhestand versetzt. Am 09. Juli 1994 verstarb er. Der vorliegende Bestand wurde 1985 von Riege persönlich dem Landeskirchenarchiv Hannover übergeben. Er erhält in erster Linie Unterlagen zu Rieges Entnazifizierungsverfahren, aber auch Zeitungsausschnitte und Abhandlungen, die überwiegend die Themen "Kirchenkampf" und "Entnazifizierung" behandeln, ebenso sind verschiedene Predigttexte enthalten. Ein Großteil dieser Schriften hat Riege selber verfasst. Die vorgefundene Ordnung der Dokumente wurde bei der Verzeichnung belassen. Personalakten Rieges aus der Zeit als Angehöriger der Hann. Landeskirche (bis 1935) sind im Zweiten Weltkrieg verbrannt. Im Archiv der Nordelbischen Landeskirche in Kiel sind jedoch Personalakten seiner Lübecker Dienstjahre vorhanden. Dieser Bestand wurde im August 2007 im Rahmen eines Praktikums verzeichnet. Der Bestand ist uneingeschränkt benutzbar.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
01.04.2025, 13:47 MESZ
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