Nachlass Krausen, Edgar (Bestand)
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NL Krausen Edgar
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.1 Nachlässe und Familienarchive >> 5.1.2 Nachlässe >> Nachlässe F - K
1931-1987
Vorwort: Edgar Krausen wurde am 29. Dezember 1912 in München geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte und Zeitungswissenschaften an der LMU München. Sein Studium schloss er 1935 bei Prof. Karl Alexander von Müller mit einer Dissertation zur Wirtschaftsgeschichte der Zisterzienserabtei Raitenhaslach, zu der er von Jugend an aufgrund verwandtschaftlicher Bande eine besondere Beziehung hatte, ab. Von 1937 bis 1977 gehörte er - unterbrochen von Kriegsdienst und amerikanischer Kriegsgefangenschaft - der bayerischen Archivverwaltung an. Seine erste Anstellung fand er am ehemaligen Staatsarchiv Neuburg a. d. Donau. Nach langen Jahren beim Geheimen Staatsarchiv bzw. beim Bayerischen Hauptstaatsarchiv war er zuletzt ab dem Jahr 1971 bei der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns als Archivdirektor tätig. Sein Leben war von einer unermüdlichen Forschungstätigkeit geprägt, die in einer Vielzahl von Publikationen, insbesondere in unzähligen Zeitungs- und Zeitschriften-Beiträgen, mündete. Auch wenn sein Hauptaugenmerk auf der Geschichte des Zisterzienserordens lag, so beschäftigte er sich doch intensiv mit vielen anderen Themen, so mit den in Bayern verehrten Heiligen, mit dem Wallfahrtswesen und dem religiösen Brauchtum, mit der Geschichte anderer Orden, mit bayerischen Adelsfamilien sowie mit Forst- und Brauereigeschichte. Als Hauptsäulen seines Lebenswerkes kann man sicher die beiden Germania-Sacra-Bände "Die Zisterzienserabtei Raitenhaslach" (1977) und "Das Augustinerchorherrenstift Dietramszell" (1988) bezeichnen. Unübersehbar sind auch die Vielzahl von Buchrezensionen, die Edgar Krausen verfasste und die zu einem starken Anwachsen seiner Privatbibliothek führte. Davon konnte die Amtsbibliothek des Bayerischen Hauptstaatsarchivs über 2200 Bände übernehmen. Einer seiner wesentlichen Dienstaufgaben war das Redigieren der beiden Reihen "Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern" und "Bayerische Archivinventare". Oder wie es Prof. Dr. Erich Stahleder, Direktor des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, im Jahr 1988 formulierte: "Die Publikationstätigkeit der staatlichen Archive Bayerns in den Nachkriegsjahrzehnten ist ohne Edgar Krausen nicht denkbar." Edgar Krausen steuerte zu dieser Inventarreihe ebenfalls bei, nämlich die Archivinventare der Marktgemeinde Pöttmes, der Freiherren von Gumppenberg und des Stadtarchivs Mühldorf. Am meisten gefragt in Archivarskreisen ist aber sicherlich sein Inventar "Die handgezeichneten Karten im Bayerischen Hauptstaatsarchiv sowie in den Staatsarchiven Amberg und Neuburg a. d. Donau bis 1650" aus dem Jahr 1973. Edgar Krausen war u.a. Mitglied der Commission d’Histoire de l’Ordre de Citeaux (seit 1948) und der Bayerischen Benediktinerakademie (seit 1959) sowie (seit 1967) 2. Vorsitzender des Vereins für christliche Kunst. Edgar Krausen starb am 15. Januar 1988 in München. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv übernahm seinen Nachlass 1991 von seiner Witwe. Der Bestand beinhaltet überwiegend die aus seiner wissenschaftlichen Tätigkeit erwachsene Überlieferung wie Materialsammlungen, Manuskripte und Korrespondenzen. Meist handelt es sich um Vorarbeiten für tatsächliche, teilweise auch um Vorarbeiten für nur geplante Veröffentlichungen. Erwähnt werden muss, dass viele der Notizen von Edgar Krausen in Kurzschrift verfasst sind. Gedruckte Publikationen von Edgar Krausen wurden nur in Ausnahmefällen im Bestand belassen, da sie ausnahmslos in der Amtsbibliothek des Bayerischen Hauptstaatsarchivs zur Verfügung stehen. München, 26.1.2022 Joachim Glasner
Nachlass Krausen, Edgar
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Bestand
Akten
ger
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:04 MESZ