Supplicationis Auseinandersetzung um die Bezahlung von Schulden
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(1) 3236
Wismar S 293, Nr. 13 (W S 8 n. 293, Nr. 13)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 06. 1. Kläger F
(1740) 10.10.1742-11.05.1743; 03.02.1777-
Kläger: (2) Dr. med. Johann Anthon Friderici, Arzt zu Hamburg, ab 1777 dessen Erbe Dr. Johann Hermann Wille, 1. Medikus des kaiserlich russischen Gouvernements in Polozk
Beklagter: Dr. Carl Christoph Gröning als gemeinsamer Anwalt des Strahlenheimschen Konkurses
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Georg Gustav Gerdes (A & P); seit 1777: Johann Franz von Palthen (A & P)
Fallbeschreibung: Der Kl. war der Arzt des verstorbenen Residenten im Niedersächsischen Reichskreis Carl Christoph von Strahlenheim und macht für dessen Behandlung und Medikamente 154 Mk. lüb. 1 s geltend. Das Tribunal fordert den Bekl. am 12.10.1742 auf, sich binnen 6 Wochen zu der Rechnung zu äußern. Am 28.02.1743 moniert der Bekl., daß der Kl. Kosten in die Rechnung aufgenommen hat, die dort nicht hineingehören. Das Tribunal weist den Kl. am 01.03. an, die Rechnung entsprechend zu ändern und erhält die geänderte Rechnung am 18.04.1743. Am 02.03.1777 meldet Palthen die Ansprüche Dr. Willes auf die Zinszahlungen an, am 04.08. beweist er, daß Wille noch am Leben ist, erbittet die Zinszahlungen und erhält diese am 06.08.1777. Am 21.01.1785 erklärt Palthen, daß Wille in Rußland verstorben ist und über seine Erben nichts bekannt sei und erbittet Entscheidung des Tribunals, was er mit dem Geld des Kl.s machen solle. Am 24.03. legt Palthen Berechnung über Forderungen des Kl.s und seine Ausgaben vor, bittet um Bestätigung und erhält diese am 30.03.1785. Da der Aufenthaltsort der Erben der Kl. unklar ist, legt Palthen am 13.01.1786 seine Berechnung über die Aufteilung der dem Kl. zustehenden 61 Rtlr 20 s unter die anderen Gläubiger vor, bittet um Bestätigung und erhält diese am 09.03. Am 11.03.1786 erbittet Palthen die Auszahlung der Summe und erhält sie am selben Tag.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1742-1786
Prozessbeilagen: (7) Arzt- und Medikamentenrechnung 20.01.1740-09.08.1740 über 154 Mk. lüb. 1 s; berichtigte Rechnungen über 140 Mk. lüb. 5 s und 13 Mk. lüb. 9 s; Prozeßvollmacht des Kl.s für Dr. Gerdes vom 11.05.1743; "Hamburgische Neue Zeitung" vom 15.01.1777; Vollmacht Dr. Willes für den Hamburger Kaufmann Johann Dietrich Ahlers vom 05.09.1768; Brief Dr. Willes an Palthen vom 23.02.1777; Schreiben Dr. Boltes aus Hamburg an Palthen vom 10.11.1783; Zinseinnahmen des Kl.s; Kosten Plathens vom 19.01.1777-24.03.1785
Beklagter: Dr. Carl Christoph Gröning als gemeinsamer Anwalt des Strahlenheimschen Konkurses
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Georg Gustav Gerdes (A & P); seit 1777: Johann Franz von Palthen (A & P)
Fallbeschreibung: Der Kl. war der Arzt des verstorbenen Residenten im Niedersächsischen Reichskreis Carl Christoph von Strahlenheim und macht für dessen Behandlung und Medikamente 154 Mk. lüb. 1 s geltend. Das Tribunal fordert den Bekl. am 12.10.1742 auf, sich binnen 6 Wochen zu der Rechnung zu äußern. Am 28.02.1743 moniert der Bekl., daß der Kl. Kosten in die Rechnung aufgenommen hat, die dort nicht hineingehören. Das Tribunal weist den Kl. am 01.03. an, die Rechnung entsprechend zu ändern und erhält die geänderte Rechnung am 18.04.1743. Am 02.03.1777 meldet Palthen die Ansprüche Dr. Willes auf die Zinszahlungen an, am 04.08. beweist er, daß Wille noch am Leben ist, erbittet die Zinszahlungen und erhält diese am 06.08.1777. Am 21.01.1785 erklärt Palthen, daß Wille in Rußland verstorben ist und über seine Erben nichts bekannt sei und erbittet Entscheidung des Tribunals, was er mit dem Geld des Kl.s machen solle. Am 24.03. legt Palthen Berechnung über Forderungen des Kl.s und seine Ausgaben vor, bittet um Bestätigung und erhält diese am 30.03.1785. Da der Aufenthaltsort der Erben der Kl. unklar ist, legt Palthen am 13.01.1786 seine Berechnung über die Aufteilung der dem Kl. zustehenden 61 Rtlr 20 s unter die anderen Gläubiger vor, bittet um Bestätigung und erhält diese am 09.03. Am 11.03.1786 erbittet Palthen die Auszahlung der Summe und erhält sie am selben Tag.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1742-1786
Prozessbeilagen: (7) Arzt- und Medikamentenrechnung 20.01.1740-09.08.1740 über 154 Mk. lüb. 1 s; berichtigte Rechnungen über 140 Mk. lüb. 5 s und 13 Mk. lüb. 9 s; Prozeßvollmacht des Kl.s für Dr. Gerdes vom 11.05.1743; "Hamburgische Neue Zeitung" vom 15.01.1777; Vollmacht Dr. Willes für den Hamburger Kaufmann Johann Dietrich Ahlers vom 05.09.1768; Brief Dr. Willes an Palthen vom 23.02.1777; Schreiben Dr. Boltes aus Hamburg an Palthen vom 10.11.1783; Zinseinnahmen des Kl.s; Kosten Plathens vom 19.01.1777-24.03.1785
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:27 MEZ