Zeugnis
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A 2 d (Geburtsbriefe) Nr. A 2 d (Geburtsbriefe) Nr. 5983
A 2 d (Geburtsbriefe) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 12-17a)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 12-17a) >> Bd. 15 Geburtsbriefe 1696-1795
1778 Mai 19
Regest: Die geschworenen Vormeister und andere Meister des Schneider-Handwerks in der kurfürstl. sächsischen freien Bergstadt Schneeberg, Johann Georg Hötzel, Christian Friedrich Bochmann, Johann Siegmund Härtel, Carl Heinrich Stämmler, Georg Christoph Rentzsch, Georg Adam Seydel, Christian Gottlieb Bauer und Christian Gottfried Zieroldt bezeugen: Meister Johann David Klein hat am 26. Juni 1774 bei offener Lade und Versammlung der Vormeister die vorgeschriebenen Meisterstücke, nämlich eine Chamelotte +) und dazu gehörigen Unterrock in deren Gegenwart geschnitten und am 6. Juli 1774 verfertigt und wohl ausgearbeitet aufgewiesen, auch sogleich die weiter angeordneten Risse (= Zeichnungen), nämlich einen Priesterrock, Messgewand und ein Chorröckchen, gezeichnet, auch hiebei alle Praestationes praestiert (wohl = Gebühren bezahlt). Er hätte auch seinen Lehrbrief vorlegen sollen. Er ist aber vorstellig geworden, dass ihm dieser nicht sogleich mit dem Geburtsschein zugeschickt worden sei. Er hat mit Mund und Hand versprochen, ihn binnen 3 Monaten bei der Innung einzuhändigen, würde aber trotzdem nicht als Meister angenommen worden sein, wenn er sich nicht einstweilen mit besonderen tüchtigen Kundschaften (= Zeugnissen) und durch seine Arbeit als Geselle bei Schneeberger Meistern während eines ganzen Jahres wohl legitimiert und sich sonst sehr wohl verhalten hätte. Er ist wiederholt zur Einreichung des Lehrbriefes angehalten worden. Er hat aber auf die Kosten wegen der Entfernung hingewiesen. Auch sei er gesonnen, demnächst nach Hause zu reisen, wobei er ihn mit weniger Kosten bekommen könne. Das ist ihm sowohl vom Handwerk als auch von der Obrigkeit zugestanden worden. Da er sich entschlossen hat, sich anderwärts niederzulassen, werden alle Innungsmeister des Schneiderhandwerks, welche der Meister Klein mit schuldigst beizufügendem Lehrbrief ersucht, gebeten, ihn in ihre Zünfte und Innungen aufzunehmen.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Ausstellungsort: Schneeberg
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Johann Georg Hötzel
Christian Friedrich Bochmann als Vormeister
Papiersiegel des Schneiderhandwerks
Bemerkungen: +) Fischer: Schw. WB: ein wertvolles Gewebe, ursprünglich aus Kamelshaar
Genetisches Stadium: Or.
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Johann Georg Hötzel
Christian Friedrich Bochmann als Vormeister
Papiersiegel des Schneiderhandwerks
Bemerkungen: +) Fischer: Schw. WB: ein wertvolles Gewebe, ursprünglich aus Kamelshaar
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ