Vor dem Straßburger Notar und Bürger Jeremias Ursinus von Walldorf in der Kurpfalz erklären Anna Margarete von Helmstatt, geb. von Liebenstein, Witwe Pleikards von Helmstatt zu Hinsingen, Ritters und Obristen, württ. Rats und Landhofmeisters, und ihre Mitvormünder für ihre Kinder Johann Friedrich und Ursula Sophie, Obrist Philipp von Liebenstein, Valentin und Hans Leonhard von Helmstatt und Marzolph von Hunolstein, ihr Mißfallen an der Übernahme einer Kompanie zu Fuß bei dem Obristen Schmidtberg durch Anna Margaretes ältesten Sohn Pleikart und lassen diesen durch den Notar auffordern, den Kriegsdienst aufzugeben und sich der Verwaltung seiner Güter zu widmen; vorsorglich lehnen sie jede Haftung für einen Schaden ab, der durch Pleikards Kriegsdienst eintreten sollte, und fordern ihn auf, vor allem seinen jüngeren Bruder schadlos zu halten. Der Notar überbringt diese Protestation dem im selben Haus anwesenden Pleikart und erhält von ihm zur Antwort, daß er bei dem Ruin des Landes auf seinen Gütern kein Auskommen finden könne und daher nur aus Notdurft und als Privatkavalier, nicht aus Passion und auch ohne Kenntnis der Kriegsursachen Soldat geworden sei und daher keinen Schaden für seine Familie erwarte. Pleikart erklärt sich zum Schadensersatz bereit, behält sich aber eventuellen Kriegsgewinn vor. Zeugen: Nikolaus Boissertes, stud. theol., und Abraham Marronet, stud. iur., beide aus Mömpelgard, sowie Samuel Freudenberg, Schreiber aus Stralsund.
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Vor dem Straßburger Notar und Bürger Jeremias Ursinus von Walldorf in der Kurpfalz erklären Anna Margarete von Helmstatt, geb. von Liebenstein, Witwe Pleikards von Helmstatt zu Hinsingen, Ritters und Obristen, württ. Rats und Landhofmeisters, und ihre Mitvormünder für ihre Kinder Johann Friedrich und Ursula Sophie, Obrist Philipp von Liebenstein, Valentin und Hans Leonhard von Helmstatt und Marzolph von Hunolstein, ihr Mißfallen an der Übernahme einer Kompanie zu Fuß bei dem Obristen Schmidtberg durch Anna Margaretes ältesten Sohn Pleikart und lassen diesen durch den Notar auffordern, den Kriegsdienst aufzugeben und sich der Verwaltung seiner Güter zu widmen; vorsorglich lehnen sie jede Haftung für einen Schaden ab, der durch Pleikards Kriegsdienst eintreten sollte, und fordern ihn auf, vor allem seinen jüngeren Bruder schadlos zu halten. Der Notar überbringt diese Protestation dem im selben Haus anwesenden Pleikart und erhält von ihm zur Antwort, daß er bei dem Ruin des Landes auf seinen Gütern kein Auskommen finden könne und daher nur aus Notdurft und als Privatkavalier, nicht aus Passion und auch ohne Kenntnis der Kriegsursachen Soldat geworden sei und daher keinen Schaden für seine Familie erwarte. Pleikart erklärt sich zum Schadensersatz bereit, behält sich aber eventuellen Kriegsgewinn vor. Zeugen: Nikolaus Boissertes, stud. theol., und Abraham Marronet, stud. iur., beide aus Mömpelgard, sowie Samuel Freudenberg, Schreiber aus Stralsund.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 69 von Helmstatt U 911
5/12/23/f
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 69 von Helmstatt Archiv von Helmstatt: Urkunden, Akten, Amtsbücher, Bilder, Pläne, Karten
Archiv von Helmstatt: Urkunden, Akten, Amtsbücher, Bilder, Pläne, Karten >> Urkunden >> von Helmstatt >> 1620-1639
1637 (1637 Februar 20 Straßburg, auf dem alten Weinmarkt unten an der Leimengasse im helmstattischen Hof, gen. zum Treubel)
Urkunden
Ausf. Perg., Notariatssignet
Boissertes, Nikolaus, stud.theol., aus Mömpelgard
Freudenberg, Samuel, Schreiber aus Stralsund
Helmstatt zu Hinsingen, von; Anna Margarete, geb. von Liebenstein
Helmstatt zu Hinsingen, von; Bleikhard, Obrist
Helmstatt zu Hinsingen, von; Bleikhard, württ. Landhofmeister
Helmstatt, von; Hans Leonhard
Helmstatt, von; Johann Friedrich
Helmstatt, von; Ursula Sophie
Helmstatt, von; Valentin
Hunolstein, von; Marzolf
Liebenstein, von; Anna Margarete
Liebenstein, von; Philipp, Obrist
Marronet, Abraham, stud.iur., aus Mömpelgard
Schenk von Schmidtberg; N.N., Obrist
Ursinus; Jeremias, Notar zu Straßburg
Mömpelgard (Dép. Doubs) [F]
Stralsund HST
Straßburg, Dép. Bas-Rhin F
Walldorf HD
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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