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AmZ 42 (Nr. 36, 2.9.1840), Sp. 749–752. „Idomeneus von Mozart war sehr gut besetzt, mit höchster Sorgfalt einstudirt und in allem Aeussern möglichst ausgeschmückt. Die Rezitative mit blosem Bass, die man jetzt nicht mehr hören mag (und man hat wohl vollkommen recht) waren möglichst abgekürzt, und einfach mit Streichquartett begleitet. Die Ausführung war höchst lobenswerth. Es war also Alles geschehen, was geschehen konnte, um der Oper Beifall zu verschaffen – aber es gelang dies bei Weitem nicht so, wie der hochgeehrte Name Mozart hoffen, ja erwarten liess. Wenige Kenner abgerechnet, die beim Applaudiren natürlich nicht die lautesten sind, fand das grössere Publikum die Oper langweilig. Dass der Text, der einen den Meisten unbekannten Mythus behandelt, dies wirklich sei, wenigstens nach unsern jetzigen Anforderungen an ein gutes Opernbuch, lässt sich zwar nicht leugnen, dass aber so viele feine Leute, die es gar zu gern haben, wenn man sie für hochgebildete Musikliebhaber hält, nicht Muth und Kraft hatten, einmal über einen etwas langweiligen Text hinwegzusehen und eine treffliche Opernmusik das eine Mal als Konzertmusik zu betrachten, ist blos ihretwegen zu beklagen. – Ein Terzett und Quartett, die ein Dutzend neuer Opern aufwiegen, wurden zwar ausgezeichnet, aber bei Weitem nicht so, wie sie es verdienten. Sie sind aber auch gar zu solid, und ohne alle modische Bockssprünge geschrieben. Sehr zu rühmen ist es, dass die Direkzion, welche ganz gewiss die geringe Wirkung der klassischen Oper auf die Masse voraussah, sich doch nicht abhalten liess, dieselbe in Szene zu setzen und sie so gut zu geben, als es unsere Mittel nur immer gestatteten.“ (Ebd., Sp. 751f.)