Portar und Kapitel der Kollegiatkirche St. Viktor in Xanten bekunden in einer Kapitelsversammlung: Wessel Hotman, Propst von St. Maria zu Rees und Seniorkanoniker ihrer Xantener Kirche, der einen Altar der Heiligen Christophorus und Erasmus, der 10000 Märtyrer, des Märtyrers Georg, des Apostels Bartholomeus und aller Märtyrer in ihrer Kirche stiften und zum Unterhalt eines Priesters bzw. Rektors, der wöchentlich 4 Messen an dem Altar lesen soll, dotieren will, schenkt dem Altar folgende Jahrrenten: 34 Schilling aus dem Haus des Jodocus ingen Gadem im Kirchspiel Veen (Venna), einst dem Johann vandem Berge gehörig, 19 Schilling aus dem Haus des + Nikolaus von Echt, jetzt des Heinrich von Wachtendonk, 6 Schilling aus dem Haus des + Hermann von Brunnen, jetzt des Johann Kaell, in der Scharnstraße (platea Macelli) in der Stadt Xanten, 2½ Rheinische Gulden aus dem Haus des + Heinrich Bartscherer am Markt zu Xanten in der Klever Straße, 3½ Gulden aus dem Haus des Johann Hunenbart, 5½ Gulden aus dem Hof des Adolf von Meverden im Kirchspiel Appeldorn gen. Angenheze, den Jordan angen Heese bebaut, 1½ Gulden aus 2 Hausstätten gen. ther Doysen und Tackenbach [?] im Labbeckerbruch (-broich), 6 Gulden aus 6 holländischen Morgen uf dem Krayenvenschen dick, die dem Arnold Gryns gehören, 5 Gulden aus dem Haus des + Johann Qwaid und seiner Ehefrau Nonnekina in der Scharnstraße, und außerdem das Haus mit Garten des + Werner vanden Sande in der Rheinstraße in Xanten als Wohnung des Altarrektors, ferner 5 Malter Weizen, 10 Malter Korn und 9 Malter Gerste Rente Kalkarer Maßes aus dem Hof des Herzogs Johann von Kleve, Berg und Jülich gen. Kerckmans hof im Kirchspiel Vynen (Vynnen) des Landes Kleve, die für 400 Gulden laut Urkunde des Herzogs gekauft wurden. Wessel benennt als ersten Altarrektor seinen Familiaren Rutger vanden Speet, Kleriker der Diözese Köln. Dieser soll wöchentlich 4 Mesen feiern, davon eine für die Verstorbenen der Stifterfamilie. Er soll wie die anderen Vikare den Chor aufsuchen und binnen einem Jahr nach Einsetzung die Priesterweihe erlangen. Auf Bitten Wessels genehmigen Portar und Kapitel die Dotation und setzen den nomninierten Rutger als ersten Altarrektor ein. Die Kollation des Altars soll künftig bei Vakanz nach Wessels Tod dem Kapitel zustehen. Wessel behält auf Lebenszeit die Disposition über die Vikarie. Der Altarrektor ist zu den täglichen Austeilungen zugelassen. Wenn er den Chorbesuch vernachlässigt, werden seine Einkünfte einbehalten, die dem Fabrikmeister zufallen. Die Urkunden des Altars werden bei den Privilegien ihrer Kirche aufbewahrt. Sie erteilen den Auftrag, Rutger in den körperlichen Besitz der Vikarie einzuführen und ihm die Altareinkünfte zu überantworten. - Zeugen: Johann Molencamp, Vikar, und Rener Tylmanni, Kustos der Xantener Kirche. - Sie haben den Notar, ihren Sekretär, diese Urkunde unterschreiben, ihr Kirchensiegel ad causas und das Siegel Wessels anhängen lassen. Datum et actum in domo capitulari ecclesiae nostrae Xantensis ... 1526 indictione 14 die lunae 19 mensis Februarii