Mandatum poenale Auseinandersetzung um einen entlaufenen Bauern
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(1) 2873
Wismar S 12 (W S 1 n. 12)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 19. 1. Kläger S
(1653) 20.04.1657-02.06.1657
Kläger: (2) Dietrich von Stralendorf und Oberstleutnant Niels Rohde, Eigentümer bzw. Pfandinhaber des Gutes Goldebee
Beklagter: Johann Bartolt Mylich, Amtmann zu Neukloster
Fallbeschreibung: Der angeblich leibeigene Bauer Jories Lübke ist mit seiner Familie vor 8 Jahren aus dem Gut Goldebee ins Amt Neukloster gegangen und hat sich dort als Kuhhirte angesiedelt, Bitten der Kl. an den Bekl. ihn auszuliefern, waren bisher erfolglos, weshalb Kl. das Tribunal um Anberaumung eines Vorbescheides und ein Strafmandat an Bekl. bitten, den Flüchtigen bei Strafe von 300 Rtlr festzuhalten. Das Tribunal setzt am 28.04. einen Vorbescheid auf den 13.05. an und trägt Bekl. auf, den Bauern nicht entkommen zu lassen. Am 09.05. bittet Bekl. um Verschiebung des Vorbescheids, das Tribunal setzt diesen auf den 02.06.1657 an. Dabei beweist Kl. mit Zeugenaussagen, daß er kein Leibeigener ist, sondern nur 4 Jahre einen Katen in Goldebee bewohnt und dort Dienste geleistet habe und nach Ablauf dieser Zeit nach Neukloster gegangen sei. Das Tribunal urteilt, Lübke dürfe solange in Neukloster bleiben, bis Kl. bewiesen hätten, daß er Leibeigener sei und beauftragen Bekl., ihn am Verlassen des Amtes zu hindern.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1657
Prozessbeilagen: (7) Protokoll des Vorbescheides vom 02.06.1657; von Notar Johannes Röding aufgenommenes Protokoll der Zeugenbefragung des Jasper Mewes, Hinrich Stange, Jürgen Brusehaver und Jürgen Giese vom 05.07.1653; von Notar Christoph Schanz aufgenommene Zeugenbefragungen des Jürgen Giese und Jasper Mewes vom 30.05.1657, des Jories Lübke vom 31.05.1657, der Hans Knieff, Claus Danckwarde und Chim Sieverdt vom 31.05.1657; Schreiben Heinrich Herzogs an Bekl. vom 26.05.1657
Beklagter: Johann Bartolt Mylich, Amtmann zu Neukloster
Fallbeschreibung: Der angeblich leibeigene Bauer Jories Lübke ist mit seiner Familie vor 8 Jahren aus dem Gut Goldebee ins Amt Neukloster gegangen und hat sich dort als Kuhhirte angesiedelt, Bitten der Kl. an den Bekl. ihn auszuliefern, waren bisher erfolglos, weshalb Kl. das Tribunal um Anberaumung eines Vorbescheides und ein Strafmandat an Bekl. bitten, den Flüchtigen bei Strafe von 300 Rtlr festzuhalten. Das Tribunal setzt am 28.04. einen Vorbescheid auf den 13.05. an und trägt Bekl. auf, den Bauern nicht entkommen zu lassen. Am 09.05. bittet Bekl. um Verschiebung des Vorbescheids, das Tribunal setzt diesen auf den 02.06.1657 an. Dabei beweist Kl. mit Zeugenaussagen, daß er kein Leibeigener ist, sondern nur 4 Jahre einen Katen in Goldebee bewohnt und dort Dienste geleistet habe und nach Ablauf dieser Zeit nach Neukloster gegangen sei. Das Tribunal urteilt, Lübke dürfe solange in Neukloster bleiben, bis Kl. bewiesen hätten, daß er Leibeigener sei und beauftragen Bekl., ihn am Verlassen des Amtes zu hindern.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1657
Prozessbeilagen: (7) Protokoll des Vorbescheides vom 02.06.1657; von Notar Johannes Röding aufgenommenes Protokoll der Zeugenbefragung des Jasper Mewes, Hinrich Stange, Jürgen Brusehaver und Jürgen Giese vom 05.07.1653; von Notar Christoph Schanz aufgenommene Zeugenbefragungen des Jürgen Giese und Jasper Mewes vom 30.05.1657, des Jories Lübke vom 31.05.1657, der Hans Knieff, Claus Danckwarde und Chim Sieverdt vom 31.05.1657; Schreiben Heinrich Herzogs an Bekl. vom 26.05.1657
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:29 MEZ