Gräflich Maldeghemsches Rentamt Niederstotzingen (Bestand)
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E Maldeghemsches Rentamt Niederstotzingen
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1830/1880
Vorwort: Gräflich Maldeghemsches Rentamt Niederstotzingen
Beim vorliegenden Bestand handelt es sich um Fragmente aus der Registratur des Gräflich Maldeghemschen Rentamts Niederstotzingen.
Im November 2011 schenkte Herr Stadtrat Roth dem Stadtarchiv Ulm Rechnungsakten des Gräflich Maldeghemschen Rentamts Niederstotzingen aus dem 19. Jahrhundert, die er vermutlich bei ebay erworben hatte. Da es im Hauptstaatsarchiv Stuttgart bereits einen umfangreichen Bestand "Gräflich von Maldeghemsches Archiv Niederstotzingen (Q 3/31)" gibt, wurden die Unterlagen dem HSTAS angeboten. Da bisher (Stand September 2017) noch keine Rückmeldung von Seiten des HStAS einging, wurden die Akten in der Beständegruppe "E-Fremdarchive" des Stadtarchivs verzeichnet.
Behörden- und Bestandsgeschichte (übernommen aus dem Vorwort zum Bestand Q3/31 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart):
Die Gräflich von Maldeghemsche Herrschaft in und um Niederstotzingen entstand erst im 19. Jahrhundert. Sie vereinigte verschiedene Rittergüter der Gegend mit jeweils eigener, teilweise weit zurückreichender Geschichte.
Die aus Flandern (Belgien) stammenden Grafen von Maldeghem fassten Anfang des 19. Jahrhunderts in Niederstotzingen Fuß. Karl Leopold vom Stain, der 1799 den burgschlossischen und freihausischen Teil der Herrschaft Niederstotzingen vereint hatte, war 1809 ohne direkte Erben gestorben. Als sein Neffe konnte Joseph Alexander Graf von Maldeghem aus Brüssel das Erbe für sich beanspruchen. Der aus Niederstotzingen, Bergenweiler und Riedhausen bestehende Allodialbesitz fiel zum großen Teil direkt an ihn. Einen anderen Teil erhielt zunächst die Schwester des Grafen Karl Leopold vom Stain. Nach deren Tod 1816 gelangte er ebenfalls an die Maldeghems. Die Stainschen Lehen fielen an die Linien Stain-Rechtenstein und Stain-Ichenhausen. Nach ihrer Allodifikation kaufte sie der Graf von Maldeghem, inzwischen der Sohn Joseph Alexanders, Karl Leopold Ludwig von Maldeghem, 1821 auf.
Zur Herrschaft Niederstotzingen gehörte neben dem burgschlossischen und freihausischen Teil ein Anteil des Klosters Kaisheim. Er war 1803 infolge Säkularisierung an das Königreich Bayern gefallen und 1810 im Zuge eines Gebietsaustausches an der bayrisch-württembergischen Grenze an das Königreich Württemberg gekommen. Auch diesen Teil kaufte Karl Leopold Ludwig von Maldeghem 1830 auf.
So war es erst dieses aus Flandern stammende Grafengeschlecht, dem es im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts gelang, die stark zersplitterte und auseinanderdriftende Stainsche Herrschaft Niederstotzingen wieder in einer Hand zu vereinen.
1821 kaufte der Graf Karl Leopold Ludwig von Maldeghem die den Herren von Riedheim gehörende Herrschaft Stetten mit Lontal und Reuendorf mitsamt der Koppelgerichtsbarkeit Kaltenburg. 1828 erwarb er das in der Nachbarschaft gelegene Gut Lindenau (Gemeinde Rammingen). Er stieß dieses aber 1833 - wohl zugunsten eines anderen Erwerbes - wieder ab. Denn 1833 kaufte er die benachbarte Herrschaft Oberstotzingen, die seit 1661 den Herren von Ungelter gehört hatte.
Zur Verwaltung der aus verschiedenen Teilen bestehenden Gutsherrschaft wurde als umfassende und einheitliche zentrale Verwaltung das Rentamt Niederstotzingen geschaffen, dem alle Besitzungen unterstellt wurden.
Beim vorliegenden Bestand handelt es sich um Fragmente aus der Registratur des Gräflich Maldeghemschen Rentamts Niederstotzingen.
Im November 2011 schenkte Herr Stadtrat Roth dem Stadtarchiv Ulm Rechnungsakten des Gräflich Maldeghemschen Rentamts Niederstotzingen aus dem 19. Jahrhundert, die er vermutlich bei ebay erworben hatte. Da es im Hauptstaatsarchiv Stuttgart bereits einen umfangreichen Bestand "Gräflich von Maldeghemsches Archiv Niederstotzingen (Q 3/31)" gibt, wurden die Unterlagen dem HSTAS angeboten. Da bisher (Stand September 2017) noch keine Rückmeldung von Seiten des HStAS einging, wurden die Akten in der Beständegruppe "E-Fremdarchive" des Stadtarchivs verzeichnet.
Behörden- und Bestandsgeschichte (übernommen aus dem Vorwort zum Bestand Q3/31 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart):
Die Gräflich von Maldeghemsche Herrschaft in und um Niederstotzingen entstand erst im 19. Jahrhundert. Sie vereinigte verschiedene Rittergüter der Gegend mit jeweils eigener, teilweise weit zurückreichender Geschichte.
Die aus Flandern (Belgien) stammenden Grafen von Maldeghem fassten Anfang des 19. Jahrhunderts in Niederstotzingen Fuß. Karl Leopold vom Stain, der 1799 den burgschlossischen und freihausischen Teil der Herrschaft Niederstotzingen vereint hatte, war 1809 ohne direkte Erben gestorben. Als sein Neffe konnte Joseph Alexander Graf von Maldeghem aus Brüssel das Erbe für sich beanspruchen. Der aus Niederstotzingen, Bergenweiler und Riedhausen bestehende Allodialbesitz fiel zum großen Teil direkt an ihn. Einen anderen Teil erhielt zunächst die Schwester des Grafen Karl Leopold vom Stain. Nach deren Tod 1816 gelangte er ebenfalls an die Maldeghems. Die Stainschen Lehen fielen an die Linien Stain-Rechtenstein und Stain-Ichenhausen. Nach ihrer Allodifikation kaufte sie der Graf von Maldeghem, inzwischen der Sohn Joseph Alexanders, Karl Leopold Ludwig von Maldeghem, 1821 auf.
Zur Herrschaft Niederstotzingen gehörte neben dem burgschlossischen und freihausischen Teil ein Anteil des Klosters Kaisheim. Er war 1803 infolge Säkularisierung an das Königreich Bayern gefallen und 1810 im Zuge eines Gebietsaustausches an der bayrisch-württembergischen Grenze an das Königreich Württemberg gekommen. Auch diesen Teil kaufte Karl Leopold Ludwig von Maldeghem 1830 auf.
So war es erst dieses aus Flandern stammende Grafengeschlecht, dem es im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts gelang, die stark zersplitterte und auseinanderdriftende Stainsche Herrschaft Niederstotzingen wieder in einer Hand zu vereinen.
1821 kaufte der Graf Karl Leopold Ludwig von Maldeghem die den Herren von Riedheim gehörende Herrschaft Stetten mit Lontal und Reuendorf mitsamt der Koppelgerichtsbarkeit Kaltenburg. 1828 erwarb er das in der Nachbarschaft gelegene Gut Lindenau (Gemeinde Rammingen). Er stieß dieses aber 1833 - wohl zugunsten eines anderen Erwerbes - wieder ab. Denn 1833 kaufte er die benachbarte Herrschaft Oberstotzingen, die seit 1661 den Herren von Ungelter gehört hatte.
Zur Verwaltung der aus verschiedenen Teilen bestehenden Gutsherrschaft wurde als umfassende und einheitliche zentrale Verwaltung das Rentamt Niederstotzingen geschaffen, dem alle Besitzungen unterstellt wurden.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 12:43 MESZ