Deutsch-Ordens-Kommende Beuggen (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 18
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Urkunden >> Kleinere geistliche Territorien >> Beuggen
1218-1803
Überlieferungsgeschichte
Vor 1800 mehrfache Flüchtungen des Archiv der Deutschordenskommende Beuggen. 1806 Anfall an Baden, 1826 Extradition von Beuggener Urkunden aus dem Deutschordensarchiv in Altshausen, 1840 Übernahme des Bestands vom Provinzialarchiv Freiburg ins Generallandesarchiv. Einreihung der älteren Kaiserurkunden in Bestände D und Rödelselekt
Inhalt und Bewertung
Generalia, badische Orte A-Z, nichtbadische Orte A-Z
Die Deutsch-Ordens-Kommende Beuggen entstand 1246 aufgrund einer Schenkung des Reichsministerialen Ulrich von Liebenberg; im Jahr darauf wurde die Fundierung um eine Zustiftung Ida von Klingens geb. von Tegerfelden vermehrt. Während des späten Mittelalters war Beuggen bevorzugter Sitz der Landkomture der Ordensballei Elsass und Burgund, aber nachdem es sich aber um die Mitte des 15. Jahrhunderts der habsburgischen Landesherrschaft nicht hatte entziehen können, zogen die Landkomture es vor, ihre Residenz auf Dauer im reichsunmittelbaren oberschwäbischen Altshausen zu nehmen. Der örtliche Komtur gehörte den vorderösterreichischen Landständen an. Der Besitz des Beuggener Ordenshauses lag beiderseits des Rheins, von Bellingen im Westen bis nach Lengnau im Osten und von der Aare im Süden bis in den Hochschwarzwald im Norden; ganz vereinzelt streute er bis ins Elsass. Niedergerichtliche Befugnisse hatte der Komtur in Beuggen, Karsau und Riedmatt, außerdem war er für fünfzehn Patronats- und inkorporierte Kirchen der Umgebung zuständig. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das aus einer mittelalterlichen Burg hervorgegangene Beuggener Ordensschloss nach Plänen Johann Kaspar Bagnatos umgebaut und bedeutend erweitert. Mit dem Ende des Alten Reiches fiel die Kommende 1806 an das Großherzogtum Baden das sie säkularisierte.
Überlieferung und Erschließung: Das noch vor der Säkularisierung nach Altshausen verbrachte Archiv des Deutsch-Ordens-Hauses Beuggen wurde 1826 zusammen mit den Archiven der Kommenden Mainau und Freiburg an Baden extradiert. Seit 1828 zunächst in Freiburg verwahrt, wurde es 1840 nach Karlsruhe verbracht und dort zumindest soweit erschlossen, dass Moriz Gmelin in den Jahren 1876 bis 1879 in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins ein Beuggener Urkundenbuch edieren konnte. Das Findbuch zu dem Urkundenbestand haben freilich Albert Krieger und Hermann Baier erst 1910 fertiggestellt. Eine Urkunde aus dem Bestand Beuggen wurde 1932 an das Staatsarchiv des Kantons Zürich abgegeben. Weiteres Archivgut gleicher Provenienz liegt in den Beständen D, 61, 62, 66-68 und 86 des Generallandesarchivs sowie im Ortsaktenbestand 229. Im Zuge der Neusignierung und -verpackung unter Anleitung Hansmartin Schwarzmaiers entstand 1989 ein maschinenschriftliches Repertorium, das 2014 von Yvonne Thürer für die Präsentation im Internet konvertiert wurde; die Endredaktion besorgte Kurt Andermann.
Literaturhinweise: Hansmartin Schwarzmaier/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45), Stuttgart 1996, S. 145-147; Moriz Gmelin, Urkundenbuch der Deutschordenskommende Beuggen, in: ZGO 28 (1876) S. 78-127 und 376-438, 29 (1877) S. 163-260, 30 (1878) S. 213-322 und 31 (1879) S. 168-233; Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund von ihrer Entstehung bis in die Reformationszeit (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 32), Bonn 1977.
Vor 1800 mehrfache Flüchtungen des Archiv der Deutschordenskommende Beuggen. 1806 Anfall an Baden, 1826 Extradition von Beuggener Urkunden aus dem Deutschordensarchiv in Altshausen, 1840 Übernahme des Bestands vom Provinzialarchiv Freiburg ins Generallandesarchiv. Einreihung der älteren Kaiserurkunden in Bestände D und Rödelselekt
Inhalt und Bewertung
Generalia, badische Orte A-Z, nichtbadische Orte A-Z
Die Deutsch-Ordens-Kommende Beuggen entstand 1246 aufgrund einer Schenkung des Reichsministerialen Ulrich von Liebenberg; im Jahr darauf wurde die Fundierung um eine Zustiftung Ida von Klingens geb. von Tegerfelden vermehrt. Während des späten Mittelalters war Beuggen bevorzugter Sitz der Landkomture der Ordensballei Elsass und Burgund, aber nachdem es sich aber um die Mitte des 15. Jahrhunderts der habsburgischen Landesherrschaft nicht hatte entziehen können, zogen die Landkomture es vor, ihre Residenz auf Dauer im reichsunmittelbaren oberschwäbischen Altshausen zu nehmen. Der örtliche Komtur gehörte den vorderösterreichischen Landständen an. Der Besitz des Beuggener Ordenshauses lag beiderseits des Rheins, von Bellingen im Westen bis nach Lengnau im Osten und von der Aare im Süden bis in den Hochschwarzwald im Norden; ganz vereinzelt streute er bis ins Elsass. Niedergerichtliche Befugnisse hatte der Komtur in Beuggen, Karsau und Riedmatt, außerdem war er für fünfzehn Patronats- und inkorporierte Kirchen der Umgebung zuständig. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das aus einer mittelalterlichen Burg hervorgegangene Beuggener Ordensschloss nach Plänen Johann Kaspar Bagnatos umgebaut und bedeutend erweitert. Mit dem Ende des Alten Reiches fiel die Kommende 1806 an das Großherzogtum Baden das sie säkularisierte.
Überlieferung und Erschließung: Das noch vor der Säkularisierung nach Altshausen verbrachte Archiv des Deutsch-Ordens-Hauses Beuggen wurde 1826 zusammen mit den Archiven der Kommenden Mainau und Freiburg an Baden extradiert. Seit 1828 zunächst in Freiburg verwahrt, wurde es 1840 nach Karlsruhe verbracht und dort zumindest soweit erschlossen, dass Moriz Gmelin in den Jahren 1876 bis 1879 in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins ein Beuggener Urkundenbuch edieren konnte. Das Findbuch zu dem Urkundenbestand haben freilich Albert Krieger und Hermann Baier erst 1910 fertiggestellt. Eine Urkunde aus dem Bestand Beuggen wurde 1932 an das Staatsarchiv des Kantons Zürich abgegeben. Weiteres Archivgut gleicher Provenienz liegt in den Beständen D, 61, 62, 66-68 und 86 des Generallandesarchivs sowie im Ortsaktenbestand 229. Im Zuge der Neusignierung und -verpackung unter Anleitung Hansmartin Schwarzmaiers entstand 1989 ein maschinenschriftliches Repertorium, das 2014 von Yvonne Thürer für die Präsentation im Internet konvertiert wurde; die Endredaktion besorgte Kurt Andermann.
Literaturhinweise: Hansmartin Schwarzmaier/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45), Stuttgart 1996, S. 145-147; Moriz Gmelin, Urkundenbuch der Deutschordenskommende Beuggen, in: ZGO 28 (1876) S. 78-127 und 376-438, 29 (1877) S. 163-260, 30 (1878) S. 213-322 und 31 (1879) S. 168-233; Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund von ihrer Entstehung bis in die Reformationszeit (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 32), Bonn 1977.
733 Urkunden
Bestand
Inventare des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs, 4. Band, Karlsruhe 1911, S. 152-155; Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände, bearb. von Hansmartin Schwarzmaier und Gabriele Wüst, Stuttgart 1996, S. 145-147; Moriz Gmelin, Urkundenbuch der Deutschordenskommende Beuggen, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 28 (1876) S.78-127, 376-438; 29 (1877) S.163-260; 30 (1878) S.213-322; 31 (1879) S.168-233
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ