Urkunden (Bestand)
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Stadtarchiv Jülich (Archivtektonik) >> Archivgut amtlicher Herkunft >> Stadt Jülich 1366-1815
25.11.1366-27.01.1821
Der Urkundenbestand des Stadtarchivs Jülich beinhaltet derzeit 90 Verzeichnungseinheiten. Die älteste überlieferte Urkunde stammt aus dem Jahr 1366 und die jüngste Urkunde ist auf das Jahr 1821 datiert. Die erste Verzeichnung des Urkundenbestandes in Jülich fand im Jahr 1868 nach der Neugliederung der städtischen Archivbestände durch Dr. Hegert als statt, als dieser alle sich im Archiv befindenden Archivalien in einem Repertorium erfasste. Im Jahr 1909 wurde das erste alleinstehende Urkundenverzeichnis erstellt. Zunächst sollte der gymnasiale Oberlehrer Dr. Anton Miebach lediglich von zehn Urkunden, die Schreinermeister Hubert Schwieren in seiner Jugend im Wallgraben der Jülicher Zitadelle entdeckt und später der Stadt geschenkt hatte, ein handschriftliches Findbuch anlegen. Dann wurde er darüber hinaus aufgrund seiner Tätigkeit mit der Inventarisierung aller Urkunden betraut. Im September 1909 stellte er das Findbuch über alle sich im Besitz der Stadt befindlichen Urkunden als Manuskript und schreibmaschinelle Fassung fertig. Der Inhalt des Findbuchs wurde 1955 als erster Teil des Findbuchs für Repertorium I übernommen. Im Jahr 1983 überarbeitete und ergänzte Klaus Strobel in Kooperation mit dem LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Abtei Brauweiler, das Urkundenverzeichnis und gab es erneut als eigenständiges Findbuch inklusive Orts-, Personen-, und Sachindices heraus.Anlässlich des Umzugs des Stadtarchivs Jülich in das Zentrum für Stadtgeschichte im Frühjahr 2021 wurde der Urkundenbestand aus Repertorium I durch Stadtarchivarin Susanne Richter mit Unterstützung durch Vincent Ries einer Revision unterzogen, und durch Vincent Ries für das neu eingeführte Archivprogramm ACTApro mithilfe eigens erarbeiteter Richtlinien auf Basis der ACTApro-eigenen Vorgaben und der Leitlinien für die Erstellung von Regesten der staatlichen Archive Bayerns aufbereitet und digitalisiert.Dabei konnten einige Urkunden in den Bestand aufgenommen werden, die zuvor nicht im vorangegangenen Findbuch von 1983 erfasst waren. Dazu gehören zum einen vier Urkunden, die Klaus Strobel aus dem Findbuch strich, da diese im Bestand des Stadtarchivs Jülich fehlen. Ob sie erst seit der Wiederkehr der Urkunden aus ihrer Deponierung im Bergwerksschacht Grasleben bei Helmstedt, wo die Urkunden während des Zweiten Weltkrieges aufbewahrt worden sind, fehlen oder schon vorher nicht mehr auffindbar waren, lässt sich nicht klar nachvollziehen. Allerdings hat die jüngste Vergangenheit bewiesen, dass verlorengegangene Urkunden durchaus erneut auftauchen und zurückgeführt werden können. Dieser Umstand macht es unverzichtbar, die Urkunden weiterhin aufzuführen, um eine Provenienzrecherche leichter zu machen und somit eine Rückführung anzuregen. Die digitale Greifbarkeit des Findbuches erhöht dabei die Wahrscheinlichkeit, dass potenzielle Finder der vermissten Urkunden diese dem Stadtarchiv Jülich zuordnen können. Es handelt sich hierbei um die Urkunden mit den ursprünglichen Nummern 24, 26, 50 und 51, die unter den Neusignaturen 0082, 0083, 0084 und 0085 wieder in den Bestand eingegliedert worden sind. Zum anderen konnten nun vier noch nicht verzeichnete Urkunden in das Findbuch aufgenommen werden. Sie setzen sich aus zwei Schenkungen aus den Jahren 2002 und 2017 und aus dem Fund von zwei bereits im Bestand befindlichen, nicht verzeichneten Urkunden, die so wieder in den Bestand eingegliedert werden konnte, zusammen. Sie wurden als Urkunden 0086, 0087, 0088 und 0089 verzeichnet.Die Signaturen der Urkunden wurden aus dem letzten von Klaus Strobel im Jahr 1983 erstellten Findbuch übernommen. So wurde die chronologische Gliederung der Archivalien beibehalten. Allerdings mussten aus diesem Grund die sieben neu in den Bestand eingegliederten Urkunden hintenangesetzt werden, ohne dass auf eine chronologische Einordnung Rücksicht genommen werden konnte. Die Regesten wurden zum Großteil aus dem Findbuch von 1983 übernommen. Sie sind häufig mit direkten Zitaten aus den jeweiligen Urkunden versehen und nicht immer leicht verständlich. Aus diesem Grund wurden zusätzliche Kurzregesten hinzugefügt, welche Akteure und Handlung der Urkunde kurz zusammenfassen und die Namen der Akteure modernisieren. Außerdem wurden erstmals auch Informationen zu den Siegeln und der äußeren Form der Urkunden im Findbuch erfasst.Die Urkunden wurden zwischen September 1981 und April 1982 von Klaus Strobel transkribiert und übersetzt. Von ihnen sind 75 auf Deutsch, drei auf Latein, zwei auf Französisch und eine in niederländischer Sprache verfasst. Hilfe bekam Klaus Strobel darüber hinaus bei Urkunde 0001 (1366/Latein), die Dr. Dieter Kastner von der Archivberatungsstelle transkribierte, Urkunde 0069 (1712/Latein), zu der Dr. Toni Diederich, Archivdirektor des Historischen Archivs des Erzbistums Köln, Transkript und Regest anlegte, Urkunde 0081 (1812/Französisch), die Catherine Wagner vom Gymnasium Zitadelle der Stadt Jülich übersetzte und Urkunde 0062 (1678/Französisch), die Josef Strobel ins Deutsche übertrug. Außerdem besteht zu der Urkunde 0079 (1789/Niederländisch) trotz intensiver Nachforschung seitens Herrn Strobel keine Übersetzung, da die juristische Diktion des Archivales nicht zu dechiffrieren war. Eine Transkription der Urkunde ist jedoch vorhanden, sodass eine weitergehende Bearbeitung durchaus möglich ist.Die Urkunden wurden im Januar 2021 durch Bernhard Dautzenberg, Mitarbeiter des Museums Zitadelle Jülich, digitalisiert. Dabei wurden erstmals die Siegel gesondert digital erfasst. Die Digitalisate, Transkriptionen und Übersetzungen wurden in ACTApro eingespeist und sind nun direkt über den jeweiligen Eintrag im digitalen Findbuch einsehbar und bearbeitbar. Im Laufe des Jahres wird der Bestand im Portal Archive.NRW abrufbar sein.29. Januar 2021, Vincent RiesLiteratur zu den Urkunden:TICHLERS, Heinrich, Aufbewahrte Privilegien und Urkunden am Hauptgericht des Herzogtums Jülich in Jülich, in: RB 21 (1932)BERS, Günter (Bearb.), Drei unbekannte Urkunden zur Jülicher Ortsgeschichte (1389-1500), in: NBJüG 20 (2008), S. 139-152 [Urkunde 1431 des Peter v.d. Moelen zum Jülicher Zöllner]BERS, Günter, Zwei Akzise-Privilegien für die Stadt Jülich aus den Jahren 1490 und 1563, in: Neue Beitrr.Jül.G. 2(1991), S. 56-63.KASTNER, Dieter,"Herr Zobben-Hoff". Eine unbekannte Urkunde zum mittelalterlichen Jülich, in: NBJüG 3 (1992), S. 107-115O.Verf., Urkunde über die Kapitulationsverhandlungen im Jahre 1610, in: Rur-Blumen 6 (1940)STROBEL, Klaus, Das Testament des Peter von Kirchberg (1572) und die Stiftungsurkunde seiner Ehefrau Christina von Stommel (1575). Zwei Urkunden zur Jülicher Stadtgeschichte, in: Beitrr.Jül.G. 53 (1985), S. 39-58WENDELS, Claudia, Eine Stiftungsurkunde der Fürstin-Äbtissin Francisca Christina von Pfalz-Sulzbach (1761), in: NBJüG 12 (2001), S. 83-89SCHMITZ, Johannes W.J.: Vergleich der Land- und Immobilienpreise in Jülich und Nideggen anhand einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1778, in: NBJüG 24 (2012), S. 51-55DINSTÜHLER, Horst, Zur Herkunft einiger Urkunden aus dem Jülicher Stadtarchiv, in: NBJüG 7 (1996), S. 136-138O.Verf., Die Pflege der Archive und ihrer Urkunden. Ein wichtiges Gebiet der Heimatpflege. Eine notwendige Einrichtung - Das mustergültige Stadtarchiv in Jülich - Die Kirchenarchive in Inden und Jülich - Die Archivalien der Schützenbruderschaften - Die Privatsammlung des Pfarrers Baron Dr. v. Capitaine, in: RB 20 (1931)DINSTÜHLER, Horst, Eine mittelalterliche Pachturkunde zur Mühle „auf der Specken“ (1447), in: NBJüG 12 (2001), S. 58-66„JÜLICHER“ URKUNDEN IN ANDEREN ARCHIVEN:HAStK HUA, Nr. 1 / 4176LAV NRW R, Jülich-Berg I, Nr. 1305; Nr. 869, Bl. 4-6; Jülich-Berg II, Nr. 5126 (= Jülich-Berg Urkunden, Nachtrag 758)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET