Zwei Urkunden auf einem Blatt: 1) Äbtissin Katharina, Priorin Margaretha und der ganze Konvent des Klosters Döbeln (Dobelin) bestätigen eine in ihrer Gegenwart aufgestellte Rechnung ihres Propstes Johann über den Kauf, Rückkauf und Verkauf von Gütern und Einkünften nach der Übersiedlung des Klosters von Staucha (Stuchow) vor die Tore der Stadt Döbeln (ad fores civitatis Dobelin){1}. Zum Besitz zählen nun ein Vorwerk (allodium) sowie ein von Johann Große [von Döbeln ?] (Magnus) gekaufter Zins in Grünberg (Gruninberg), ein Vorwerk und ein Zins in Höckendorf (Hoykindorf){2}; auf der [vom Kloster aus gesehen] hiesigen Seite der Stadt (exista parte civitatis) ein Vorwerk in Naundorf (Nuwindorf){3}, die Dörfer Gaunitz (Kunicz) und Dösitz (Desewicz), das Vorwerk des Johann (Jenechini) und eine Hufe in Gleina (Glynen), der Zehnt in Ibanitz (Ywannwicz) und Trogen (Drogin), ein Pfund [Pfennige?] in Hohenwussen (Wussin), das Ulrich von Nossen (Ulemann in Nussin) nach dem Tod seiner Tochter zurückkaufen wollte, schließlich ein Zins und eine Hufe in Delmschütz (Telmaczuwicz). Fernerhin werden Besitzungen beim Burggrafen von Meißen in Staucha und Gleina (Glinen) erwähnt. Verkauft wurden Güter und Einkünfte in Albertitz bei Lommatzsch (Albrechticz prope Lomacz), in Gleina (Gline) und Dösitz (Desuwicz), sowie gewisse Einkünfte an den Priester Heinrich, Bruder der Äbtissin, an Heinrich von Kreissa (Crischow) und eine [ungenannte] Nonne, schließlich an die Vikare des Klosters, Johann und Peter, sowie an Nikolaus von Brux. – Siegel der Aussteller angekündigt. 1 Das Kloster lag nördlich der Stadt am Staupitzberg vor dem Obertor. Vgl. Deutsches Städtebuch, hrsg. von Erich Keyser, Bd. 2, Stuttgart/Berlin 1941, S. 45. 2 Höckendorf s. Waldheim. 3 Naundorf s. Oschatz (nicht Neudorf sw. Döbeln). Dies ergibt sich aus der Reihenfolge der Aufzählung und der geographischen Beschreibung (exista parte civitatis) der Urkunde. Im Bedeverzeichnis für das Amt Meißen von 1334, Supanie Hohenwussen (Sub supano de W[u]ssin), wird unterschieden wird zwischen Nuendorf prope Ozzecz pars und Nuendorff pars dominarum de Stuchow. Vgl. Beschorner, Registrum, S. 380. 2) Propst Johann [des Klosters Döbeln] fertigt eine [weitere] Aufstellung über die Einkünfte des Klosters an. Zunächst erscheinen die einzelnen Klosterinsassen zustehenden Geldsummen, die die Äbtissin, die Priorin, und weitere Nonnen, nämlich Jutta von Ziegra (Cigerow),{1} die kleine Maria (parva Maya), Mechthild,{3} desweiteren die Frau von Grubnitz (Grubannicz), die Frau{2} von Muschütz (Muschwicz)3 und von Zschaitz [?] (Schewicz), die Frauen von Lautzschen (Luzchen) und Eltirberg, außerdem Katharina Zschauitz [?] (Zcewicz), Jutta Dragus, [Jutta ?] Poititz (Baiticz), Jutta von Canitz (Kanicz), Sophia, deren Nichte (filia fratris sui), Gertrud (Kela) von Widinbach,{2} die große Maria (magna Maya) und Gertrud (Kele),{3} Katharina Richardi, die drei [Frauen] von Diera (Der), Elisabeth von Mauna (Munen), ferner die beiden [Frauen] von Brux zusammen mit ihrer Mutter, ebenso die Frau von Nossen (domina Nussin), weiterhin Agnes von Ragewitz (Roguwicz), Rosamunde von Bora (Rosemunt de Bor),{2} Margarethe von Borna (Bornis),{3} Anna, Tochter des Slawen Johann (filia Iohannis slavi) zusammen mit ihrer Mutter, Agnes vom Berg (de Monte), sowie schließlich die Vikare des Klosters, Johann und Peter,{2} zudem noch Nikolaus von Brux{3} innehaben. Darüber hinaus haben die Nonnen von ihren Eltern gewisse Einkünfte erworben, so die drei Töchter des Herrn [Johann ?] Große [von Döbeln ?] (domini Magni) in Grünberg (Gruninberg),{2} die beiden Schwestern von Nossen in Wetterwitz (Watirswicz),{3} die große Maria in Bormitz bei Döbeln (Pormicz prope Dobelin) und in Littdorf (Leitdorf), die Frau Plotitz (Bloticz) in Clanzschwitz (Clanczuwicz), die Tochter [derer] von Gablenz (Gabelencz), die Äbtissin{2} und Agathe{3} in Gleina (Glinen). Außerdem besitzt der Konvent einen Zins in Zschochau (Schagow) seitens des alten Daniels (antiqui Danielis), des Konrad Daniel sowie dessen Gemahlin Margaretha; desweiteren in Gleina von Heinrich, dem Bruder der Äbtissin, von Hermann von Leuben (Lubin), von Heinrich von Kreißa (Crischov) und von der Nonne von Pirna (Perne); außerdem in Rasslitz (Roslawicz) von Johann von Belgern, Vikar des Klosters; weiterhin am Berg bei Bormitz von Friedrich von Zschaitz [?] (Friczko de Schewicz). Für das Küsteramt (officium custodie) werden Einkünfte in Grünberg sowie solche erwähnt, die nach dem Ableben des Dietrich von Rudelsdorf (Ticzko de Rudolfsdorf) anfallen. Ebenso werden Einkünfte für das Kämmereramt (officium camere) und das Licht im Dormitorium genannt. – Siegel des Propstes angekündigt. 1 Beginn einer rasierten und überschriebenen Stelle. 2 Beginn einer durch Rasur getilgten Stelle, die noch gelesen werden konnte. 3 Ende einer rasierten Stelle.

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Sächsisches Staatsarchiv
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