Abschied des Verwalters und Brauers Leonhard Röder von Artelshofen
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E 49/II Nr. 1074
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
1710 - 1729
Enthält:
1710 Februar 25 und 26: Bei Inventarisierung des Vermögens der Eheleute Kunigunda und Leonhard Röder - erstere ist verstorben, letzterer Verwalter in Artelshofen - ergab sich ein Problem wegen 100 Gulden. Diese schuldet Röder seinem Vater Georg in Lonnerstadt, hat sie aber in Nürnberg bei dem Metzger Leypoldt für sich selbst eingenommen.
Unter den beiden Tagesdaten je ein Schreiben von Notar Johann David Sander in dieser Sache an Johann Christoph Tetzel in Nürnberg. Röder zeigt sich widerspenstig, gestern war er bis zur Besinnungslosigkeit betrunken.
Ohne Datum, wohl 1710, siehe nachfolgend: Längeres Schreiben an Röder, worin ihm schwere Versäumnisse vorgeworfen werden. Unter Punkt 6 wird erwähnt, man habe in seiner - ohnehin unrichtig geführten - Buchhaltung ein Buch mit Zaubersprüchen und Teufelsbannerei entdeckt. Röder wird aufgefordert, nachfolgenden Eid abzulegen.
1710 März 7: Folgenden Eid hat Röder unter diesem Datum im Schloss geleistet:
Urfehde, weder der Herrschaft, noch deren Untertanen etwas nachzutragen wegen des 10-tägigen Arrests, den er verbüssen musste. Schwört, die Grenzen des Gebiets seiner gewesenen (!) Herrschaft nicht ohne deren Erlaubnis zu betreten.
1714 versucht Röder in Nürnberg an die 100 Gulden heranzukommen, wozu der Rat Georg Paul Pömer als Deputierten in der Sache einsetzt. Ein vorgeschlagener Vergleich wird seitens Johann Christoph Tetzels abgelehnt, obwohl der Rat ihm nahelegt, es zu keinem Prozess kommen zu lassen. Darin Vermerk, dass der Fall 1729 durch Hieronymus Wilhelm Ebner abgeschlossen worden ist.
1718 Juni 2: Zeugnis des Johann Martin Schmidt, Pfarrers an der Frauenkirche, für den aus Lonnerstadt gebürtigen Leonhard Röder. Demnach ist er ein frommer Mensch, der auch deutliche Ermahnungen gern angenommen hat.
1718 Juni 2: (Eingang): Bittschrift Röders an Tetzel. Er hatte bei diesem 2 Jahre lang als Verwalter und Brauer gedient. Wegen eines Streits mit seinem Schwiegervater war es dazu gekommen, dass er den Dienst ohne Abschied (= ordentliche Entlassung) des Herrn verließ. Nun hält er sich in Lonnerstadt auf, und zwar in Diensten seiner Exzellenz Herrn Dr. Fetzers. Da bietet sich die Gelegenheit zu einer anständigen Verheiratung, wozu aber der o.e. Abschied fehlt. Bitte um Erteilung eines solchen.
Außen: Vermerk des Empfängers, dass er keinen Abschied erhalten hat.
1718 Juni 3: Schreiben von (unleserlich) an seinen Patron (wohl Tetzel) mit Bitte um Gewähr im Sinne Röders.
1718 Juni 12: Schreiben des Leonhard Duwaldt aus Lonnerstadt an Herrn (Stephan) Zeltner, Skribenten bei Herrn Tetzel in Nürnberg. Die Nachfrage nach seinem Taufkind Leonhard Röder kann Schreiber nicht beantworten. Seit dessen Weggang aus Artelshofen hat er kein Wort mit Schreiber gesprochen, ihm aber viel Verdruß bereitet. Wegen der Hochzeit mag Schreiber sich nicht äußern. Adressat wird vielleicht von anderer Stelle die Wahrheit über Tun und Aufführen Röders erfahren können.
1728 März 8: Schreiben Röders aus Lonnerstadt an Johann Carl Ebner in Nürnberg. Erinnert daran, dass er beim Tode seiner Frau die 100 Gulden Darlehen seines Vaters im Inventar aufgeführt hatte. Da Herr Tetzel damals das Geld einbehalten hatte, musste Röder selbst an seinen Vater zurückzahlen. Bitte um Auszahlung des Geldes aus dem Tetzelischen Vermögen. Gez.: L. Röder, Untertan der Marstallerischen Erb-Interessenten.
1710 Februar 25 und 26: Bei Inventarisierung des Vermögens der Eheleute Kunigunda und Leonhard Röder - erstere ist verstorben, letzterer Verwalter in Artelshofen - ergab sich ein Problem wegen 100 Gulden. Diese schuldet Röder seinem Vater Georg in Lonnerstadt, hat sie aber in Nürnberg bei dem Metzger Leypoldt für sich selbst eingenommen.
Unter den beiden Tagesdaten je ein Schreiben von Notar Johann David Sander in dieser Sache an Johann Christoph Tetzel in Nürnberg. Röder zeigt sich widerspenstig, gestern war er bis zur Besinnungslosigkeit betrunken.
Ohne Datum, wohl 1710, siehe nachfolgend: Längeres Schreiben an Röder, worin ihm schwere Versäumnisse vorgeworfen werden. Unter Punkt 6 wird erwähnt, man habe in seiner - ohnehin unrichtig geführten - Buchhaltung ein Buch mit Zaubersprüchen und Teufelsbannerei entdeckt. Röder wird aufgefordert, nachfolgenden Eid abzulegen.
1710 März 7: Folgenden Eid hat Röder unter diesem Datum im Schloss geleistet:
Urfehde, weder der Herrschaft, noch deren Untertanen etwas nachzutragen wegen des 10-tägigen Arrests, den er verbüssen musste. Schwört, die Grenzen des Gebiets seiner gewesenen (!) Herrschaft nicht ohne deren Erlaubnis zu betreten.
1714 versucht Röder in Nürnberg an die 100 Gulden heranzukommen, wozu der Rat Georg Paul Pömer als Deputierten in der Sache einsetzt. Ein vorgeschlagener Vergleich wird seitens Johann Christoph Tetzels abgelehnt, obwohl der Rat ihm nahelegt, es zu keinem Prozess kommen zu lassen. Darin Vermerk, dass der Fall 1729 durch Hieronymus Wilhelm Ebner abgeschlossen worden ist.
1718 Juni 2: Zeugnis des Johann Martin Schmidt, Pfarrers an der Frauenkirche, für den aus Lonnerstadt gebürtigen Leonhard Röder. Demnach ist er ein frommer Mensch, der auch deutliche Ermahnungen gern angenommen hat.
1718 Juni 2: (Eingang): Bittschrift Röders an Tetzel. Er hatte bei diesem 2 Jahre lang als Verwalter und Brauer gedient. Wegen eines Streits mit seinem Schwiegervater war es dazu gekommen, dass er den Dienst ohne Abschied (= ordentliche Entlassung) des Herrn verließ. Nun hält er sich in Lonnerstadt auf, und zwar in Diensten seiner Exzellenz Herrn Dr. Fetzers. Da bietet sich die Gelegenheit zu einer anständigen Verheiratung, wozu aber der o.e. Abschied fehlt. Bitte um Erteilung eines solchen.
Außen: Vermerk des Empfängers, dass er keinen Abschied erhalten hat.
1718 Juni 3: Schreiben von (unleserlich) an seinen Patron (wohl Tetzel) mit Bitte um Gewähr im Sinne Röders.
1718 Juni 12: Schreiben des Leonhard Duwaldt aus Lonnerstadt an Herrn (Stephan) Zeltner, Skribenten bei Herrn Tetzel in Nürnberg. Die Nachfrage nach seinem Taufkind Leonhard Röder kann Schreiber nicht beantworten. Seit dessen Weggang aus Artelshofen hat er kein Wort mit Schreiber gesprochen, ihm aber viel Verdruß bereitet. Wegen der Hochzeit mag Schreiber sich nicht äußern. Adressat wird vielleicht von anderer Stelle die Wahrheit über Tun und Aufführen Röders erfahren können.
1728 März 8: Schreiben Röders aus Lonnerstadt an Johann Carl Ebner in Nürnberg. Erinnert daran, dass er beim Tode seiner Frau die 100 Gulden Darlehen seines Vaters im Inventar aufgeführt hatte. Da Herr Tetzel damals das Geld einbehalten hatte, musste Röder selbst an seinen Vater zurückzahlen. Bitte um Auszahlung des Geldes aus dem Tetzelischen Vermögen. Gez.: L. Röder, Untertan der Marstallerischen Erb-Interessenten.
Archivale
Indexbegriff Person: Duwaldt, Leonhard
Indexbegriff Person: Ebner, Hieronimus Wilhelm
Indexbegriff Person: Ebner, Johann Karl
Indexbegriff Person: Fetzer, N Dr.
Indexbegriff Person: Leypoldt, N
Indexbegriff Person: Pömer, Georg Paul
Indexbegriff Person: Röder, Georg
Indexbegriff Person: Röder, Kunigunde
Indexbegriff Person: Röder, Leonhard
Indexbegriff Person: Sander, Johann David
Indexbegriff Person: Schmidt, Johann Martin
Indexbegriff Person: Tetzel, Johann Christof
Indexbegriff Person: Zeltner, Stephan
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Indexbegriff Person: Ebner, Hieronimus Wilhelm
Indexbegriff Person: Ebner, Johann Karl
Indexbegriff Person: Fetzer, N Dr.
Indexbegriff Person: Leypoldt, N
Indexbegriff Person: Pömer, Georg Paul
Indexbegriff Person: Röder, Georg
Indexbegriff Person: Röder, Kunigunde
Indexbegriff Person: Röder, Leonhard
Indexbegriff Person: Sander, Johann David
Indexbegriff Person: Schmidt, Johann Martin
Indexbegriff Person: Tetzel, Johann Christof
Indexbegriff Person: Zeltner, Stephan
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Artelshofen
Artelshofen, Schloss
Frauenkirche
Lonnerstadt
Verwalter Artelshofen
Brauer
Inventar
Todesfall
Veruntreuung
Trunkenheit
Pflichtverletzung
Metzger
Notar
Buchhaltung unrichtige
Zauberbuch
Teufelsbannerei
Eid
Urfehde
Entlassung
Pfarrer, Frauenkirche
Zeugnis
Bittschrift
Abschied = Entlassungsschein
Heiratsplanung
Skribent Tetzel'scher
Prozess
Rat der Stadt
Deputierter
Marstallerische Erb-Interessenten
Darlehen
Zurückbehaltung
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:00 MESZ