Guts- und Familienarchiv v. Meien, Exten (Bestand)
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NLA BU, Dep. 39
Nds. Landesarchiv, Abt. Bückeburg (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Nichtstaatliche Bestände >> 2.1 Adels- und Gutsarchive
1401-1967
Bestandsgeschichte: Das Rittergut Exten bei Rinteln war seit 1520 Stammsitz aller drei Linien der Grafen von Wartensleben, die über Nie=
dersachsen hinaus vor allem in Brandenburg, Sachsen und Österreich verbreitet waren. Viele von ihnen standen im
Staats- oder Militärdienst benachbarter Landesherrn. Zu ihnen zählen so bedeutende Leute wie Alexander Hermann
(1650-1734), der von Friedrich I. von Preußen zum Generalfeldmarschall ernannt und wegen seiner Verdienste in den
preußischen, später in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Im Jahre 1809 ging das Rittergut in die Hände des Dietrich Giesbert von Wardenburg und seines Bruders über, 1811 (durch Erbgang?) in die Hände des Detmolder bzw. Bremer Kaufmanns Grimmel, dessen einzige Tochter Louise den Fürstlich-Lippischen Geheimen Rat und späteren Regierungspräsidenten in Detmold Christian Theodor von Meien heiratete. Ihr Sohn Wilhelm war Fürstlich-Lippischer Hofbaurat, der auch am Bau des Hermanns-Denkmals beteiligt war. Die Familie von Meien blieb Eigentümerin des Gutes bis in die Gegenwart.
Als bekannt wurde, daß Teile des Gutsarchivs unkontrolliert veräußert wurden, veranlaßte der Vormund des Erben im Jahre 1989 die Hinterlegung des Gutsarchivs im Bückeburger Staatsarchiv. In mehreren Accessionen wurden bis 1992 insgesamt etwa 13 lfd m Akten vom Staatsarchiv übernommen. 1990 wurde mit dem neuen Gutsbesitzer, Herrn Detlev von Meien, ein Depositalvertrag geschlossen (vgl. Dienstakte 4300-39).
Die Akten stammen aus den verschiedenen Zweigen agnatischer und kognatischer Deszendenz (so Familien von Bar, von Harlenc/Halem, von Strünckede, Timmig, Grimmel in Schötmar). Ihr Inhalt spiegelt die Tätigkeit der Familienmitglieder wider: Neben der Gutsverwaltung ist auch die dienstliche Tätigkeit dokumentiert (u.a. Regiminalia aus Detmold und Minden, Bauunterlagen, Stiftsverwaltung in Lippstadt); die Privatpapiere enthalten Briefe,
Bestandsgeschichte: Reisetagebücher u.a. Vereinzelt gehen die Unterlagen bis ins Mittelalter zurück, die meisten stammen jedoch aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Räumlich reichen die Betreffe weit über Exten hinaus: Fast der gesamte norddeutsche Raum ist abgedeckt mit dem Schwerpunkt in der Grafschaft Schaumburg hessischen Anteils sowie im Fürstentum Lippe-Detmold.
Leider war das Archiv in einem so miserablen Zustand, daß die Ordnung und Verzeichnung im Rahmen des normalen Dienstbetriebes kaum zu bewältigen ist. Deshalb hat der Unterzeichnete, nachdem seine Vorgängerin, Frau Dr. Poschmann, 1992 mit der Arbeit begonnen hatte, nur den relativ leicht zu ordnenden Teil erschlossen, der im vorliegenden Findbuch erfaßt ist. Der Rest - das sind immerhin 2/3 des gesamten Bestandes - ist in einem so desolaten Zustand, daß er zeitaufwendig Blatt für Blatt geordnet und verzeichnet werden müßte; er wartet also bis auf weiteres auf eine abschliessende Bearbeitung.
Einige Teile des Gutsarchivs, die vor der Hinterlegung in die Hände Dritter gelangt waren, wurden vom Staatsarchiv
in den Jahren 1991/2 angekauft und bilden den Bestand E 27. Er umfaßt lediglich ein Fach Schriftstücke aus dem 17.,
überwiegend jedoch aus dem 18. und 19. Jahrhundert unterschiedlichen Inhalts. Andere Teile sind von Familienmitgliedern der Heimatstube in Exten geschenkt worden. Liebhaberstücke (Stammbücher und andere Alben) sind schließlich im Antiquariatshandel aufgetaucht (vgl. Katalog der 100. Auktion des Antiquariats Brandes in Braunschweig, 1993, S. 14 f.).
Eine namentlich im Depositalvertrag genannte Person (und die von ihr beauftragten Personen) ist von jeder Benutzung ausgeschlossen. Für die Benutzung gelten im übrigen die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs.
Literatur:
Norbert Hohaus: Das Anschreibebuch des Regierungsrates Christian von Meien für das Jahr 1832.
Lebensverhältnisse einer
Bestandsgeschichte: Detmolder Beamtenfamilie im frühen 19. Jahrhundert. (Sonderveöffentlichung des Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe, Bd. 37.) 1991;
Walter Maack: Chronik von Exten, handschriftl. Ausarbeitung, 1932 (Kopie im StA, Sign. BS Sl 3301);
Julius Graf von Wartensleben: Nachrichten von dem Geschlechte der Grafen von Wartensleben, Berlin 1858 (Kopie im StA, Sign. Fe 43).
Bückeburg, im Februar 1994
gez. Dr.
Bestandsgeschichte: Höing
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
dersachsen hinaus vor allem in Brandenburg, Sachsen und Österreich verbreitet waren. Viele von ihnen standen im
Staats- oder Militärdienst benachbarter Landesherrn. Zu ihnen zählen so bedeutende Leute wie Alexander Hermann
(1650-1734), der von Friedrich I. von Preußen zum Generalfeldmarschall ernannt und wegen seiner Verdienste in den
preußischen, später in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Im Jahre 1809 ging das Rittergut in die Hände des Dietrich Giesbert von Wardenburg und seines Bruders über, 1811 (durch Erbgang?) in die Hände des Detmolder bzw. Bremer Kaufmanns Grimmel, dessen einzige Tochter Louise den Fürstlich-Lippischen Geheimen Rat und späteren Regierungspräsidenten in Detmold Christian Theodor von Meien heiratete. Ihr Sohn Wilhelm war Fürstlich-Lippischer Hofbaurat, der auch am Bau des Hermanns-Denkmals beteiligt war. Die Familie von Meien blieb Eigentümerin des Gutes bis in die Gegenwart.
Als bekannt wurde, daß Teile des Gutsarchivs unkontrolliert veräußert wurden, veranlaßte der Vormund des Erben im Jahre 1989 die Hinterlegung des Gutsarchivs im Bückeburger Staatsarchiv. In mehreren Accessionen wurden bis 1992 insgesamt etwa 13 lfd m Akten vom Staatsarchiv übernommen. 1990 wurde mit dem neuen Gutsbesitzer, Herrn Detlev von Meien, ein Depositalvertrag geschlossen (vgl. Dienstakte 4300-39).
Die Akten stammen aus den verschiedenen Zweigen agnatischer und kognatischer Deszendenz (so Familien von Bar, von Harlenc/Halem, von Strünckede, Timmig, Grimmel in Schötmar). Ihr Inhalt spiegelt die Tätigkeit der Familienmitglieder wider: Neben der Gutsverwaltung ist auch die dienstliche Tätigkeit dokumentiert (u.a. Regiminalia aus Detmold und Minden, Bauunterlagen, Stiftsverwaltung in Lippstadt); die Privatpapiere enthalten Briefe,
Bestandsgeschichte: Reisetagebücher u.a. Vereinzelt gehen die Unterlagen bis ins Mittelalter zurück, die meisten stammen jedoch aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Räumlich reichen die Betreffe weit über Exten hinaus: Fast der gesamte norddeutsche Raum ist abgedeckt mit dem Schwerpunkt in der Grafschaft Schaumburg hessischen Anteils sowie im Fürstentum Lippe-Detmold.
Leider war das Archiv in einem so miserablen Zustand, daß die Ordnung und Verzeichnung im Rahmen des normalen Dienstbetriebes kaum zu bewältigen ist. Deshalb hat der Unterzeichnete, nachdem seine Vorgängerin, Frau Dr. Poschmann, 1992 mit der Arbeit begonnen hatte, nur den relativ leicht zu ordnenden Teil erschlossen, der im vorliegenden Findbuch erfaßt ist. Der Rest - das sind immerhin 2/3 des gesamten Bestandes - ist in einem so desolaten Zustand, daß er zeitaufwendig Blatt für Blatt geordnet und verzeichnet werden müßte; er wartet also bis auf weiteres auf eine abschliessende Bearbeitung.
Einige Teile des Gutsarchivs, die vor der Hinterlegung in die Hände Dritter gelangt waren, wurden vom Staatsarchiv
in den Jahren 1991/2 angekauft und bilden den Bestand E 27. Er umfaßt lediglich ein Fach Schriftstücke aus dem 17.,
überwiegend jedoch aus dem 18. und 19. Jahrhundert unterschiedlichen Inhalts. Andere Teile sind von Familienmitgliedern der Heimatstube in Exten geschenkt worden. Liebhaberstücke (Stammbücher und andere Alben) sind schließlich im Antiquariatshandel aufgetaucht (vgl. Katalog der 100. Auktion des Antiquariats Brandes in Braunschweig, 1993, S. 14 f.).
Eine namentlich im Depositalvertrag genannte Person (und die von ihr beauftragten Personen) ist von jeder Benutzung ausgeschlossen. Für die Benutzung gelten im übrigen die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs.
Literatur:
Norbert Hohaus: Das Anschreibebuch des Regierungsrates Christian von Meien für das Jahr 1832.
Lebensverhältnisse einer
Bestandsgeschichte: Detmolder Beamtenfamilie im frühen 19. Jahrhundert. (Sonderveöffentlichung des Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe, Bd. 37.) 1991;
Walter Maack: Chronik von Exten, handschriftl. Ausarbeitung, 1932 (Kopie im StA, Sign. BS Sl 3301);
Julius Graf von Wartensleben: Nachrichten von dem Geschlechte der Grafen von Wartensleben, Berlin 1858 (Kopie im StA, Sign. Fe 43).
Bückeburg, im Februar 1994
gez. Dr.
Bestandsgeschichte: Höing
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 11:33 MESZ