1380 Juli 15. Der Rat der Stadt Lemgo beurkundet, daß die Dechen der armen kranken Leute im Heilig-Geiste aus auf der Neustadt der Mette Hysynk, einer Jungfrau im Beginenhaus bei St. Nicolai Kirchhof auf der Altstadt, für 24 Mark Lemgoer Pfg. eine jährliche Rente von 2 Mark verkauft haben. Davon sollen 6 Schill. jeweils auf Ostern lebenslänglich der Mette Wysynk, danach ebenfalls auf Lebenszeit dem Priester Cord deme Wysen ausbezahlt werden. Von 16 Schill. haben die Dechen fünfmal im Jahr den armen Leuten, wenn man ihnen die Kommunion reicht (unses heren Godes licham to ghevende plecht), eine. Quart Wein zur Spülung (to spolinghe)1 zu geben, den Rest zu 6 Terminen am Vortage der Kommunion in barem Gelde zur Aufhesserung ihrer Speisen und Getränke gleichmäßig zu verteilen. Das Geld ist auch dann zu verteilen, wenn der Gottesdienst eingestellt (geleghert) ist und die Kommunion nicht stattfinden kann. Jährlich auf Ostern erhält der Kirchherr der HeiligGeist-Kapelle 1 Schill., der nach dem Tode von Mette und Cord W. die Urkunde aufbewahren und auf die Einhaltung der Stiftung achten soll; dann kommen auch die erstgenannten 6 Schill. mit zur Verteilung. Den letzten Schill. schließlich bekommen die Dechen für ihre Mühe durch die Verteilung der Rente. Besiegelt mit dem Stadtsiegel. 1380 in die divisionis apostolorum.