Ältere Oberbehörden für Wissenschaft, Kunst, Kirchen- und Schulsachen (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
I. HA Rep. 76 alt
Tektonik >> ZENTRALE VERWALTUNGS- UND JUSTIZBEHÖRDEN BRANDENBURG-PREUSSENS BIS 1808 >> Weitere selbständige bzw. im Umkreis des Geheimen Rats, des Kabinetts oder des Generaldirektoriums ressortierende Verwaltungs- und Justizbehörden (z. T. mit über 1808 hinausreichender Laufzeit) >> Kultus
Laufzeit: 1536, 1672 - 1811
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
A Vorbemerkung
Bei dem vorliegenden Findbuch handelt es sich um ein 1838 erstelltes und 1989 ergänztes Findmittel. Die folgenden Informationen zu den Registraturbildnern des Bestandes wurden den Vorworten zu den Findmitteln von Johanna Weiser und Meta Kohnke (1972) sowie Constanze Krause (1989) entnommen und teilweise ergänzt. Eine ausführliche Bestandsgeschichte steht noch aus.
B Behörden- und Bestandsgeschichte
Der hier vorliegende Bestand setzt sich aus folgenden Registraturbildner zusammen:
1. Abt. I Oberschulkollegium (1787-1809)
Dem Oberschulkollegium oblag die Aufsicht über die Provinzialschulkollegien, die Universitäten und Schulen. Nach dem Publikandum vom 16.12.1808 wurden die Aufgaben des Oberschulkollegiums von der Sektion für den Kultus und öffentlichen Unterricht im Ministerium des Innern wahrgenommen. Die Abwicklung zog sich bis zur Rückkehr des Ministeriums im November 1809 nach Berlin hin. Das genaue Auflösungsdatum für das Oberschulkollegium konnte nicht ermittelt werden.
2. Abt. II Oberkuratorium der Universitäten (1787-1807)
Bis 1802 war das Oberschulkollegium auch für die Universitäten zuständig. Seit Januar 1802 führte der Oberkurator die Aufsicht. Tatsächlich handelt es sich hierbei um die Dienstgeschäfte des Oberkurators der Universitäten.
3. Abt. III Kuratorium der Akademie der bildenden Künste und der mechanischen Wissenschaften (1536-1811)
Das Kuratorium wurde 1790 gegründet. 1809 gingen die Geschäfte an die Sektion für den Kultus und den öffentlichen Unterricht im Ministerium des Innern über.
4. Abt. IV Kuratorium der Bauakademie (1799-1809)
5. Abt. V Evangelisch-reformiertes Kirchendirektorium (1690-1837)
Das Evangelisch-reformierte Kirchendirektorium bestand von 1713 bis 1810. Es wurde am 24.3.1810 offiziell aufgelöst. Seine Geschäfte gingen z. T. auf die Sektion Kultus und öffentlicher Unterricht im Ministerium des Innern, z. T. auf die geistlichen und Schuldeputationen bei den Regierungen über. Der Teilbestand wurde 2014 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand I. HA Rep. 243 Evangelisch-reformiertes Kirchendirektorium.
6. Abt. VI Französisches Oberkonsistorium (1689-1822)
Der Teilbestand wurde 2014 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand I. HA Rep. 244 Französisch-reformiertes (Ober-) Konsistorium.
7. Abt. VII Angelegenheiten der Indemnitätsprovinzen [Entschädigungsprovinzen] im Departement der
lutherisch-geistlichen Sachen. Verhandlungen im Büro des Staatsministers von Massow (1803-1807)
8. Abt. VIII Büro des Staatsministers von Massow, Chef des Departements der lutherisch-geistlichen
Sachen beim Geistlichen-, Schul- und Universitätsdepartement (1750-1816)
9. Abt. IX Oberkriegskollegium (1750-1809)
Der Teilbestand wurde 2012 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand IV. HA Rep. 17 Oberkriegskonsistorium.
10. Abt. X Wissenschaftliche Deputation bei der Sektion des öffentlichen Unterrichts im Ministerium des Innern (1810-1817)
11. Abt. XI Berliner Kommission unter Staatsrat Uhden der Sektion für Kultus und öffentlichen Unterricht im Ministerium des Innern zu Königsberg (1807-1809)
12. Abt. XII Schlesische Säkularisationskommission des Staatsrats Schultz (1812-1814)
13. Abt. XIII Neuostpreußisches Provinzialfinanzdepartement im Generaldirektorium (1797-1806)
Der Teilbestand wurde aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand II. HA GD Abt. 11 Neuostpreußen.
14. Abt. XIV Registratur des Oberhofbauamts sowie Registraturen im Universitäts- und Akademiegebäude (1787-1809)
Der Teilbestand wurde aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand II. HA GD Abt. 3 Generaldepartement.
15. Abt. XV Immediat-Examinationskommission
Die Immediat-Examinationskommission wurde am 14. Mai 1791 auf Betreiben des Ministers von Woellner gegründet. Auf ihn geht auch das berüchtigte Religionsedikt vom 9. Juli 1788 zurück, welches gegen die Aufklärung gerichtet war. Auf Grund dieses Edikts waren die Geistlichen verpflichtet, im Sinne der lutherischen Orthodoxie zu wirken. Mit der Ausführung dieses Edikts wurde - unter Umgehung des der Aufklärung verdächtigen Oberkonsistoriums - am 14. Mai 1791 die Immediat-Examinationskommission beauftragt, die in Verbindung mit dem Justiz- und geistlichen Departement, der obersten Kirchen- und Schulbehörde, stand. Zu den Hauptaufgaben der Immediat-Examinationskommission gehörte die Prüfung der Geistlichen einschließlich der Feldprediger vor ihrer Ordination bzw. Anstellung. Eine weitere wichtige Aufgabe war die Durchführung von Schulvisitationen. Außerdem oblag dieser Behörde die Zensur der theologischen Schriften einschließlich der Schulbücher auf der Basis des "Erneuerten Zensurediktes für die Kgl. preußischen Staaten exklusive Schlesien" vom 19. Dezember 1788. Im Juli 1792 erfolgt die Errichtung der Examinationskommission in den einzelnen Provinzen.
Grundlagen der Arbeit der Immediat-Examinationskommission waren das Religionsedikt vom 9. Juli 1788 und die von ihr erarbeitete und im Juli 1792 in Kraft gesetzte Instruktion. Der Regierungsantritt König Friedrich Wilhelms III. führte zu einer Änderung der Religions- und Zensurpolitik. Als sich Woellner Ende 1797 anmaßte, ohne ausdrückliche königliche Weisung das Zensuredikt von 1788 erneut einzuschärfen, wurde er von Friedrich Wilhelm III. ohne Pension entlassen. Damit war auch das Schicksal der Immediat-Examinationskommission besiegelt. Sie wurde am 27. Dezember 1797 förmlich aufgelöst und das Oberkonsistorium wieder in seine alten Rechte eingesetzt. Zugleich wurden die Examinationskommissionen in den Provinzen aufgehoben. Das Religionsedikt von 1788 wurde zwar formell nicht aufgehoben, die Bestimmungen des 2. Teils des Edikts hinsichtlich der Prüfung der Geistlichen und Lehrer wurden in der Folgezeit jedoch nicht beachtet.
In den Akten spiegeln sich v. a. die Tätigkeit der Kommission hinsichtlich der Prüfung der Geistlichen und Feldprediger sowie die Visitationen der Schulen wider. Über die Zensur der theologischen Schriften sind nur wenige Akten vorhanden. Für entsprechende Fragestellungen sind die Bestände Rep. 9, Allgemeine Verwaltung, F 2 a bis F 3 und Rep. 49, Fiskalia, Lit. Q, Konfiszierte Bücher, heranzuziehen.
Die Registratur der Immediat-Examinationskommission wurde nach Auflösung der Behörde am 27. Dezember 1797 durch Kriegsrat Schröder am 8. Februar 1798 zusammen mit einem Ablieferungsverzeichnis dem Geheimen Staatsarchiv in Berlin übergeben. Ein Teil der Akten wurde im Jahre 1838 verzeichnet und in der "Sammelrepositur" Rep. 76 alt, Ältere Oberbehörden für Wissenschaft, Kunst, Kirchen und Schulsachen als Abt. XV: Geistliche Immediat-Examinationskommission untergebracht. Der größte Teil der Registratur wurde als Konvolut 21 in der Repositur 47, Geistliche Sachen, aufgestellt, jedoch nicht verzeichnet.
16. Abt. XVI, Generalfinanz- sowie Provinzialdepartement im Ministerium der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten (1754-1810)
Der Teilbestand wurde 1899 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand I. HA Rep. 77 Ministerium des Innern.
17. Abt. XVII Kirchen- und Schulsachen im Generaldirektorium sowie Generalfinanzdepartement (1740-1808)
Der Teilbestand wurde 1899 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand II. HA GD Abt. 14 Kurmark.
18. Abt. XVIII Zentral- und Provinzialbehörden des Königreichs Westfalen im Ministerium der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten (1808-1813)
Der Teilbestand wurde 1898 an das Staatsarchiv Magdeburg abgegeben.
19. Abt. XIX Militär- und Zivilgouvernement zwischen Elbe und Weser im Ministerium der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten (1813-1816)
Der Teilbestand wurde an das Staatsarchiv Magdeburg abgegeben.
20. Abt. XX Geistliches Departement der Provinz Pommern (1738-1808)
Der Teilbestand wurde 1860 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand II. HA GD Abt. 12 Pommern.
21. Abt. XXI, Kabinettsordres (1771-1797)
Der Teilbestand enthält lediglich eine Akteneinheit.
Literatur
- Kapp, Friedrich, Aktenstücke zur Geschichte der preußischen Zensur- und Pressverhältnisse unter dem Minister Woellner, 1879 (Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels), Berlin 1880.
- Leibetseder, Mathis (Hrsg.), Kreuzwege: die Hohenzollern und die Konfessionen 1517-1740, Berlin 2017.
- Schwartz, Paul, Der erste Kulturkampf in Preußen in Kirche und Schule (1788-1798), Berlin 1925
- Strecke, Reinhart (Hrsg.), Inventar zur Geschichte der preussischen Bauverwaltung, 1723-1848 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preussischer Kulturbesitz 7), Berlin 2005.
- Weiser, Johanna, Das preussische Schulwesen im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Quellenbericht aus dem Geheimen Staatsarchiv, Stiftung Preussischer Kulturbesitz (Studien und Dokumentationen zur deutschen Bildungsgeschichte 60), Köln 1996.
C Formalangaben
Letzte vergebene Nummer: I. HA Rep. 76 alt, XXI Nr. 1
Umfang (in laufenden Metern): 75 lfm
Gesamtlaufzeit des Bestandes: 1536-1811
Lagerungsort: Magazin Westhafen
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 76 alt Ältere Oberbehörden für Wissenschaft, Kunst, Kirchen- und Schulsachen, Nr. ##
Die Akten sind auf gelben Leihscheinen wie folgt zu bestellen: I. HA Rep. 76 alt, Nr. ##
Berlin, 10. Oktober 2022
Stefanie Bellach M.A., Archivoberinspektorin
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 76 alt
A Vorbemerkung
Bei dem vorliegenden Findbuch handelt es sich um ein 1838 erstelltes und 1989 ergänztes Findmittel. Die folgenden Informationen zu den Registraturbildnern des Bestandes wurden den Vorworten zu den Findmitteln von Johanna Weiser und Meta Kohnke (1972) sowie Constanze Krause (1989) entnommen und teilweise ergänzt. Eine ausführliche Bestandsgeschichte steht noch aus.
B Behörden- und Bestandsgeschichte
Der hier vorliegende Bestand setzt sich aus folgenden Registraturbildner zusammen:
1. Abt. I Oberschulkollegium (1787-1809)
Dem Oberschulkollegium oblag die Aufsicht über die Provinzialschulkollegien, die Universitäten und Schulen. Nach dem Publikandum vom 16.12.1808 wurden die Aufgaben des Oberschulkollegiums von der Sektion für den Kultus und öffentlichen Unterricht im Ministerium des Innern wahrgenommen. Die Abwicklung zog sich bis zur Rückkehr des Ministeriums im November 1809 nach Berlin hin. Das genaue Auflösungsdatum für das Oberschulkollegium konnte nicht ermittelt werden.
2. Abt. II Oberkuratorium der Universitäten (1787-1807)
Bis 1802 war das Oberschulkollegium auch für die Universitäten zuständig. Seit Januar 1802 führte der Oberkurator die Aufsicht. Tatsächlich handelt es sich hierbei um die Dienstgeschäfte des Oberkurators der Universitäten.
3. Abt. III Kuratorium der Akademie der bildenden Künste und der mechanischen Wissenschaften (1536-1811)
Das Kuratorium wurde 1790 gegründet. 1809 gingen die Geschäfte an die Sektion für den Kultus und den öffentlichen Unterricht im Ministerium des Innern über.
4. Abt. IV Kuratorium der Bauakademie (1799-1809)
5. Abt. V Evangelisch-reformiertes Kirchendirektorium (1690-1837)
Das Evangelisch-reformierte Kirchendirektorium bestand von 1713 bis 1810. Es wurde am 24.3.1810 offiziell aufgelöst. Seine Geschäfte gingen z. T. auf die Sektion Kultus und öffentlicher Unterricht im Ministerium des Innern, z. T. auf die geistlichen und Schuldeputationen bei den Regierungen über. Der Teilbestand wurde 2014 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand I. HA Rep. 243 Evangelisch-reformiertes Kirchendirektorium.
6. Abt. VI Französisches Oberkonsistorium (1689-1822)
Der Teilbestand wurde 2014 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand I. HA Rep. 244 Französisch-reformiertes (Ober-) Konsistorium.
7. Abt. VII Angelegenheiten der Indemnitätsprovinzen [Entschädigungsprovinzen] im Departement der
lutherisch-geistlichen Sachen. Verhandlungen im Büro des Staatsministers von Massow (1803-1807)
8. Abt. VIII Büro des Staatsministers von Massow, Chef des Departements der lutherisch-geistlichen
Sachen beim Geistlichen-, Schul- und Universitätsdepartement (1750-1816)
9. Abt. IX Oberkriegskollegium (1750-1809)
Der Teilbestand wurde 2012 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand IV. HA Rep. 17 Oberkriegskonsistorium.
10. Abt. X Wissenschaftliche Deputation bei der Sektion des öffentlichen Unterrichts im Ministerium des Innern (1810-1817)
11. Abt. XI Berliner Kommission unter Staatsrat Uhden der Sektion für Kultus und öffentlichen Unterricht im Ministerium des Innern zu Königsberg (1807-1809)
12. Abt. XII Schlesische Säkularisationskommission des Staatsrats Schultz (1812-1814)
13. Abt. XIII Neuostpreußisches Provinzialfinanzdepartement im Generaldirektorium (1797-1806)
Der Teilbestand wurde aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand II. HA GD Abt. 11 Neuostpreußen.
14. Abt. XIV Registratur des Oberhofbauamts sowie Registraturen im Universitäts- und Akademiegebäude (1787-1809)
Der Teilbestand wurde aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand II. HA GD Abt. 3 Generaldepartement.
15. Abt. XV Immediat-Examinationskommission
Die Immediat-Examinationskommission wurde am 14. Mai 1791 auf Betreiben des Ministers von Woellner gegründet. Auf ihn geht auch das berüchtigte Religionsedikt vom 9. Juli 1788 zurück, welches gegen die Aufklärung gerichtet war. Auf Grund dieses Edikts waren die Geistlichen verpflichtet, im Sinne der lutherischen Orthodoxie zu wirken. Mit der Ausführung dieses Edikts wurde - unter Umgehung des der Aufklärung verdächtigen Oberkonsistoriums - am 14. Mai 1791 die Immediat-Examinationskommission beauftragt, die in Verbindung mit dem Justiz- und geistlichen Departement, der obersten Kirchen- und Schulbehörde, stand. Zu den Hauptaufgaben der Immediat-Examinationskommission gehörte die Prüfung der Geistlichen einschließlich der Feldprediger vor ihrer Ordination bzw. Anstellung. Eine weitere wichtige Aufgabe war die Durchführung von Schulvisitationen. Außerdem oblag dieser Behörde die Zensur der theologischen Schriften einschließlich der Schulbücher auf der Basis des "Erneuerten Zensurediktes für die Kgl. preußischen Staaten exklusive Schlesien" vom 19. Dezember 1788. Im Juli 1792 erfolgt die Errichtung der Examinationskommission in den einzelnen Provinzen.
Grundlagen der Arbeit der Immediat-Examinationskommission waren das Religionsedikt vom 9. Juli 1788 und die von ihr erarbeitete und im Juli 1792 in Kraft gesetzte Instruktion. Der Regierungsantritt König Friedrich Wilhelms III. führte zu einer Änderung der Religions- und Zensurpolitik. Als sich Woellner Ende 1797 anmaßte, ohne ausdrückliche königliche Weisung das Zensuredikt von 1788 erneut einzuschärfen, wurde er von Friedrich Wilhelm III. ohne Pension entlassen. Damit war auch das Schicksal der Immediat-Examinationskommission besiegelt. Sie wurde am 27. Dezember 1797 förmlich aufgelöst und das Oberkonsistorium wieder in seine alten Rechte eingesetzt. Zugleich wurden die Examinationskommissionen in den Provinzen aufgehoben. Das Religionsedikt von 1788 wurde zwar formell nicht aufgehoben, die Bestimmungen des 2. Teils des Edikts hinsichtlich der Prüfung der Geistlichen und Lehrer wurden in der Folgezeit jedoch nicht beachtet.
In den Akten spiegeln sich v. a. die Tätigkeit der Kommission hinsichtlich der Prüfung der Geistlichen und Feldprediger sowie die Visitationen der Schulen wider. Über die Zensur der theologischen Schriften sind nur wenige Akten vorhanden. Für entsprechende Fragestellungen sind die Bestände Rep. 9, Allgemeine Verwaltung, F 2 a bis F 3 und Rep. 49, Fiskalia, Lit. Q, Konfiszierte Bücher, heranzuziehen.
Die Registratur der Immediat-Examinationskommission wurde nach Auflösung der Behörde am 27. Dezember 1797 durch Kriegsrat Schröder am 8. Februar 1798 zusammen mit einem Ablieferungsverzeichnis dem Geheimen Staatsarchiv in Berlin übergeben. Ein Teil der Akten wurde im Jahre 1838 verzeichnet und in der "Sammelrepositur" Rep. 76 alt, Ältere Oberbehörden für Wissenschaft, Kunst, Kirchen und Schulsachen als Abt. XV: Geistliche Immediat-Examinationskommission untergebracht. Der größte Teil der Registratur wurde als Konvolut 21 in der Repositur 47, Geistliche Sachen, aufgestellt, jedoch nicht verzeichnet.
16. Abt. XVI, Generalfinanz- sowie Provinzialdepartement im Ministerium der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten (1754-1810)
Der Teilbestand wurde 1899 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand I. HA Rep. 77 Ministerium des Innern.
17. Abt. XVII Kirchen- und Schulsachen im Generaldirektorium sowie Generalfinanzdepartement (1740-1808)
Der Teilbestand wurde 1899 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand II. HA GD Abt. 14 Kurmark.
18. Abt. XVIII Zentral- und Provinzialbehörden des Königreichs Westfalen im Ministerium der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten (1808-1813)
Der Teilbestand wurde 1898 an das Staatsarchiv Magdeburg abgegeben.
19. Abt. XIX Militär- und Zivilgouvernement zwischen Elbe und Weser im Ministerium der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten (1813-1816)
Der Teilbestand wurde an das Staatsarchiv Magdeburg abgegeben.
20. Abt. XX Geistliches Departement der Provinz Pommern (1738-1808)
Der Teilbestand wurde 1860 aufgelöst. Die Akten befinden sich nun im Bestand II. HA GD Abt. 12 Pommern.
21. Abt. XXI, Kabinettsordres (1771-1797)
Der Teilbestand enthält lediglich eine Akteneinheit.
Literatur
- Kapp, Friedrich, Aktenstücke zur Geschichte der preußischen Zensur- und Pressverhältnisse unter dem Minister Woellner, 1879 (Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels), Berlin 1880.
- Leibetseder, Mathis (Hrsg.), Kreuzwege: die Hohenzollern und die Konfessionen 1517-1740, Berlin 2017.
- Schwartz, Paul, Der erste Kulturkampf in Preußen in Kirche und Schule (1788-1798), Berlin 1925
- Strecke, Reinhart (Hrsg.), Inventar zur Geschichte der preussischen Bauverwaltung, 1723-1848 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preussischer Kulturbesitz 7), Berlin 2005.
- Weiser, Johanna, Das preussische Schulwesen im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Quellenbericht aus dem Geheimen Staatsarchiv, Stiftung Preussischer Kulturbesitz (Studien und Dokumentationen zur deutschen Bildungsgeschichte 60), Köln 1996.
C Formalangaben
Letzte vergebene Nummer: I. HA Rep. 76 alt, XXI Nr. 1
Umfang (in laufenden Metern): 75 lfm
Gesamtlaufzeit des Bestandes: 1536-1811
Lagerungsort: Magazin Westhafen
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 76 alt Ältere Oberbehörden für Wissenschaft, Kunst, Kirchen- und Schulsachen, Nr. ##
Die Akten sind auf gelben Leihscheinen wie folgt zu bestellen: I. HA Rep. 76 alt, Nr. ##
Berlin, 10. Oktober 2022
Stefanie Bellach M.A., Archivoberinspektorin
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 76 alt
Umfang: 75 lfm (ca. 2.254 VE); Angaben zum Umfang: 75 lfm (ca. 2.254 VE)
Bestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
19.08.2025, 12:19 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz
- Tektonik
- ZENTRALE VERWALTUNGS- UND JUSTIZBEHÖRDEN BRANDENBURG-PREUSSENS BIS 1808 (Tektonik)
- Weitere selbständige bzw. im Umkreis des Geheimen Rats, des Kabinetts oder des Generaldirektoriums ressortierende Verwaltungs- und Justizbehörden (z. T. mit über 1808 hinausreichender Laufzeit) (Tektonik)
- Kultus (Tektonik)
- Ältere Oberbehörden für Wissenschaft, Kunst, Kirchen- und Schulsachen (Bestand)