Hintergrund des Streits über die Zuständigkeit des Gerichts zu Essen ist ein dort schwebendes Verfahren über eine Rentzahlung von 228 1/2 Rtl., die der Appellat von dem Stift Rellinghausen fordert. Bei ihrer Berufung an das RKG wenden die Appellanten ein, daß Johann von Vittinghoff als ihr Untertan ihrer Jurisdiktion untersteht und die Eröffnung des Prozesses vor dem Richter zu Essen daher unzulässig sei. Sie verweisen wegen anderer schwebender Verfahren auf die Parteilichkeit des Gerichts zu Essen und des Stifts Essen. Der Appellat wendet ein, daß bei einem von dem Landgericht zu Rellinghausen zu führenden Prozeß Verfahrensmängel zu erwarten seien, und betont die Bedeutung des Stifts Essen als Obergericht. Die Berufung wird vom RKG abgewiesen und die Aufbringung der Gerichtskosten den Appellanten auferlegt (vgl. RKG 4657 (R 496/1593)).
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Hintergrund des Streits über die Zuständigkeit des Gerichts zu Essen ist ein dort schwebendes Verfahren über eine Rentzahlung von 228 1/2 Rtl., die der Appellat von dem Stift Rellinghausen fordert. Bei ihrer Berufung an das RKG wenden die Appellanten ein, daß Johann von Vittinghoff als ihr Untertan ihrer Jurisdiktion untersteht und die Eröffnung des Prozesses vor dem Richter zu Essen daher unzulässig sei. Sie verweisen wegen anderer schwebender Verfahren auf die Parteilichkeit des Gerichts zu Essen und des Stifts Essen. Der Appellat wendet ein, daß bei einem von dem Landgericht zu Rellinghausen zu führenden Prozeß Verfahrensmängel zu erwarten seien, und betont die Bedeutung des Stifts Essen als Obergericht. Die Berufung wird vom RKG abgewiesen und die Aufbringung der Gerichtskosten den Appellanten auferlegt (vgl. RKG 4657 (R 496/1593)).
AA 0627, 4656 - R 495/1592
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VII: P-R
Reichskammergericht, Teil VII: P-R >> 3. Buchstabe R
1619 - 1663 (1611 - 1660)
Enthaeltvermerke: Kläger: Dekanin und Kapitularinnen des Stifts Rellinghausen, (Bekl.) Beklagter: Johann von Vittinghoff (Vitinghove) gen. Schell (Scheel) auf dem Berge; seit 1655 als Witwe Agnes Margaretha von Vittinghoff gen. Schell geb. von Boenen, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schrötter [1611] 1619 ? Dr. Johann Leonard Gerhard [1625] 1625 ? Lic. Franz Eberhard Albrecht 1655 ? Subst.: Johann Nikolaus Hoen Prokuratoren (Bekl.): Lic. Wilhelm Fabricius [1618] 1619 ? Dr. Paul Gambs 1655 ? Subst.: Dr. Abraham Ludwig von Gulchen Prozeßart: Secundae appellationis Instanzen: 1. Dietrich Reppelmondt als Richter der Stadt Essen 1618 ? 2. RKG 1619 - 1663 (1611 - 1660) Beweismittel: Acta priora (Q 6). Beschreibung: 5,5 cm, 8, 80 Bl., lose, Q 1 - 22, 4 Beilagen.
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.05.2026, 09:35 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.4. Reichsbehörden (Tektonik)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Tektonik)
- Reichskammergericht AA 0627 (Tektonik)
- Reichskammergericht, Teil VII: P-R (Bestand)
- 3. Buchstabe R (Gliederung)