Heinrich, Abt und Archidiakon des Klosters zu Chemnitz, Luppold von Reudnitz (Ru<e>denitz), Prior, Dietrich von Körbitz (Ko<e>rwicz), Küster, und der ganze Konvent des Klosters Chemnitz sowie Nikolaus Eisner (Ysener), deren Vikar und Pfarrer in der Stadt Chemnitz, beurkunden, dass die Chemnitzer Bürger Nikolaus Schultheiß von Mittweida (Schultheyse von der Myteweyde), Franz Swenkenstein (Frenczil Swenkinsteyn), Peter von Mittelbach, Walther von Schönau (Scho<e>naw), Johann (Hannus) und Nikolaus von Pegau (Pygaw), Gebrüder, sowie Nikolaus und Matthias Ortwin (O<e>rtwin), Gebrüder, fünf Altäre an der Pfarrkirche St. Jakob in Chemnitz gestiftet haben. Unter Berufung darauf, dass diese Pfarrkirche dem Kloster Chemnitz vom Heiligen Stuhl einverleibt worden sei und das Kloster von Kaiser Lothar [III.] und vielen seiner Nachfolger die Lehen über diese Kirche habe, willigen die Aussteller in diese Altarstiftungen ein. Dafür sollen die Stifter der Altäre 60 Schock guter Groschen Freiberger Münze (gutir groschin Vryberischer mu<e>ncze) als Entschädigung an das Kloster zahlen, von denen drei Schock neuer Groschen (nu{e}wir groschen) an den Pfarrer fallen sollen.{1} Eine vergleichbare Entschädigung soll auch bei künftigen Altarstiftungen geleistet werden. Die fünf Messen sollen täglich zu folgenden Zeiten gehalten werden: Die für Nikolaus Schultheiß zu Mittweida zusammen mit der Frühmesse, die beiden für Peter von Mittelbach und Walther von Schönau bzw. für Johann und Nikolaus von Pegau zusammen mit dem Hochamt (ho<e>messe) und die beiden für Franz Swenkenstein bzw. Nicolaus und Matthias Ortwin, wenn die beiden dafür vorgesehenen Priester die Stillmesse lesen. An den sieben Opfertagen, allen Aposteltagen (allir czwelfboten tagen), den Festa dublica (wenne totum duplex ist){2} sowie wenn ein im entsprechenden Jahr oder im Vorjahr amtierender Ratsherr stirbt, sollen die Messen abweichend davon nach dem Offertorium des Hochamts oder in Abstimmung mit dem Pfarrer zu anderen Zeiten gehalten werden. - Siegel des Abts und Konvents des Klosters Chemnitz sowie des zum Kloster gehörigen Vikars und Pfarrers in der Stadt Chemnitz angekündigt. 1 Da im 14. Jh. von einer tendenziellen Abnahme des Feinsilbergehalts der Groschen auszugehen ist (vgl. Gerhard Krug, Die meißnisch-sächsischen Groschen 1338 bis 1500, Berlin 1974, S. 107), ist es denkbar, dass die "neuen" Groschen etwas geringerwertiger waren als die zuvor genannten "guten" Groschen. 2 Zu den Opfertagen und den Festa duplica vgl. die Erläuterungen in CDS II, Bd. 6, S. 40, Anm. a.

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Sächsisches Staatsarchiv
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