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Feodor Dietz an Karl Weltzien

Verzeichnungsstufe:
Archivale
Archivaliensignatur:
KIT-Archiv, 27072 / 101
Kontext:
27072 Nachlass Karl Weltzien >> 1 Korrespondenzstücke in der alphabetischen Folge der Absender >> 1.31 Dietz, Feodor (*1813, +1870)
Laufzeit:
1838 Februar 16, Paris
Enthältvermerke:
Enthält: (1r) Dietz schreibt nach vier Monaten an Weltzien und entschuldigt sich für die Verzögerung. In dieser Zeit arbeitete Dietz in vollkommener Zurückgezogenheit an zwei Werken für die Jubiläumsausstellung im Louvre. Zum einen stellte er die in München begonnene Arbeit "Pappenheims Tod" fertig, zum anderen schloss er "Gustav Adolfs Tod" ab. Dietz hofft auf die Annahme seiner Werke durch die "artistische Jury". (1v) Dietz rekapituliert seinen Besuch von Molières "Tartuffe". Mars (= Boutet, Anne Françoise Hippolyte) spielte im Stück mit, ihre Stimme ist immer noch entzückend. Mit der Verkörperung des Orgon ist Dietz unzufrieden. Clemens Brentano erweckt in ihm Mitleid. Dietz reflektiert über zwei Theaterbesucher und deren Sprache im Verhältnis zum Deutschen. Steiner ist mit den beiden dänischen Ärzten flüchtig bekannt. Dietz' Versuch, mit ihnen im Theater bekannt zu werden, scheiterte. Dietz besuchte die Gemäldegalerie im Palais Royal. Er ist von den Werken (Paul) Vernets und (Théodore) Géricaults angetan. Als er sich mit Bildaufbau, Technik und Motiven auseinandersetzte, bemerkte er die Anwesenheit der dänischen Theaterbesucher. Dietz machte die Bekanntschaft Fengers. Gemeinsame Gespräche folgten, (2r) unter anderem über Holzfeuerung. Fenger, den Dietz ausführlich beschreibt, war über Weihnachten "bei 15° Kälte" [Zitat unterstrichen] in Genf. Anfang März werden "die Damen Fenger" nach Paris kommen. Dietz geht von einer Verlobung Fengers aus. Kleeberg ist ebenfalls in Paris. Dietz erfuhr durch ihn, dass Weltziens Vater erkrankt war. Kleeberg, dessen Verhalten mit jenem General (Jean Baptiste) Klébers assoziiert wird, unterhielt mit Leontine Weltzien einen Briefwechsel, der wegen der Krankheit des Schwiegervaters zurückging. Mitchell ist mit Anna bereits den ganzen Winter über in Paris. Anna ist leidend. Dietz vermutet aufgrund seiner Beobachtungen eine Affäre zwischen Anna und dem Arzt Callio, der in Heidelberg studierte. Mitchell wurde sowohl von Dietz als auch Stengel ins Theater begleitet. Die "Damen Fenger" werden mit Tagmann kommen, später wird auch John Mitchell eintreffen. Dietz besuchte abends gemeinsam mit "[e]inigen Schweden und noch 2 bis drei Deutsche[n]" ein Café. Der Winter ist ungewöhnlich streng. Steiner hat ein Atelier im Quartier Latin, wo er auch mit Maier, Ekker sowie "einigen anderen deutschen Medizinikern" zusammen ist. (2v) Dietz beklagt den Kleidungsstil ("wie die lebendigen Hoffrauen") sowie die mangelnde Kleidungs- und Körperhygiene der Mediziner in den Spitälern sowie im Alltag. Die Verkehrssprache mit Handwerkern, Verkäufern, Portiers, Schneidern, Schuhmachern in Paris ist Deutsch, in "höheren Zirkeln" Französisch. Zum Verhandeln eignet sich in jedem Fall Französisch. (König) Louis Philippe lässt die Gärten von Versailles wiederherstellen, "um den revolutionstüchtigen Geist seiner Französen mit nationalen Schmeicheleien zu calmiren". Dietz reflektiert die Entwicklungen seit der Revolution und darüber, was sich vom Erbe (König) Ludwig XVI. erhalten hat. Auf seinem Spaziergang durch den Park von Versailles lernte Dietz G. v. Nieper kennen. (2v) In Paris wird weiterhin (Philippe) Musard verehrt und am liebsten gehört. (Johann) Strauß erlangt mit seinen Kompositionen wenig Zuspruch. Auch die Kompositionen von (Wolfgang Amadeus) Mozart und (Ludwig van) Beethoven stehen in der Beliebtheit hinter denen Musards zurück. Dietz sah die "Hugenotten" (von Giacomo Meyerbeer) und Mozarts Don Giovanni ("Don Juan"). Das Théâtre-Italien residiert im Salle Ventadour. (Guiditta/Giulia?) Grisi, (Giovanni Battista) Rubini und (Luigi) Lablache "sind ungewöhnliche Organe". Die Adaption der Bellinischen Gesangsmethode schlägt ins Lächerliche um. Dietz lässt Sachs grüßen. (3) Siegelrest, Poststempel
Umfang:
2 Blatt
Archivalientyp:
Handschriften
Indexbegriffe Ort:
Genf/CH
Hannover/DE
München/DE
Paris/FR
Versailles/FR
Zürich/CH
Digitalisat im Angebot des Archivs:
kein Digitalisat verfügbar
Bestand:
27072 Nachlass Karl Weltzien