Fellinger, Otto David (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
4-7-0
Stadtarchiv Düsseldorf (Archivtektonik) >> *4 Nachlässe, Deposita, Fremdarchive >> Fellinger, Otto David (6.11.1828 Rath - 7.11.1909 ebd.) Gründer der Kur- und Bade-Anstalt Waldesheim
01.01.1837-31.12.1921
Form und Inhalt: Der Nachlass Otto David Fellingers wurde dem Stadtarchiv am 16. Juli 1921 und 2.1.1922 übergeben. Als Anlage war dem Nachlass der Bericht Amalie Nackens, einer Nichte Fellingers, beigefügt. Dieser Bericht diente der folgenden Verzeichnung des Bestandes als Vorlage. Im Nachlass befinden sich Manuskripte der Eltern und der Urgroßeltern Otto David Fellingers sowie Werbe- und Informationsmaterialien zur Naturheilanstalt "Waldesheim".
Der Bestand wurde im August 2003 verzeichnet und im März 2006 überarbeitet. Er umfasst einen Archivkarton.
Zur Biographie Otto David Fellingers
Otto David Fellinger wurde am 6. November 1828 in Rath als achtes Kind des Kaufmanns Johann David Fellinger (1779-1868) und seiner Frau Margarethe Henriette, geb. Brück (1789-1871) geboren. Sein Vater war seit 1823 Besitzer des Gutes Klosterhof in Unterrath, war Bürgermeister von Rath und von 1843 bis 1845 Mitglied des preußischen Provinziallandtages.
Otto David diente zunächst als "Jäger" in Wetzlar und bildete sich dann in einem kaufmännischen Betrieb weiter. Beim Löschen eines Brandes zog er sich schwere Brandwunden am Bein zu, die er mittels Naturheilkräften linderte. Nachdem viele seinen Rat in Sachen Naturheilmittel suchten, plante er gemeinsam mit seinen Schwestern Julie Bertha (1816-1873) und Henriette Margarethe (1819-1915) eine Kurklinik für Naturheilverfahren zu errichten.
Seit 1863 bewirtschafteten die drei Geschwister den Klosterhof, der nach dem Tod der Eltern 1872 ganz in ihren Besitz überging. Drei Jahre später verkauften Henriette Margarethe und Otto David das Gut an den Freiherrn Friedrich von Diergardt (oder Diergarth) aus Bonn. Im Dezember 1876 erwarben sie für 10500 Mark ein 7 Morgen großes Grundstück von Jakob Kürten am Waldrand bei Grafenberg. Auf diesem Gelände wurde schließlich die Naturheilanstalt Waldesheim errichtet, die am 16. März 1880 eingeweiht wurde. Unter der Leitung der Geschwister erwarb sie sich schnell einen guten Ruf als Kuranstalt, auch über die regionalen Grenzen hinaus.
Seit 1904 liefen Verhandlungen zwischen den Geschwistern Fellinger und der Stadtverwaltung Düsseldorf über die Umwandlung der Anstalt in eine Stiftung. Die Gespräche scheiterten schließlich an Forderungen der Fellingers. So stifteten sie das Heim schließlich dem Verein für Säuglingsfürsorge im Regierungsbezirk Düsseldorf unter dem Vorsitz Arthur Schlossmanns (1867-1932). Verwaltet wurde das Waldesheim nun von einem neunköpfigen Stiftungsrat, während Henriette Margarethe dort Wohnrecht auf Lebenszeit erhielt.
Am 7. November 1909 verstarb Otto David Fellinger nach schwerer Krankheit in Rath. Seine Einäscherung fand in Mainz statt. Beigesetzt wurde er in der Fellingerschen Gruft auf dem Friedhof in Ratingen. Sein Privatvermögen vermachte er größtenteils wohltätigen Organisationen.
Unter neuer Führung entstand 1910 im Waldesheimer Park in einer Baracke ein Musterbetrieb für Säuglingspflege. Von 1914 bis 1916 während des Ersten Weltkrieges wurde Waldesheim zum Kriegslazarett unter Leitung des Kieferspezialisten Christian Bruhn (1868-1942) umfunktioniert. Im Jahr 1919 wiederum wurde hier eine Kinderhilfsstätte eröffnet.
Bereits am 21. Februar 1915 war auch Henriette Margarethe verstorben. Wie ihr Bruder wurde auch sie in Mainz eingeäschert und in Ratingen beigesetzt. Im Sommer 1921 schließlich wurde die Asche der Stifter der Naturheilanstalt vom Ratinger Friedhof zu einem neuerrichteten Denkmal im Waldesheimer Park überführt.
Der Bestand wurde im August 2003 verzeichnet und im März 2006 überarbeitet. Er umfasst einen Archivkarton.
Zur Biographie Otto David Fellingers
Otto David Fellinger wurde am 6. November 1828 in Rath als achtes Kind des Kaufmanns Johann David Fellinger (1779-1868) und seiner Frau Margarethe Henriette, geb. Brück (1789-1871) geboren. Sein Vater war seit 1823 Besitzer des Gutes Klosterhof in Unterrath, war Bürgermeister von Rath und von 1843 bis 1845 Mitglied des preußischen Provinziallandtages.
Otto David diente zunächst als "Jäger" in Wetzlar und bildete sich dann in einem kaufmännischen Betrieb weiter. Beim Löschen eines Brandes zog er sich schwere Brandwunden am Bein zu, die er mittels Naturheilkräften linderte. Nachdem viele seinen Rat in Sachen Naturheilmittel suchten, plante er gemeinsam mit seinen Schwestern Julie Bertha (1816-1873) und Henriette Margarethe (1819-1915) eine Kurklinik für Naturheilverfahren zu errichten.
Seit 1863 bewirtschafteten die drei Geschwister den Klosterhof, der nach dem Tod der Eltern 1872 ganz in ihren Besitz überging. Drei Jahre später verkauften Henriette Margarethe und Otto David das Gut an den Freiherrn Friedrich von Diergardt (oder Diergarth) aus Bonn. Im Dezember 1876 erwarben sie für 10500 Mark ein 7 Morgen großes Grundstück von Jakob Kürten am Waldrand bei Grafenberg. Auf diesem Gelände wurde schließlich die Naturheilanstalt Waldesheim errichtet, die am 16. März 1880 eingeweiht wurde. Unter der Leitung der Geschwister erwarb sie sich schnell einen guten Ruf als Kuranstalt, auch über die regionalen Grenzen hinaus.
Seit 1904 liefen Verhandlungen zwischen den Geschwistern Fellinger und der Stadtverwaltung Düsseldorf über die Umwandlung der Anstalt in eine Stiftung. Die Gespräche scheiterten schließlich an Forderungen der Fellingers. So stifteten sie das Heim schließlich dem Verein für Säuglingsfürsorge im Regierungsbezirk Düsseldorf unter dem Vorsitz Arthur Schlossmanns (1867-1932). Verwaltet wurde das Waldesheim nun von einem neunköpfigen Stiftungsrat, während Henriette Margarethe dort Wohnrecht auf Lebenszeit erhielt.
Am 7. November 1909 verstarb Otto David Fellinger nach schwerer Krankheit in Rath. Seine Einäscherung fand in Mainz statt. Beigesetzt wurde er in der Fellingerschen Gruft auf dem Friedhof in Ratingen. Sein Privatvermögen vermachte er größtenteils wohltätigen Organisationen.
Unter neuer Führung entstand 1910 im Waldesheimer Park in einer Baracke ein Musterbetrieb für Säuglingspflege. Von 1914 bis 1916 während des Ersten Weltkrieges wurde Waldesheim zum Kriegslazarett unter Leitung des Kieferspezialisten Christian Bruhn (1868-1942) umfunktioniert. Im Jahr 1919 wiederum wurde hier eine Kinderhilfsstätte eröffnet.
Bereits am 21. Februar 1915 war auch Henriette Margarethe verstorben. Wie ihr Bruder wurde auch sie in Mainz eingeäschert und in Ratingen beigesetzt. Im Sommer 1921 schließlich wurde die Asche der Stifter der Naturheilanstalt vom Ratinger Friedhof zu einem neuerrichteten Denkmal im Waldesheimer Park überführt.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ