Klage wegen Störung der Ausübung der Gerichtsbarkeit über das in der Bauerschaft Holsterhausen gelegene Gut Schwanenkamp, früher Duffhaus genannt. Während die Klägerin angibt, das Gut liege auf Gebiet des Stifts Essen und die Bewohner hätten immer die Jurisdiktion der Äbtissin anerkannt, behaupten die Beklagten, das Gut liege auf städtischem Gebiet und sei der Stadt kontribuierlich. Es wird sogar in Zweifel gezogen, ob man das gleiche Gut meint. Der Streit entzündete sich, als 1799 Dorothea Wilhelmina von Hoven starb. Vom ersten Besitzer Rutger Devens war das Gut an die Familie Cocy gelangt und 1741 von Friedrich Adolf Cocy an den Essener Ratsherren Albert von Hoven verkauft worden. Die Erblage 1799 war unklar, und für minderjährige Erbberechtigte (Nichten und Neffen der Verstorbenen) setzte das Waisengericht Vormünder ein. Als der Magistrat vom Gut Papiere und sonstige Dinge aus dem Nachlaß des Kriegsrats von Hoven, Bruders der Dorothea Wilhelmina und Vormunds seiner Nichten und Neffen, sofort nach seinem Tod Weihnachten 1800 nach Essen holen ließ und dabei fürstliche Schützen vertrieb, betrachtete die Klägerin dies als offenbare und in landfriedbrüchiger Weise begangene Gewalttätigkeit.
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Klage wegen Störung der Ausübung der Gerichtsbarkeit über das in der Bauerschaft Holsterhausen gelegene Gut Schwanenkamp, früher Duffhaus genannt. Während die Klägerin angibt, das Gut liege auf Gebiet des Stifts Essen und die Bewohner hätten immer die Jurisdiktion der Äbtissin anerkannt, behaupten die Beklagten, das Gut liege auf städtischem Gebiet und sei der Stadt kontribuierlich. Es wird sogar in Zweifel gezogen, ob man das gleiche Gut meint. Der Streit entzündete sich, als 1799 Dorothea Wilhelmina von Hoven starb. Vom ersten Besitzer Rutger Devens war das Gut an die Familie Cocy gelangt und 1741 von Friedrich Adolf Cocy an den Essener Ratsherren Albert von Hoven verkauft worden. Die Erblage 1799 war unklar, und für minderjährige Erbberechtigte (Nichten und Neffen der Verstorbenen) setzte das Waisengericht Vormünder ein. Als der Magistrat vom Gut Papiere und sonstige Dinge aus dem Nachlaß des Kriegsrats von Hoven, Bruders der Dorothea Wilhelmina und Vormunds seiner Nichten und Neffen, sofort nach seinem Tod Weihnachten 1800 nach Essen holen ließ und dabei fürstliche Schützen vertrieb, betrachtete die Klägerin dies als offenbare und in landfriedbrüchiger Weise begangene Gewalttätigkeit.
AA 0627, 1607 - E 591/1911
AA 0627 Reichskammergericht, Teil III: E-G
Reichskammergericht, Teil III: E-G >> 1. Buchstabe E
1801 - 1803 (1642 - 1801)
Enthaeltvermerke: Kläger: Maria Cunegunda, kgl. Prinzessin zu Polen und Litauen, Äbtissin zu Essen und Thorn Beklagter: Magistrat der Stadt Essen; Interessent: König Friedrich Wilhelm von Preußen als Herzog von Kleve Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Albert Flach 1801 - Subst.: Lic. Johann Friedrich Christian Feller Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Gotthard Hert 1801 - Subst.: Lic. F(erdinand) W(ilhelm) Mainone - Dr. Caspar Friedrich von Hofmann 1801 - Subst.: Dr. Friedrich Wilhelm von Hofmann - Dr. Friedrich Wilhelm von Hofmann 1801 - Subst.: Dr. Johann Sebastian Frech Prozeßart: Mandati de non turbando in possessione vel quasi superioritatis territorialis et iurisdictionis in bono Schwanenkamp, eiusque pertinentiis restituendo via facti et manu armata ablata, desistendo imposterum ab omnibus violentiis desuperque idonee cavendo, satisfaciendo super iniuriis atrocissimis, ac resarciendo damna data cum expensis sine clausula Instanzen: RKG 1801 - 1803 (1642 - 1801) Beweismittel: 30 Schriftstücke, das Gut Schwanenkamp betreffend, u. a. Erlaubnis für Rutger Devens, dort ein Haus zu bauen und Schafe und Tauben zu züchten 1642/43, zum Prozeß des Kriegsrats von Hoven gegen seinen Pächter 1771 und zum Erbstreit nach dem Tod der Dorothea von Hoven 1799 (Q 3 - 32). Auszug aus einem evangelisch-lutherischen Gesangbuch der Stadt Essen (Q 37). Aufstellung des Besitzes des Rats von Hoven, darunter Schwanenkamp (Q 39). Steuerbescheide der Witwe von Hoven (Q 40f.). RKG-Urteil von 1670 in Sachen Äbtissin gegen Bürgermeister und Rat von Essen (Q 42). 12 von den Beklagten vorgelegte Schriftstücke zum Nachweis, daß das Gut Schwanenkamp städtischer Jurisdiktion und Steuerpflicht unterliegt (Q 43 - 54). Beschreibung: 5 cm, 207 Bl., lose; Q 1 - 63 (Protokoll: 1 - 61).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:41 AM CEST